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Effizienzparameter und -kennzahl Was ist Datacenter Space Efficiency (DCSE)?

Von lic.rer.publ. Ariane Rüdiger 2 min Lesedauer

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Wie effektiv Rechenzentren mit dem vorhandenen Platz umgehen, ist ein Qualitätskriterium. Auskunft darüber gibt die Kennzahl für Data Center Space Efficiency (DCSE).

Wie effizient ein Rechenzentrum seinen Platz ausnutzt, beschreibt der Parameter DCSE.(Bild:  frei lizenziert/Pexels /  Pixabay)
Wie effizient ein Rechenzentrum seinen Platz ausnutzt, beschreibt der Parameter DCSE.
(Bild: frei lizenziert/Pexels / Pixabay)

Immer neue Indikatoren beschreiben, wie effektiv Rechenzentren arbeiten. Eher selten hört man von einem Indikator, den das Marktforschungs- und Bertungsunternehmen Gartner entwickelt hat: der Data Center Space Efficiency (DCSE). Hier geht es weniger um die Umwelt als um ein Maß für noch vorhandene oder schon ausgelastete Whitespace-Kapazitäten.

Dafür wohl hat sich Gartner etwa 2016 den damals neuen Parameter DCSE ausgedacht. Es handelt sich um den Quotienten aus der fürs Rechenequipment genutzten Fläche und der gesamten dafür verfügbaren Fläche. Je näher der Wert der 1 rückt, desto voller ist das Rechenzentrum.

Berechnung im Detail

Dabei gibt es eine Teilberechnung für die Vertikale (Vertical Space Utilization, VSU) und einen für die Horizontale (Horizontal Space Utilization, HSU). Der erste beschreibt den leeren Raum in den Racks, gemessen in Rack Units, der zweite die Zahl der vorhandenen im Verhältnis zu den möglichen Serverschränken.

VSU wird berechnet als Verhältnis zwischen installierten Standard-Rack-Einheiten mit einer Höheneinheit im 19-Zoll-Format und den verfügbaren Rack Units im gesamten Rechenzentrum. Der optimale Wert, 1, entsprechend 100 Prozent, ist laut Gartner oft nicht erreichbar, weil eine volle Auslastung beispielsweise die Stromversorgung oder die Kühlmöglichkeiten in den Racks überfordert.

Wie viele Racks passen in den Raum, wie viele sind da?

Die Berechnung des HSU geschieht analog: Zahl der vorhandenen durch die Zahl der möglichen Racks. 100 Prozent sind gerade bei Co-Location-Anbietern schwer erreichbar, wenn Kunden Abstand zu den Rechnern oder Cages von anderen Kunden wünschen.

Um DCSE zu ermitteln, wird nun das geometrische Mittel aus VSU und HSU gebildet. Das heißt: Die beiden Werte für die Parameter VSU und HSU sind miteinander zu multiplizieren. Je näher das Gesamtergebnis einer 1 kommt, desto voller das Rechenzentrum.

Anwendungsmöglichkeiten

Ein Berechnungsbeispiel: Es wäre möglich, 100 Rack Units zu füllen, es sind aber nur 50 gefüllt. Dann ergibt sich für VSU (50/100)= 0,5. Gleichzeitig sind von 100 verfügbaren Rack-Stellplätzen nur die Hälfte belegt. Dann ergibt sich für HSU nochmals (50/100)= 0,5.

Der DCSE-Wert wäre dann 0,5x0,5=0,25 und damit 0,75 vom Idealwert entfernt. Drei Viertel des Platzes wären noch verfügbar. Das ist in neuen Co-Location-Rechenzentren, die für späteren Zuwachs gebaut werden, sicher keine Seltenheit.

Eine weitere Verwendungsmöglichkeit ist die Kalkulation der räumlichen Auswirkungen von Infrastrukturveränderungen, also etwa des Austauschs von 1U- gegen 2U-Server oder umgekehrt.

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