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Wo steht IBM?
Beim Cloud Computing beansprucht nahezu jeder große IT-Anbieter die Technologieführerschaft. Wo steht IBM aus Ihrer Sicht?
Frank Wondrak: IBM ist ziemlich weit vorn, schon allein aufgrund der Breite des Portfolios. Eine solche Einschätzung muss aber die konkreten Anforderungen der Anwender berücksichtigen. Wenn es darum geht, Desktop-Services aus der Cloud zu beziehen, dann ist Microsoft mit „Azure“ ohne Zweifel am weitesten. Das hilft mir aber gar nichts, wenn ich eine Cloud-Lösung für meine SAP-Anwendungen suche.

Mit ihrer Referenzarchitektur hat die IBM einen generalistischen Ansatz dafür entwickelt, wie man Cloud-Infrastrukturen im Rechenzentrum sinnvoll aufbaut. Dieser Ansatz ist konzeptionell schlüssig und es gibt eine klare Roadmap.
Das Labor in Böblingen arbeitet mit Hochdruck daran, diese Roadmap in konkrete Produkte zu transferieren. Deshalb ist IBM bei der Infrastruktur und den Anwendungen, die mein Unternehmen betreibt, der Hersteller der ersten Wahl.
Beim Mainframe waren die GSE-Mitglieder auf das Angebot von IBM beschränkt. Mit Cloud Computing bewegen wir uns in der Welt der offenen Systeme. Als Kunde könnte man sich also auch bei Dell, Fujitsu oder HP orientieren. Warum trotzdem die klare Präferenz für IBM?
Frank Wondrak: Entscheidend ist aus meiner Sicht der generalistische Ansatz von IBM. Verschiedene Anwendungen erfordern für die Cloud jeweils andere Konzepte. Bei SAP geht es beispielsweise darum, wie man einen Mandanten nicht innerhalb von Tagen, sondern innerhalb von Minuten klont und ihm Rechenleistung, Speicher et cetera zuweist. Das ist Cloud! Andere Anwendungen stellen wiederum andere Anforderungen.
Ob die Software auf einer Power- oder einer x86-Platfform betrieben wird, ist dabei nebensächlich. Die Management-Konzepte, auf die es ankommt, liegen im Stack über der Ebene von Prozessor-Architektur und Betriebssystem. Wenn ich einen allgemeinen Ansatz benötige, auf dessen Basis sich unterschiedliche Applikations-Architekturen „cloudifizieren“ lassen, dann haben wir nach meiner Überzeugung mit IBM den Partner, der uns den größten Mehrwert bietet.
Der Autor:
Michael Hase ist freier Autor in München.
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