Nach einer Studie der Caseware International Inc. aus Toronto, haben Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Schwierigkeiten, Teams mit unterschiedlichen Qualifikationen zusammenzustellen. Technik kann Teile des Manpower-Defizits ausgleichen, so die Annahme. Sie planen in den kommenden zwei Jahren verstärkt in Technik zu investieren.
Das sind wohl kaum die richtigen Werkzeuge, um in einer IT-gesteuerten, gegebenfalls manipulireten und kriminell infiltrierten Gesellschaft eine Wirtschaftsprüfung vorzunehmen. Mehr IT, intelligente IT muss her.
(Bild: frei lizenziert: Steve Buissinne / Pixabay)
Laut Caseware-Studie sind Investitionen in Technologie sind für Wirtschaftsprüfungsunternehmen auf dem Weg ins Jahr 2024 eine der wichtigsten Prioritäten, während die Abmilderung des anhaltenden Fachkräftemangels und das Schritthalten mit neuen Gesetzen für viele in der Branche weiterhin eine Herausforderung darstellen. Dies geht aus dem „2024 State of Accounting Firms Trends Report“ hervor, der Anbieter Cloud-basierter Anwendungen für Wirtschaftsprüfung, Finanzberichterstattung und Datenanalyse, veröffentlicht wurde.
Ein zweiter Bericht „2024 State of Internal Audit Trends Report“ unterstreicht den Bedarf an technischem Fachwissen inmitten der anhaltenden Probleme bei der Gewinnung und Bindung von Spitzenkräften. Caseware erforscht jährlich die weltweiten Perspektiven der Berufe im Bereich Rechnungslegung und Abschlussprüfung. Beide Berichte beruhen auf Umfragen unter Praktikern aus aller Welt, die Ende 2023 durchgeführt wurden.
Technologieübernahme
Die Unternehmen sind eindeutig entschlossen, in Technologie zu investieren: 77 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre finanziellen Aufwendungen in den nächsten zwei Jahren entweder erheblich oder leicht steigen werden. Dies entspricht einem Anstieg von 8 Prozent im Vergleich zu den Ergebnissen der Umfrage von 2023.
Innovative Technologien halten schnell Einzug in die Buchhaltungslandschaft, wobei die generative KI ein bemerkenswertes Beispiel ist. Obwohl die Software erst im Jahr der Durchführung unserer Umfrage auf den Markt kam, gaben mehr als 10 Prozent der Befragten an, dass sie zu den drei wichtigsten Bereichen für geplante Software-Investitionen im Jahr 2024 gehört. Software für die Auftragsabwicklung (Rechnungsprüfung, Prüfung und Zusammenstellung, Steuern usw.) wurde von 21 Prozent der Befragten als einer der drei wichtigsten Investitionsbereiche für das kommende Jahr genannt.
Fachkräfte fehlen
Die Einstellung und Bindung von Talenten ist nach wie vor ein zentrales Thema für Wirtschaftsprüfungsunternehmen. Insgesamt gaben 88 Prozent der Befragten an, dass die Einstellung und Bindung von Talenten in gewissem Maße eine Herausforderung darstellt, wobei 47 Prozent dies als eher schwierig und 41 prozent als äußerst schwierig bezeichneten.
Die Unternehmen beginnen jedoch, Maßnahmen zu ergreifen: 32 Prozent bieten Schulungsprogramme an, um bestehende Mitarbeiter weiterzubilden, 27 Prozent bieten neu geschaffene Funktionen und Fähigkeiten in ihrem Unternehmen an und 24 Prozent entscheiden sich für die Inanspruchnahme eines externen Dienstleisters für die Suche nach geeigneten Miatarbeitern.
David Osborne, Chief Executive Officer von Caseware International, bemerkt: „Technik ist ein Magnet für diejenigen, die einen Berufseinstieg in Betracht ziehen. Die Unternehmen, die den Erwartungen der Buchhaltungs- und Wirtschaftsprüfungsexperten von morgen nicht gerecht werden, werden erleben, dass ihre talentierten, dynamischen Mitarbeiter zu Konkurrenten abwandern, die ein Technik-affineres, fortschrittlicheres Umfeld bieten."
Gesetze und Verordnungen
Der Umgang mit neuen Gesetzen und Verordnungen wurde von den Umfrageteilnehmern am häufigsten als Herausforderung genannt: 16 Prozent bestätigten, dass dies ihr Hauptproblem sei. Dies verdeutlicht den Druck, unter dem die Unternehmen stehen, um mit dem heutigen dynamischen und schnelllebigen Regulierungsklima Schritt zu halten.
Da das globale wirtschaftliche und regulatorische Umfeld immer komplexer wird, wenden sich die Kunden zunehmend an ihre Wirtschaftsprüfer, um Rat und Anleitung zu erhalten. Infolgedessen steigt die Nachfrage nach Kundenberatungsdiensten. 76 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Unternehmen in diesem Bereich entweder ein erhebliches (23 Prozent) oder ein geringes (53 Prozent) Wachstum verzeichnet.
Die Suche nach qualifizierten Prüfern
Qualifizierte Prüfer zu finden und zu halten ist etwas einfacher als im Vorjahr, aber immer noch schwierig. Auf die Frage, wie schwierig es sei, die richtigen Talente für ihr Unternehmen zu finden und zu halten, gaben fast 90 Prozent der Befragten an, dass dies entweder eine große oder eine gewisse Herausforderung sei.
