Verloren im Labyrinth der IT-Begriffe? Hier finden Sie Definitionen und Basiswissen zu Rechenzentrums-IT und -Infrastruktur.

Kabel-Management im Rechenzentrum Was ist eine Central Patching Location (CPL)?

Von lic.rer.publ. Ariane Rüdiger 2 min Lesedauer

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Der Standard in Rechenzentren ist heute die strukturierte Verkabelung. In deren Zentrum steht die Central Patching Location (CPL).

Central Patching Locations (CPLs) erleichtern das Kabel-Management in großen Installationen. (Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Central Patching Locations (CPLs) erleichtern das Kabel-Management in großen Installationen.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Rechenzentren stehen immer vor der Frage, wie sie die oft aufwändige und unübersichtliche Verkabelung ihrer digitalen Ressourcen möglichst effizient, einfach und wenig fehleranfällig gestalten. Außerdem soll die Verkabelung so ausgelegt sein, dass sie ein späteres Wachstum der Infrastruktur unterstützt.

Kommt also ein neuer Schrank hinzu, wäre es günstig, wenn sich die Verkabelung mit den vorhandenen Hardware-Ressourcen bewältigen ließe. Und wenn Ressourcen aussortiert oder anderswo platziert werden, sollte dies nicht gleich Chaos auslösen, sondern möglichst einfach und fehlerfrei zu bewerkstelligen sein.

Eine zentrale Kabelverteilung

Ein Weg dazu ist eine Central Patching Location (CPL). Alternativ spricht man auch von Central Patching Field. Der deutsche Begriff ist zentraler Kabelverteiler. Angeboten werden diese Geräte von vielen Herstellern für Datacenter-Kabelinfrastruktur oder Rechenzentrums-Equipment.

Eingesetzt werden CPLs innerhalb einer zweistufigen Switch-Architektur (Spine and Leaf). Dabei werden die Zugangs-Switches (Access Switches), die direkt mit den Servern verbunden sind, als Leaf bezeichnet. Darüber liegen die Verteiler-Switches (Spine).

Die Spine-Leaf-Struktur von Netzwerken lässt sich gut mit einer CPL kombinieren.(Bild:  HPE)
Die Spine-Leaf-Struktur von Netzwerken lässt sich gut mit einer CPL kombinieren.
(Bild: HPE)

Jeder Leaf-Switch ist mit jedem Spine-Switch verbunden. Das sorgt für hohe Ausfallsicherheit und Bandbreite. Zudem kann ein solches Netz, das ohne Spanning-Tree-Protokoll auskommt, den zunehmenden Datenverkehr zwischen Servern (Ost-West-Verkehr) besser bewältigen als die traditionellen Dreischicht-Netzwerkarchitekturen früherer Jahre.

Patch-Kabel und Ports für jedes Gerät

Infolge der Vermaschung zwischen den Geräten muss in der zentralen Kabelverteilung mehr Glasfaser verwaltet werden. CPLs dienen dazu, dies möglichst übersichtlich zu gestalten. Dort finden sich Patch-Kabel und Ports für jeden im Gesamtsystem vorhandenen Port und jedes Gerät. CPLs repräsentieren also eine kondensierte Verkabelungssicht auf das Gesamtsystem.

Ein typisches CPL-System von Panduit.(Bild:  Panduit)
Ein typisches CPL-System von Panduit.
(Bild: Panduit)

Ist eine CPL vorhanden, werden Veränderungen bei Infrastrukturerweiterungen oder -modifikationen an der CPL vorgenommen und nicht mehr direkt an den Switches oder Endgeräten. Dafür werden die Patch-Kabel in der CPL einfach entsprechend hinzugefügt, weggenommen oder umgesteckt.

Frames, Bays und sichere Türen

CPLs bestehen aus so genannten Frames, einzelnen rahmenförmigen Strukturen, die die Ports enthalten. Mehrere Frames befinden sich in einem Gehäuse (Bay), mehrere Bays können wiederum in einem modularen Schrank stecken, der die gesamte Installation zusammenfasst. Sicherheitstüren verhindern unbefugte Zugriffe.

Außerdem enthalten CPLs herstellerspezifische mechanische und/oder elektronische Hilfsmittel zur Kabelführung. Auch Beschriftungshilfen gibt es. Manche Hersteller liefern digitale Tools mit, die ebenfalls helfen sollen, das Patching zu beschleunigen und Patching-Fehler zu vermeiden.

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