Cloud ist weder Ort noch Betreiber, sondern Betriebsmodell Zurück zu den Anfängen: Die Wolke neu gedacht

Ein Gastkommentar von Chris Kramar* 3 min Lesedauer

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Für viele Unternehmen gehört die Cloud fest zur IT-Strategie – zur Optimierung interner Prozesse und zur Erschließung neuer Wertschöpfungspotenziale. Waren unlängst Hyperscaler noch das Nonplusultra, verlagern heute viele ihre geschäftskritischen Systeme zurück ins eigene Rechenzentrum. Das ist aber keineswegs das Ende der Cloud, betont Chris Kramar von Dell Technologies.

Es gibt gute Gründe, die Cloud On-Prem oder ins Colocation-Datacenter zu holen. Nicht der Ort, sondern ein konsequentes Betriebsmodell ist der Schlüssel zu einer effektiven Multicloud.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Es gibt gute Gründe, die Cloud On-Prem oder ins Colocation-Datacenter zu holen. Nicht der Ort, sondern ein konsequentes Betriebsmodell ist der Schlüssel zu einer effektiven Multicloud.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Der Trend zeichnet sich schon länger ab: Statt stur auf „Cloud-first“ zu setzen, verfolgen immer mehr Unternehmen einen Best-of-Breed-Ansatz. Der Grund? Firmen, die in den Anfangszeiten der Public Cloud im großen Stil migriert sind, mussten schmerzlich feststellen, dass die Kosten der Hyperscaler schnell in die Höhe schnellen. Denn eine einfache „Lift-and-Shift“-Migration, bei der bestehende Anwendungen ohne Anpassungen übertragen werden, führt automatisch zu deutlich höheren Ausgaben.

Besser standen oder stehen diejenigen da, die ihre Anwendungen vor der Migration auf Cloud-native umgestellt haben. Container bieten hier nicht nur eine flexible Entwicklungsumgebung für neue Anwendungen, sondern ermöglichen auch ein agiles Verschieben von Workloads zwischen verschiedenen Anbietern. Dies geschieht abhängig von Kostenvorgaben und gewünschten Funktionen, richtet sich aber auch danach, wo eine einfachere Skalierung möglich ist.

Als Betriebsmodell gedacht, bietet die Cloud immer Mehrwerte

Um es klar zu sagen: Die Cloud ist weder ein geografischer Ort noch ein einzelner Anbieter – sie ist vielmehr ein Betriebsmodell, das sich überall bereitstellen lässt. Dieses Modell zeichnet sich durch Abstraktion aus, also durch die Wandlung starrer IT-Systeme in flexible Services, eine weitreichende Automatisierung und Self-Service-Funktionalitäten. Die Nutzer bekommen mehr Effizienz und können schneller auf Marktveränderungen reagieren. Statt monatelang auf die Bereitstellung neuer Ressourcen durch die Erweiterung der erforderlichen Hardware zu warten, können neue Services nun innerhalb weniger Stunden realisiert werden.

Das National Institute of Standards and Technology (NIST) hat es bereits vor mehr als einem Jahrzehnt auf den Punkt gebracht: „Cloud-Computing ist ein Modell, das einen ortsunabhängigen, benutzerfreundlichen und bedarfsgerechten Netzwerkzugriff auf einen gemeinsam genutzten Pool konfigurierbarer Rechenressourcen ermöglicht, die mit minimalem Verwaltungsaufwand oder minimaler Interaktion mit dem Service Provider schnell bereitgestellt und freigegeben werden können.“

Konsistenz ist der Schlüssel zur effizienten Multicloud

Folglich fahren Unternehmen am besten, wenn sie ihre Workloads dort platzieren, wo sie am besten aufgehoben sind. Und das ist heute oft das eigene Rechenzentrum – also nicht einmal eine hybride Cloud, sondern eine komplette On-Premises-Lösung. Dort bleiben Firmeninterna und sensible Daten, die strengen Regularien unterliegen, unter der eigenen Hoheit. Dort oder an einem Colocation-Standort lässt sich eine „Multicloud per Design“ realisieren. Was bedeutet das? Die gewohnten Best-of-Breed-Anwendungen und -Systeme sind überall dieselben, ob nun On-Prem oder in der Cloud. Das IT-Team kann die gleiche Funktionalität, Leistung und Ausfallsicherheit der Enterprise-Klasse, auf die sie bereits vor Ort vertrauen, auch bei einem Hyperscaler nutzen und gleichzeitig von einem nahtlosen Management profitieren.

Dies verbessert die Datenmobilität und die betriebliche Konsistenz über verschiedene Umgebungen hinweg. Gleichzeitig stehen moderne Nutzungsmodelle, einschließlich As-a-Service- und Pay-as-you-go-Abonnements zur Verfügung, um die Kosten unter Kontrolle zu halten. Das, was die Cloud auszeichnet, gilt also über die komplette IT-Landschaft hinweg.

Die Vorstellung, dass die „Wolke“ etwas Mystisches, beinahe Himmlisches ist, passt gut zu unserem heutigen IT-Verständnis: Es geht nicht mehr um physische Grenzen, sondern um die grenzenlose Freiheit, die sich aus dieser Betriebsphilosophie ergibt. Dabei ist die Idee keineswegs neu, heute wahrscheinlich nur aktueller denn je. Denn moderne Workloads wie KI stellen besonders hohe Anforderungen an die Infrastruktur.

*Der Autor
Chris Kramar ist Managing Director für OEM Solutions in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Mitglied der Geschäftsleitung bei Dell Technologies Deutschland. Er hat Wirtschaftswissenschaften an der Freien Universität Berlin studiert und war vor Dell unter anderem bei Fujitsu und der Deutschen Telekom tätig.

Bildquelle: Dell Technologies

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