Expansion in Schleswig-Holstein 300-MW-Rechenzentrums-Campus in Nordfriesland geplant

Von Paula Breukel 1 min Lesedauer

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Ein süddeutscher Projektentwickler plant im nordfriesischen Langenhorn einen Rechenzentrumscampus mit bis zu 300 MW Anschlussleistung. Der Grund für den abgelegenen Standort: Windstromüberschuss. Doch der Widerstand vor Ort wächst.

Symbolbild: Kommt ein 300 MW-Rechenzentrum nach Nordfriesland?(Bild:  Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)
Symbolbild: Kommt ein 300 MW-Rechenzentrum nach Nordfriesland?
(Bild: Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)

Mitten in der schleswig-holsteinischen Westküstenregion soll ein Rechenzentrum entstehen, das die Dimension eines kleinen Stadtviertels annimmt.

Ein Unternehmen aus Süddeutschland hat am Sikkeackerweg in Langenhorn, Gemeinde im Kreis Nordfriesland, Flächen für ein KI- und Cloud-fähiges Rechenzentrum ins Visier genommen.

Laut Projektunterlagen, die der Schleswig-Holsteinischen Zeitung vorliegen, ist eine Anschlussleistung von zunächst 150 Megawatt (MW) geplant, mit Ausbauoption auf 300 MW.

Campus soll auf 55.000 Quadratmeter großem Areal entstehen

Es sollen zwei Gebäude entstehen, jeweils bis zu 27,5 Meter hoch und auf drei Servergeschossen à 7,5 Meter ausgelegt. Ein zusätzliches Technikgeschoss von fünf Metern, eine Energiezentrale, Anschluss an ein Umspannwerk sowie dieselbetriebene Netzersatzanlagen gehören laut Unterlagen zum Konzept.

Wärmeübergabestationen sollen die entstehende Serverabwärme für Haushalte oder Gewerbebetriebe nutzbar machen. Bei einer Erweiterung auf 300 MW könnte auf einer Nachbarfläche von 25.000 Quadratmetern ein zweites Gebäudepaar hinzukommen. Entstehen sollen rund 75 Arbeitsplätze.

Laut German Datacenter Association löst jedes Megawatt Rechenzentrumleistung zwischen 25.000 und 40.000 Euro Gewerbesteuer aus: Bei 150 MW wären das bis zu sechs Millionen Euro jährlich für die Gemeinde mit knapp 3.400 Einwohnern.

Baustart wäre frühestens im März 2028, sofern Flächennutzungsplan und Bebauungsplan geändert werden.

Warum Nordfriesland?

Die schleswig-holsteinische Westküste zählt zu den Regionen mit dem höchsten Windstromüberschuss in Deutschland: Energie, die lokal kaum vollständig verbraucht wird.

Ob das Projekt überhaupt weiterverfolgt wird, entscheidet sich am die Gemeindevertretung am Mittwoch, den 24. Juni, ab 19.30 Uhr.

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