Observability hat sich in den vergangenen Monaten und Jahren stetig weiterentwickelt. Der Trend geht hin zu einer zunehmenden Demokratisierung von Observability durch Plattform-Angebote und ein Shift-Left-Denken.
Observability wird erschwinglicher, unkomplizierter und offener – Nutznießer sind die Unternehmen, die ihre virtuelle IT-Infrastruktur im Auge behalten müssen.
Bei Observability geht es um das Beobachten – von Software, Prozessen und Geschäftstätigkeiten. Dabei erfasst ein Observability-Tool auch nicht-technische Probleme und ermöglicht so ein vollständigeres Bild des gesamten Business. Beispiel: Bleiben zum Wochenende bei einem Onlinehändler immer viele Bestellungen länger liegen, hat das vielleicht nichts mit der Software zu tun, sondern damit, dass am Wochenende niemand die Bestellungen bearbeitet.
Viele Unternehmen hatten bisher nicht die Möglichkeit, eigene Observability-Lösungen aufzusetzen, weil ihnen personelle, finanzielle oder zeitliche Ressourcen für die Implementierung fehlen. Derzeit findet allerdings eine Demokratisierung von Observability statt. Denn die Zahl der Plattform-Lösungen, die ohne große interne Ressourcen und Instrumentierung einfach aufgesetzt werden können, nimmt stetig zu.
Dank dieser Entwicklung sind immer mehr Unternehmen dazu in der Lage, ihren Software-Stack zu überwachen. Außerdem sorgen Open-Source-Tool-Integrationen, „Shift-Left“-Denken und eine Vereinfachung der Darstellung von Kennzahlen dazu, dass Observability in mehr Bereichen eingesetzt werden kann. Die Demokratisierung erfolgt also sowohl auf Anbieter- als auch auf Nutzerseite. Fünf Aspekte lassen sich gut benennen:
Metriken für alle
Während Daten aus selbst erstellten Lösungen früher vor allem technisch versierten Mitarbeitenden zur Verfügung standen, können mithilfe der richtigen Observability-Plattform alle Beteiligten auf die Daten zugreifen. Individualisierbare Dashboards können die wichtigsten Indikatoren schnell und einfach darstellen. Denn am Ende steht alles in Relation zu Businessdaten.
Keine Development-Fachkraft muss sich heute noch intern dafür rechtfertigen, ein Tool zur Observability zu kaufen, wenn die Downtime Rates sichtbar reduziert werden (praktischerweise zeigt das Tool das auch eindeutig an). Auch kann der Zugriff individualisiert und so vor Anwendungsfehlern geschützt werden. Kein IT-Ops-Team muss mehr Blut und Wasser schwitzen, wenn der CEO auf das Tool zugreift, da mithilfe der richtigen Dashboards Änderungen am Tool dann schlichtweg nicht möglich sind.
Shifting left
Die Grundidee hinter Shift-Left ist einfach: IT-Fachkräfte im Backoffice stellen ihren weniger erfahrenen Front-Office Kollegen und -Kolleginnen ihr Wissen zur Verfügung und ermöglichen ihnen damit, schwierigere Fragen selbst zu lösen. In Bezug auf Observability werden die Vorteile der Monitoring-Praxis früher eingesetzt. Durch den Shift nach links bauen Developer Anwendungen bereits in einem Umfeld mit Observability. Gleichzeitig können sie Anwendungen im Nachgang auch besser überwachen. Mithilfe von Plattformen, die eine individuelle Preisgestaltung ermöglichen, sind zusätzlich auch neue Anwendungen leichter in die Observability-Praxis von Unternehmen einzubinden.
Individuelle Preisgestaltung
Viele Plattformen bieten vordefinierte Pakete und individuelle Zugriffe. Dies schlägt sich auch in der Preisgestaltung nieder. So können Unternehmen entscheiden, wer welche Rechte im System bekommt. Nicht jede Person, die auf die Dashboards zur Einschätzung der Uptime zugreifen will, braucht volle Rechte für das Tool. Je weniger “Zugriff” benötigt wird, desto günstiger kann ein User-Profil sein. Flexible Bezahlsysteme tragen dazu bei, dass Observability demokratisiert werden kann, indem sie die Kosten skalierbar je nach Bedarf und Unternehmensgröße macht.
Schnelle Instrumentierung
Je nach Branche, Unternehmensgröße und Kenntnisstand im Unternehmen, können mithilfe vorgefertigter Pakete die richtigen Tools schneller implementiert werden. So können Unternehmen ihren Software-Stack oder Teile dessen, schnell instrumentieren und die Daten direkt einsehen und nutzen. Es braucht kein weiteres Personal und keine lange Übergangszeit zum Aufsetzen von Ende-zu-Ende-Observability.
Dashboards können mithilfe von künstlicher Intelligenz schnell anzeigen, wie Systeme laufen und wann die Gefahr besteht, dass sie ausfallen. Ein übersichtliches Farbschema sorgt außerdem dafür, dass die gewonnenen Daten leicht zu verstehen sind und es keine Fachleute für die Interpretation von Handlungsempfehlungen braucht.
Kein Vendor-Lock-In durch Open Telemetry
Die großen Plattformanbieter haben inzwischen verstanden, dass ihre Kundinnen und Kunden auch Open-Source-Tools nutzen wollen. Diese machen einen Vendor-Lock-In inhärent unmöglich, da Open Source niemandem gehört. Statt die Anwenderunternehmen mit komplexen Systemen im eigenen Tool-Universum „einzusperren“, ermöglichen Plattformanbieter zunehmend auch den Wechsel. Es muss nicht alles aus einer Hand erfolgen; alle können entscheiden, welche Tools von welcher Plattform welches Providers sie nutzen möchten.
Stand: 08.12.2025
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Fazit
Klaus Kurz
(Bild: New Relic)
Observability ist heute längst kein Tool mehr, das ausschließlich Big Enterprises vorbehalten ist: Anbieter stellen sich mit flexiblen Preissystemen, skalierbaren Produkten und Open Source längst darauf ein, die Ende-zu-Ende-Überwachung des IT-Stacks für alle möglich zu machen. Sicher, noch kann nicht jedes Unternehmen Observability nutzen, doch Plattformanbieter arbeiten daran, die Hürden immer weiter abzubauen, sodass die Zukunft des IT-Monitorings bald flächendeckend einsetzbar ist: Die Demokratisierung der Observability schreitet voran und wird vielen Unternehmen in Zukunft ganz neue Möglichkeiten bieten, ihre Daten und Prozesse sicher und gewinnbringend einzusetzen.
* Klaus Kurz ist seit Herbst 2019 Director, Solutions Consulting Central Europe bei New Relic. Hier führt er ein stetig wachsendes Team an Solution Engineers, Solution Consultants und Solution Architects, das Kunden bei der Umsetzung ihrer Digitalisierungspläne unterstützt. Zuvor arbeitete er 15 Jahre bei Adobe und füllte Positionen vom Manager Business Development bis zum Head of Solution Consulting für Zentral- und Osteuropa.