Digitale Souveränität BSI-Chefin Plattner kontert OSBA und lädt zum Austausch

Von Stephan Augsten 2 min Lesedauer

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Als Reaktion auf einen offenen Brief der Open Source Business Alliance (OSBA) hat BSI-Präsidentin Claudia Plattner ihrerseits mit einem offenen Brief geantwortet. Darin räumt sie mit Missverständnissen bezüglich ihrer Haltung zum Thema digitale Souveränität auf.

BSI-Präsidentin Claudia Plattner hat prompt auf den offenen Brief der OSBA geantwortet.(Bild:  @ BMI / Henning Schacht)
BSI-Präsidentin Claudia Plattner hat prompt auf den offenen Brief der OSBA geantwortet.
(Bild: @ BMI / Henning Schacht)

BSI-Präsidentin Claudia Plattner hat mit einem dreiseitigen offenen Brief auf die öffentlich geäußerte Kritik seitens der Open Source Business Alliance (OSBA) reagiert. Der Bundesverband der deutschen Open-Source-Industrie hatte Plattner zuvor für einige Aussagen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) kritisiert, die wiederum getitelt hatte „Digitale Souveränität für Deutschland vorerst unerreichbar“.

In ihrer Antwort macht Plattner zunächst einmal deutlich: „Ich möchte die Gelegenheit nutzen, noch einmal klarzustellen, dass ich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur nie geäußert habe, ich bzw. das BSI hielte Digitale Souveränität für unerreichbar.“ Dieser Eindruck sei durch die Überschrift entstanden, die in keiner Weise ihren tatsächlichen Aussagen entspreche. Plattner betont, sie habe „ein deutlich differenzierteres Bild gezeichnet“ und erläutert, dass das BSI digitale Souveränität durchaus ermöglichen wolle. Gleichzeitig müsse man sich aber vergegenwärtigen, „dass manche der Big Tech Companies einen großen Vorsprung haben, insbesondere was Investitionen in die (Weiter-)Entwicklung von Schlüsseltechnologien betrifft.“ Dies sei die Realität, mit der man sich klug auseinandersetzen müsse.

Plattner entwickelt bzw. erläutert in dem Schreiben einen strategischen Drei-Säulen-Ansatz für den Umgang mit digitalen Abhängigkeiten. Erstens müsse entschieden werden, welche digitalen Technologien man einfach einkaufen und „out of the box“ verwenden wolle. Zweitens gehe es darum zu bestimmen, für welche Technologien man für Teile der digitalen Wertschöpfungskette die globale Exzellenz aus nationaler oder europäischer Hand anstrebe. Drittens stelle sich die Frage, welche außereuropäischen Technologien man vorerst weiterverwenden könne, die aber technisch so abgesichert werden müssten, „dass die Kontrolle über Daten und Steuerung bei uns liegt.“

Alles der Sicherheit untergeordnet

Die letzte Frage adressiere ein Kontrollschichten-Prinzip, das das BSI mit möglichst vielen Herstellern umzusetzen versuche. Plattner verwies erneut auf die bekannte Doppelstrategie ihrer Behörde und betonte, dass Resilienz und digitale Souveränität für das BSI vor allem bedeuteten, Optionen zu haben: „Je mehr vertrauenswürdige Produkte verfügbar sind, desto souveräner können wir entscheiden.“ Ihre Behörde arbeite daher eng mit nationalen, europäischen wie internationalen Herstellern sowie mit Open-Source-Communities zusammen.

Als konkreten Schritt zur Stärkung von Open Source verweist die BSI-Präsidentin auf das neu gegründete BSI-eigene Open Source Program Office (OSPO). Entscheidend sei dabei, noch bestehende Defizite bei der Verwendung von Open Source zu beheben. Gleichzeitig äußert Plattner Sicherheitsbedenken. Sorgen machten dem BSI beispielsweise Sicherheitsvorfälle wie die Einschleusung der xz-Schwachstelle sowie KI-Tools, die sowohl zum Schließen als auch zum Ausnutzen von Schwachstellen verwendet werden könnten.

Der Brief endet mit einer Einladung an die OSBA: „Ich möchte Sie hiermit daher herzlich zu uns ins BSI einladen, um in einen offenen, konstruktiven Austausch zu kommen – denn ich bin mir sicher, dass wir ein gemeinsames Ziel verfolgen: Deutschland und Europa digital sicher, souverän und erfolgreich zu machen!“

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