Bicep versus Terraform in Azure: Teil 2 Automatisierung in Azure

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Im zweiten Teil zur Automatisierung in „Azure“ vertiefen sich die Unterschiede bei der Verwendung von „Bicep“ und „Terraform“. Außerdem gibt es praktische Hinweise.

Sowohl „Bicep“ als auch „Terraform“ lässt sich für die Automatisierung in Azure verwenden.(Bild:  Thomas Joos)
Sowohl „Bicep“ als auch „Terraform“ lässt sich für die Automatisierung in Azure verwenden.
(Bild: Thomas Joos)

Es geht nicht darum, welches Werkzeug besser oder schlechter ist. Beide Tools haben ihre Stärken und können je nach Kontext und Anforderungen effektiv eingesetzt werden. Durch die Installation beider Tools auf dem System ist man flexibel und kann das jeweils passende Werkzeug für die eigenen Projekte nutzen.

Bicep bietet eine direkte Integration in das Azure-Portal, was die Verwaltung und Überwachung von Ressourcen vereinfacht. Terraform kann über Tools wie „Terraform Cloud“ oder Drittanbieter integriert werden. Die Drift-Erkennung, also die Erkennung von Abweichungen zwischen der definierten und der tatsächlichen Infrastruktur, muss in Terraform explizit durchgeführt werden, oft durch manuelles Importieren des aktuellen Zustands.

Ein weiterer Punkt ist die Unterstützung von Best Practices und Richtlinien. Bicep ist eng mit dem „Azure Cloud Adoption Framework“ verknüpft, was Best Practices und Richtlinien direkt zugänglich macht. Terraform unterstützt ebenfalls Module und kann das Cloud Adoption Framework nutzen, allerdings muss dies explizit über zusätzliche Module eingebunden werden.

Bicep bietet vollständige Abdeckung bei Azure-Ressourcen

In Bezug auf die Unterstützung von Azure-Ressourcen, bietet Bicep eine vollständige Abdeckung aller Azure-Ressourcen, einschließlich neuer oder noch in der Vorschau befindlicher Dienste. Terraform unterstützt hauptsächlich Ressourcen, die allgemein verfügbar (General Availability) sind. Für neuere Dienste muss möglicherweise direkt auf die Azure Resource Manager (ARM) APIs zugegriffen werden.

Wenn man bereits ein System für die Nutzung von Terraform eingerichtet hat und nun auch Bicep verwenden möchte, ist die Installation relativ unkompliziert. Man besucht die offizielle Bicep-Dokumentation auf der Microsoft-Website und wählt die Installationsanweisungen für das entsprechende Betriebssystem.

Für Linux-Nutzer steht beispielsweise ein Skript zur Verfügung, das über die Kommandozeile ausgeführt werden kann. Nach der Installation überprüft man durch Eingabe von bicep --version im Terminal, ob Bicep korrekt installiert wurde. Mit bicep --help kann man die verfügbaren Befehle und Optionen anzeigen lassen.

Um Bicep in „Visual Studio“-Code zu integrieren, startet man den Editor, navigiert zu den Erweiterungen und sucht nach 'Bicep'. Durch die Installation der offiziellen Bicep-Erweiterung erhält man Syntaxhervorhebung, Autovervollständigung und weitere nützliche Funktionen. Es ist auch wichtig, sicherzustellen, dass das „Azure CLI“ installiert ist, um die Bereitstellungen über die Kommandozeile steuern zu können.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl Bicep als auch Terraform leistungsfähige Werkzeuge für die Verwaltung von Infrastruktur als Code in Azure sind. Die Wahl zwischen den beiden hängt von den spezifischen Anforderungen ab.

  • Bicep eignet sich hervorragend für Umgebungen, die ausschließlich auf Azure basieren und von der tiefen Integration und aktuellen Unterstützung aller Azure-Dienste profitieren möchten.
  • Terraform ist ideal, wenn man eine einheitliche Lösung für Multicloud-Umgebungen sucht oder bereits in anderen Cloud-Plattformen Terraform einsetzt.

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