Da die Nachfrage nach technologischem Fachwissen in den Abteilungen der internen Revision besonders groß ist, ist es klar, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Teams aufbauen wollen, die für die Prüfung der Zukunft gerüstet sind. Bei der Untersuchung der von den Abteilungen gesuchten Qualifikationen gaben 18 Prozent der Befragten Data Science an, während IT-Audit und Cyber-Sicherheit 15 Prozent beziehungsweise 12 Prozent ausmachten. Auf künstliche Intelligenz entfielen 9 Prozent der Antworten, während die Prüfung von Betrugsfällen die am häufigsten gesuchte nicht-technische Fähigkeit war (10 Prozent) und ESG 8 Prozent ausmachte.
Stand: 08.12.2025
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Vertrauen in die Datenanalyse
Viele Unternehmen setzen auf die Datenanalyse, um ihre Prüfungstätigkeit zu unterstützen und zu verbessern. Auf die Frage nach dem Einsatz von Datenanalysen bei ihren Prüfungen gaben 21 Prozent an, dass sie nun bei allen Prüfungen Analysen einsetzen, während weitere 57 Prozent angaben, dass sie bei einigen Prüfungen selektiv Datenanalysen einsetzen.
Ian Kirton, ein Experte für Innenrevision, kommentiert: „Es ist keine Überraschung, dass der Einsatz von Datenanalysen zunimmt. So stellen sich die Prüfer der Herausforderung, mit weniger mehr zu erreichen. Analytik hilft ihnen, Risiken zu erkennen, Kontrollen neu zu bewerten und kontinuierliche Prüfungen durchzuführen."
Ein wichtiger interner Druck für die Prüfungsteams ist die Notwendigkeit, mit weniger Zeit und Ressourcen mehr zu erreichen. Rund 30 Prozent der Befragten nannten dies als ihre wichtigste Aufgabe. Die Prüfer sehen sich mit höheren Anforderungen an die Berichterstattung konfrontiert, zum Beispiel in Bezug auf ESG, DEI und Kultur, oft ohne entsprechende Budgeterhöhung, so dass die Teams bei der Durchführung ihrer Prüfungen so effizient wie möglich sein müssen.
Zu beobachtende Trends
Caseware hat die „Umfrage zum Stand der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften 2024“ von der zweiten Septemberwoche bis zur zweiten Novemberwoche 2023 durchgeführt. Sie wird in fünf Sprachen angeboten: Englisch, Spanisch, Französisch, Niederländisch und Deutsch, und es wurden 2.054 validierte Umfragen ausgefüllt. Es gingen Antworten aus 49 Ländern ein, wobei die höchsten Beteiligungsraten aus den Vereinigten Staaten, Kanada, Südafrika und dem Vereinigten Königreich kamen. Der am häufigsten gewählte Titel unter den Befragten war Partner/Managing Partner mit etwas mehr als einem Drittel (34,6 Prozent).
(Bild: Caseware Intenalional Inc.)
2024 State of Accounting Firms Trends Report
Obwohl 73 Prozent der Befragten angeben, dass sie entweder derzeit DEI-Initiativen in ihrem Unternehmen umsetzen oder dies planen, gestehen erschreckende 27 Prozent, dass sie dies nicht tun und keine Pläne dafür haben.
Die Modernisierung der Kanzleien geht weiter: 76 Prozent der Kanzleien geben an, dass sie entweder reine Cloud-Tools oder eine Mischung aus Desktop und Cloud für die Verwaltung ihrer Kanzlei nutzen. Dies ist ein Anstieg von 17 Prozent gegenüber den Ergebnissen von 2023.
17 Prozent der Befragten nutzen Offshoring, um den Fachkräftemangel in der Rechnungslegung zu beheben.
Caseware hat die „Umfrage zum Stand der Internen Revision 2024“ von der zweiten Septemberwoche bis zur zweiten Novemberwoche 2023 durchgeführt. Sie wurde in fünf Sprachen verteilt – Englisch, Französisch, Deutsch, Niederländisch und Spanisch – und 1.068 Personen haben die Umfrage ausgefüllt. Die häufigste Berufsbezeichnung der Umfrageteilnehmer war „Innenrevisor" mit 21 Prozent, gefolgt von „Manager der Innenrevision" mit 16 Prozent und „Leiter der Innenrevision" mit 14 Prozent.
(Bild: Caseware Intenalional Inc.)
2024 State of Internal Audit Trends Report
Nur 10 Prozent der Befragten geben an, dass die Einstellung und Bindung der richtigen Talente für ihr Unternehmen überhaupt keine Herausforderung darstellt.
76 Prozent der Befragten bestätigen, dass die Zahl der Mitarbeiter in ihrer Innenrevisionsabteilung im vergangenen Jahr entweder gestiegen oder gleich geblieben ist.
Im vergangenen Jahr verzeichneten 45 Prozent einen Anstieg der ESG-bezogenen Prüfungsarbeiten.
Über Caseware International Inc.
Caseware International bietet weltweit Desktop- und Cloud-fähigen Anwendungen für Rechnungsprüfung, Assurance, Finanzberichterstattung und Datenanalyse für Wirtschaftsprüfungsunternehmen, Gesellschaften sowie staatliche Aufsichtsbehörden. Die Tools und Plattformen des Unternehmens nutzen mehr als einer halben Million Kunden in 130 Ländern.