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Wie kommt KVM nachträglich auf ein bestehendes Centos-Systemen?
Soll KVM nachträglich auf einem bereits bestehenden Centos-Server eingespielt werden, muss der Workshop-Teilnehmer als root zunächst den Befehl
yum install kvm
ausführen. Danach können mit dem Befehl
yum install virt-manager libvirt libvirt-python python-virtinst
die restlichen Pakete übertragen werden, die für die Arbeit mit KVM nützlich sind. Damit ist das KVM-Setup abgeschlossen.
Erstkonfiguration
Nach der Installation startet KVM unter Centos bereits mit einem virtuellen Default-Netzwerk, das die virtuellen Maschinen (VMs) über NAT mit dem externen Netz verbindet. Sollen die Gast-Systeme den externen Rechnern direkt Dienste anbieten, so wird es sinnvoll sein, statt dieses NAT-Netzwerks eine Bridge-Konfiguration einzurichten.
Für die Zwecke den Workshops reicht das virtuelle KVM-Standardnetz aus. Deswegen geht es nicht weiter mit der Konfiguration einer Netzwerk-Bridge.
Wenn darüber hinaus Interesse an Bridged-Networking besteht, so findet sich eine große Zahl an Howtos zu diesem Thema im Internet, beispielsweise auf der Red Hat-Seite.
Im laufenden Betrieb stehen zwei unterschiedliche Methoden zum Anlegen virtueller Maschinen zur Verfügung: Das grafische Konfigurations-Tool „“Virtual Machine Manager“, das sich unter „Anwendungen / Systemwerkzeuge“ findet, stellt einen Wizard für diese Aufgabe bereit. Alternativ dazu lässt sich dafür das Kommandozeilen-Werkzeug „virt-install“ einsetzen.
Das Setup einer virtuellen Maschine mit virt-install
virt-install --accelerate --hvm –network network:default –os-type=linux –os-variant=rhel5 --name centos5 --ram=2048 --file=/var/lib/libvirt/images/centos5.img --file-size=60 --vnc --cdrom=/dev/hda
Dieser Befehl erzeugt und startet eine neue VM für Centos 5 auf dem lokalen System. Der Parameter „accelerate“ sorgt dafür, dass KVM die Kernel-Beschleunigungsfunktionen einsetzt. „hvm“ bedeutet, dass der Hypervisor den Gast als vollständig virtualisiertes System anlegt und der „network“-Parameter verbindet die VM gleich mit dem erwähnten, NAT-basierten Standardnetzwerk.
Der Parameter „os-type“ gibt die Betriebssystemfamilie des Gasts (etwa Linux und Windows) an, während „os-variant“ im Detail definiert, welches Betriebssystem in der VM eingespielt wird. Sämtliche Betriebssysteme, die KVM als Guest unterstützt, finden sich im Kasten.
Die Parameter
„name“ legt den Namen fest, den die virtuelle Maschine erhält, „ram“ definiert die Größe des Arbeitsspeichers und „file“ erzeugt die Image-Datei, in der die VM ihre Daten ablegt. „file-size“ setzt die Größe dieser Image-Datei (hier 60 GByte), „vnc“ sorgt dafür, dass sich gleich ein Fenster für die Installation des Gast-Betriebssystems öffnet und „cdrom“ legt das für die Installation zu verwendende Laufwerk beziehungsweise Medium fest. Neben einem echten CD-Laufwerk kann das auch ein CD-ROM-Image sein.
Nachdem der Befehl eingegeben ist, öffnet sich das Fenster der neuen VM, Nun lässt sich sehen, das KVM standardmäßig eine Cirrus-Logic-Grafikkarte emuliert. Das Betriebssystem-Setup des Guest startet von der angegebenen CD. Die Installation der Centos-VM kann nun nach Nutzerwünschen erfolgen.
Wer mehr über „virt-install“ wissen will, schaut unter dem Befehl „virt-install –-help“ alle verfügbaren Parameter nach.
Der Autor:
Dr. Götz Güttich leitet das Testlabor IAIT in Korschenbroich. Hier geht es zu seinem Blog.
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