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CO2-Kennzahl Was ist Technology Carbon Efficiency (TCE)?

Von lic.rer.publ. Ariane Rüdiger 2 min Lesedauer

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Wie sieht es mit dem Verhältnis zwischen Energiebedarf eines Rechenzentrums und seinem gesamten Kohlendioxid-Ausstoß aus? Das misst die Kennzahl Technology Carbon Efficiency (TCE).

Die Kennzahl TCE erfasst die Kohlendioxid-Effizienz von Rechenzentren.(Bild:  frei lizenziert/Gert Altmann /  Pixabay)
Die Kennzahl TCE erfasst die Kohlendioxid-Effizienz von Rechenzentren.
(Bild: frei lizenziert/Gert Altmann / Pixabay)

Technology Carbon Efficiency (TCE) ist ein Parameter zur Bewertung der Rechenzentrumseffizienz. Hier wird gemessen, wie „grün“ die vom Datacenter verbrauchte Energie ist.

Dafür teilt man die von der Einrichtung verbrauchte Energie (in Kilowattstunden, kWh) durch die Kohlendioxid-Emissionen des Rechenzentrums in Tonnen Kohlendioxid. Je größer der Wert, desto besser. In der Praxis wird dieser Parameter allerdings selten angewendet. Das liegt auch an den Problemen bei der Berechnung, etwa bei der Vergleichbarkeit mit anderen Messungen, beispielsweise vom Vorjahr oder von anderen Einrichtungen.

Welche Kohlendioxid-Emissionen?

Klar muss vor allem sein, welche Kohlendioxid-Emissionen in den Gesamt-Output, durch den der Energieverbrauch der Einrichtung geteilt wird, einfließen sollen: nur die der Einrichtung (Scope 1)? Auch die von Nebentätigkeiten wie Anfahrten der Mitarbeiter oder Besorgungsfahrten (Scope 2)? Oder die der gesamten Lieferkette, also zum Beispiel die, die entstehen, wenn Rechner, Server, Storage gebaut oder geliefert werden (Scope 3)?

Selbstverständlich sind die Werte für Scope 3 am schwierigsten zu erfassen, da sie eine tiefe Kenntnis der gesamten Lieferkette und von deren Kohlendioxid-Outputs erfordern. Diese ist derzeit in vielen Rechenzentren eher nicht vorhanden. Zwar könnte das Lieferkettengesetz das ändern, doch ist die Aufgabe, sich Durchblick bis zum kleinsten Zulieferteil der genutzten Aggregate zu verschaffen kein Job für schwache und kurzatmige Gemüter.

Die Bestrebungen, Lieferketten im Gefolge des Ukraine-Krieges wieder stärker zu lokalisieren, könnten hier hilfreich sein. Man fährt eben eher einmal ins europäische Ausland oder die Nachbarschaft, um einen Lieferanten genau anzusehen als nach Asien oder in die USA.

Kohendioxidgehalt der Energieträger

Auch die elektrische Energie, mit der das Rechenzentrum versorgt wird, fließt in den Nenner ein. Wie viel Kohlendioxid wirklich darin steckt, hängt davon ab, wie diese Energie gewonnen wird. Garantiert nahezu Kohlendioxid-frei sind Erneuerbare, am besten solche, die nachweislich in der Nähe erzeugt und übers Netz an den Kunden geliefert werden.

Kommt das EE-Zertifikat aus Norwegen, Schweden oder anderen Ländern, zu denen es nur sehr wenige Stromleitungen gibt, kann man oft genug von Doppelzählungen ausgehen: Der Datacenter-Kunde ordert ein Grünstrom-Zertifikat, der Strom wird weiter im Ursprungsland des Zertifikats verbraucht, der Strom fürs Rechenzentrum kommt weiter aus dem heimischen Netz mit seiner gemischten Versorgung. Und der Provider hängt sich ein grünes Mäntelchen um, er hat ja bezahlt.

Notstromaggregat: Noch immer Diesel

Für echte Klimaneutralität bringt das nichts. Eigentlich müsste man in solche Fällen also für den Eingang in den Teiler die Kohlendioxid-Last des deutschen Netzes zugrunde legen oder einen Beweis fordern, dass tatsächlich sauber gerechnet wurde, also: dass der erzeugte EE-Strom nur einmal – entweder im deutschen RZ oder im Herkunftsland) verbraucht wurde.

Wie viel Kohlendioxid ein Rechenzentrum emittiert, hängt natürlich auch vom Brennstoff der Notstromversorgung ab. Hier wird es sich meistens um Diesel handeln, der dann auch der Berechnung zugrunde gelegt werden muss. Andere Brennstoffe haben einen anderen Kohlendioxid-Output, wobei es Tabellen dafür gibt, wie viel jeweils welcher Brennstoff emittiert.

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