Energie-Effizienz im Rechenzentrum - eine Frage des Messens

Wer nur auf die PUE schaut, der verliert

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Andere Ansätze zur Messung der Effizienz

Amazon misst beispielsweise, wie viele Transaktionen pro Wattstunde durchgeführt werden.
Amazon misst beispielsweise, wie viele Transaktionen pro Wattstunde durchgeführt werden.
(Bild: Fernando Madeira/Fotolia.com)
Trotzdem wissen inzwischen einige, progressive Manager, dass ihre Rechenzentren mit intelligenten Lösungen eine Vorreiterrolle in Sachen Energie-Effizienz spielen könnten. Frühere, einfache Lösungen konzentrierten sich allein auf die Stromzufuhr. Moderne, intelligentere Lösungen berücksichtigen zusätzlich, welche Server im Leerlauf sind, und bieten die Möglichkeit, Outlets einzeln oder in Gruppen je nach Auslastung an- und auszuschalten.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Server im Leerlauf können tatsächlich abgeschaltet werden, die Energiekosten werden reduziert, und eine kostspielige generelle Nachrüstung des Rechenzentrums kann gegebenenfalls vermieden werden. Enlogic beispielsweise bietet intelligente Power Distribution Units (iPDUs) an, mit denen Server einfach an und/oder wieder ausgeschalten werden können.

Entscheidend ist nicht die PUE, sondern die Performance

Statt auf eine einzelne Metrik zu setzen, versuchen Betreiber moderner Rechenzentren deren Leistung zu steigern und gleichzeitig den Energieverbrauch zu senken. So zum Beispiel der US-amerikanische Internet-Händler Amazon. Statt der PUE misst Amazon, wie viele Transaktionen pro Wattstunde durchgeführt werden. Auch eBay und Google verfolgen inzwischen ähnliche Ansätze und messen die Anzahl ihre Auktionen oder Suchanfragen pro Wattstunde.

Das zeigt, die Zeiten in denen die durchaus nützliche PUE das alleinige Maß aller Dinge war, sind inzwischen vorbei. Insbesondere eignet sich dieser Wert nicht mehr, um Rechenzentren untereinander zu vergleichen. Umgekehrt werden Rechenzentren zukünftig nur dann erfolgreich sein, wenn sie ihren Energieverbrauch genau messen und kontrollieren. Wer das nicht tut, muss damit rechnen, über kurz oder lang von fortschrittlicheren Konkurrenten überholt zu werden.

Der Autor:

Mike Jansma ist Mitgründer und Chief Marketing Officer bei Enlogic (siehe: Kasten).

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