Geschichte des Microsoft-Betriebssystems Windows-Historie, Teil 3 – Trennung und Konsolidierung der Systeme
Während Millionen Anwender die DOS-basierte Windows 9x-Reihe nutzen, baut Microsoft parallel das alte OS/2-Projekt zu einer parallelen Windows-Familie aus – auch abseits der Intel-Prozessoren. Erst Jahre später werden beide Linien in der bislang populärsten Version vereint. Teil 3 der Windows-Retrospektive.

Wie bereits im ersten Teil der Winows-Historie erwähnt, veröffentlichte Microsoft in den Jahren 1992 und 1993 nominell drei Varianten von „Windows 3.1“: Ein „reguläres“ Windows für Heimanwender, das an kleine bis mittelgroße Netzwerke gerichtete „Windows 3.1 for Workgroups“, und schließlich – am 27. Juli 1993, Windows NT 3.1, das an große Netzwerke gerichtet war. Trotz des ähnlichen Namens und der nahezu identischen grafischen Oberfläche zu den anderen erwähnten Windows-Versionen schlug im Inneren von NT ein komplett anderes Herz.
Ende der 80er Jahre arbeiteten Microsoft und IBM noch gemeinsam an einem möglichen Nachfolger zu „MS-DOS“ (beziheungsweise „PC-DOS“, wie es in einer von IBM vertriebenen und weiterentwickelten Fassung auch hieß). Es sollte ein modernes, zukunftsorientiertes Betriebssystem werden und mehrere Eigenschaften verknüpfen, die DOS fehlten. Dazu zählten Dinge wie echte beziehungsweise verbesserte Multitasking-Eigenschaften, effizientere Speicherverwaltung und ein neues, optimiertes Dateisystem.
Die Entwicklung von „OS/2“ verlief allerdings sehr holprig, was nicht zuletzt an den unterschiedlichen Geschäftsphilosophien der beiden Partner lag: Microsoft wollte wie schon mit MS-DOS eine Softwareplattform, die für möglichst viele verschiedene PCs verfügbar war. IBM wollte hingegen ein Betriebssystem, das exklusiv für die eigenen Rechner optimiert war, um deren Verkauf anzukurbeln.
Unterschiedliche Konzepte bei IBM und bei Microsoft
Auch hatten beide Unternehmen zu jenem Zeitpunkt unterschiedliche Ansätze, was die Softwareentwicklung betraf. IBM nutzte noch Lines of Code, die Anzahl geschriebener Codezeilen, als Maßeinheit, um die Produktivität von Programmierern zu ermitteln. Microsoft-Entwickler nutzten dagegen kürzeren, direkteren Code. Während IBM daher Microsoft als unproduktiv wahrnahm, empfanden die Microsoft-Programmierer IBM als ineffizient.

Während die Entwicklung und die allgemeine Akzeptanz von OS/2 stagnierten, wuchs gleichzeitig die Popularität von Microsoft Windows enorm. Insbesondere das äußerst erfolgreiche Release von Windows 3.0. OS/2 Version 1 setzte innerhalb von 4 Jahren gerade einmal 300.000 Exemplare ab. Microsoft verkaufte dagegen innerhalb von nur 4 Monaten über eine Millionen Kopien von Windows 3.0.

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