Künstliche Welten

80 Prozent Wachstum für Augmented Reality und kein Ende, außerhalb von Deutschland

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Speziell Sektoren mit ausgenommen risikobehafteten und kostenintensiven Tätigkeiten sind bei Augmented Reality seit Jahrzehnten längst engagiert. Besonders hervor stechen hier das Militär und der Gesundheitsbereich. Diese Felder profitieren von den wahrnehmungserweiternden Funktionen der Augmented Reality in besonderem Maße.

Ein überlebenswichtiges Werkzeug für Kampfpiloten …

Wie bei vielen anderen revolutionären Erfindungen wurde auch Augmented Reality vornehmlich für den militärischen Einsatzbereich entwickelt. Beispielsweise kommt die Technologie bei der Ausbildung und dem regelmäßigen Training von Luftwaffenoffizieren zum Einsatz.

So können sich Piloten und Waffensystemoffiziere eines Kampfjets zunächst in einer geschützten Situation mit neuen Instrumenten und komplexen Aufgaben vertraut machen. Speziell bei den US-Streitkräften wird Augmented Reality als Teil der „Network Centric Warfare“-Strategie einer modernen Krisenintervention eingesetzt. Für diese militärischen Aufgabengebiete, in denen selbst winzige Fehler zu menschlichen und finanziellen Katastrophen führen können, repräsentiert Augmented Reality zweifelsohne einen technologischen Quantensprung.

… als auch ein Lebensretter in intensiver Stresssituation

Augmented Reality wird allerdings auch bei zivilen Tätigkeiten erfolgreich eingesetzt. Dies gilt insbesondere für solche Tätigkeiten, bei denen es darauf an-kommt, unter starkem Zeitdruck und hohem Risiko viele komplexe Informationen zu erfassen.

Prägnante Beispiele gibt es zuhauf: So stehen, ähnlich wie Soldaten im Kampfeinsatz, auch Mediziner oder Hilfskräfte des zivilen Notfall-Managements unter hoher Belastung. Beispielsweise lassen sich Chirurgen während der Operation über eine Datenbrille die Computer-Tomographie-Bilder ihres Patienten einblenden, um so wesentlich präziser und daher schonender vorzugehen. Dabei zeigt sich, dass in Situationen, in denen der Mensch an die Grenzen seiner Belastbarkeit stößt, die wahrnehmungsunterstützenden Angebote von Augmented Reality besonders hilfreich sind.

Die über Augmented Reality möglichen Dienstleitungen helfen vornehmlich der Gesundheit des Patienten, letztlich kann dies aber auch das Gesundheitssystem insgesamt entlasten.
Die über Augmented Reality möglichen Dienstleitungen helfen vornehmlich der Gesundheit des Patienten, letztlich kann dies aber auch das Gesundheitssystem insgesamt entlasten.
(Quelle: DAQRI/ Deutsche Bank Reserach)

Im Gesundheitsbereich profitieren angehende Fachkräfte hinsichtlich ihrer Ausbildung ...

Darüber hinaus hilft Augmented Reality aber auch schon bei der Ausbildung von Ärzten und hoch spezialisierten Pflegekräften. Beispielsweise arbeiten hier auch etliche Verlage daran, Lehrbuchtexte cross-medial mit Augmented-Reality-Funktionen anzureichern. Dies hilft beim Visualisieren der menschlichen Anatomie und baut damit auf die intuitive Vermittlung der komplexen Prozesse auf.

… aber auch die Patienten hinsichtlich ihrer Souveränität

Schließlich wird Augmented Reality auch unmittelbar von den Patienten eingesetzt, um deren Souveränität im Alltag nicht unnötig zu beschränken. So warnen moderne Kontaktlinsen den Diabetiker unmittelbar vor einer bedrohlichen Veränderung seines Insulinspiegels. Die über Augmented Reality möglichen Dienstleitungen helfen vornehmlich der Gesundheit des Patienten, letztlich kann dies aber auch das Gesundheitssystem insgesamt entlasten.

In jeder Stufe der Wertschöpfungskette ein sinnvoller Helfer

Das industrielle Umfeld eröffnet vielfältige Anwendungsmöglichkeiten für die Augmented Reality über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg: von der Produktentwicklung über die Produktion, das Marketing bis hin zur Wartung. Dies vertiefen die folgenden Beispiele.

Relevante Hilfe von der Produktentwicklung …

Virtuelle Methoden, wie die simulationsgestützte Modellierung spielen bei der Produktentwicklung längst eine zentrale Rolle. Augmented Reality ist hier die genuine Technologie. Denn im dreidimensionalen Raum werden die Simulationen zwangsläufig wesentlich plastischer als auf dem zweidimensionalen Bildschirm.

Das Gerät zeigt mithilfe Augmented Reality die Temperatur am Bauteil und das auszutauschende Element direkt an der Maschine an.
Das Gerät zeigt mithilfe Augmented Reality die Temperatur am Bauteil und das auszutauschende Element direkt an der Maschine an.
(Quelle: DAQRI/Deutsche Bank Reserach)

Perspektivisch sollten damit auch physische Modelle und Prototypen immer seltener gebraucht werden. Das erleichtert und vergünstigt insbesondere das Design von Produkten, bei denen viele Varianten auf den Markt kommen sollen. Konkret sind es demnach hier insbesondere die Automobilentwickler, die solche „Spatial Augmented Reality“-Systeme vorantreiben.

… über die Produktion …

In der globalisierten Wertschöpfungskette braucht es Technologien, die die Zusammenarbeit weltweit verteilter Teams vereinfachen. Gemessen an den aktuellen technischen Möglichkeiten bieten Telefon und Video-Konferenz hier wohl eher unzulängliche Hilfestellungen.

Augmented Reality erlaubt es dagegen, in Echtzeit interaktiv und visuell zusammenzuarbeiten. So kann sich ein Anlagenbauer mittels Geräten wie „Microsoft Hololens“ beispielsweise das Modell einer in China zu bauenden Fabrik hierzulande dreidimensional darstellen lassen. Damit ist es ihm dann auch mit deutlich geringerer Reisetätigkeit möglich, dem Bauleiter vor Ort am gemeinsam einsehbaren dreidimensionalen Modell die konkreten nächsten Schritte zu besprechen und plastisch zu verdeutlichen.

Ein solches Vorgehen könnte die Kosten senken, ohne dass die Zusammenarbeit wesentlich leidet. Vor allem aber wird die Technologie somit auch die Entwicklung von Industrie 4.0 begünstigen. Denn in der hochintegrierten, datenorientierten „Smart Factory“ der Zukunft ist der schnelle, zuverlässige und medienbruchfreie Informationsaustausch vom Zulieferer bis hin zum Endkunden zentral. Hier eröffnet Augmented Reality eine zusätzliche Schnittstelle, um den Informations-fluss insgesamt weiter zu verbessern.

… und das Marketing …

Entlang der Wertschöpfungskette gibt es beim fertiggestellten Produkt dann für das Marketing sehr interessante Einsatzmöglichkeiten für Augmented Reality. Beispielsweise gibt es bereits heute Smartphone-Apps, die zeigen, wie die Möbelstücke aus der Möbelhaus-Ausstellung dann im eigenen Zuhause wirken.

Darüber hinaus erlaubt der „IBM Shopping Assistent“, die Produkte im Supermarkt gezielt nach eigenen Kriterien zu durchforsten. So können hier beispiels-weise alle im Regal stehenden Sonderangebote oder auch alle Bio-Produkte beim Durchgang durch die Verkaufsräume visuell hervorgehoben werden. Solche technischen Unterstützungsmaßnahmen fördern den Spaß- und Erlebnisaspekt beim Einkauf und helfen darüber hinaus dem Händler, sich von seinen Mitbewerbern zu differenzieren.

Über die Entwicklung hinaus hat die Technologie den günstigen Nebeneffekt, dass der Händler auch dem Kunden die möglichen Varianten plastischer dar-stellen kann, ohne diese auch alle im Lager tatsächlich physisch vorhalten zu müssen. Dies vereinfacht den Vertrieb von personalisierten Produkten und senkt darüber hinaus die Lagerhaltungskosten wesentlich.

… bis hin zur Wartung

Die Einsatzmöglichkeiten von Augmented Reality enden längst nicht beim Verkauf des Produktes, sondern ebnen den Weg für eine langfristige vertrauensvolle Kundenbeziehung. Hier spielen Wartung und After-Sales-Service folgerichtig eine immer größere Rolle. So unterstützt der „meView von Mitsubishi Electric“ die Wartung von Klima-Anlagen. Seine Software erkennt automatisch das im Fokus stehende Modell und zeigt die notwendigen Wartungsschritte am konkreten Objekt im Einzelnen an. Ähnliche Strategien verfolgen auch die Autohersteller, um die Reparaturen an den variantenreichen Fahrzeugen zu vereinfachen.

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