Im Rahmen der Übernahme von VMware durch Broadcom ändern sich Lizenzierung, Editionen und verfügbare Bundels. Generell wurden die verfügbaren Produkte und Bundles drastisch reduziert. Wir geben einen Überblick.
Hinsichtlich der aktuellen Produkt- und Lizenzpolitik von Broadcom für die Marke VMware hat sich bei vielen Anwendern extreme Wut aufgebaut.
(Bild: allvision - stock.adobe.com)
Unternehmen, die auf VMware-Produkte setzen, haben es aktuell nicht leicht. Broadcom geht bei seiner Produktpolitik sehr aggressiv vor, und hat an verschiedenen Produkten dramatisch den Rotstift angesetzt. Man merkt vor allem schnell, dass Broadcom an KMU weniger Interesse hat als an großen Unternehmen. Das ist auch der Grund, warum immer mehr Unternehmen zu Microsoft Hyper-V, Proxmox oder zu anderen Lösungen wechseln. Generell gibt es im Grunde genommen bei VMware nur noch vier Produkte/Bundles, die für Unternehmen zur Verfügung stehen:
vSphere Essentials Plus Bundle (VVEP) – Kleinster Einstieg für KMU
vSphere Standard (VVS) – Für mittlere Netzwerke sinnvoll, vCenter Standard inklusive, kann in bestimmten Szenarien günstiger sein als Essentials Plus
vSphere Foundation (VVF) – Für mittlere Netzwerke interessant
VMware Cloud Foundation (VCF) – Größte Variante zur Virtualisierung kompletter Rechenzentren
VMware bietet derzeit darüber hinaus keine vergünstigten Lizenzen an, mit denen Kunden von Perpetual-Lizenzen zu Subscription-Lizenzen wechseln können. Partner haben von Broadcom Informationen zu Preisen ihrer CSP-Lizenzen bekommen.
Broadcom vereinfacht den Überblick – Das ändert sich für Unternehmen
Man könnte die aktuelle Produktpolitik von Broadcom auch so auslegen, dass Unternehmen jetzt einen sehr viel besseren Überblick zu den verfügbaren Produkten haben, da schlicht und ergreifend viele Lizenzvarianten nicht mehr vorhanden sind. Der kostenlose ESXi/vSphere Free Hypervisor wurde eingestellt. Hier hat Microsoft mit dem Hyper-V-Server aber auch nicht anders agiert, denn dieser steht für Windows Server 2022 und vermutlich auch für Windows Server 2025 nicht mehr zur Verfügung.
Seit Februar 2024 gibt es von vSphere keinerlei Perpetual-Lizenzen mehr und auch die Academic-Lizenzen wurden eingestellt. Die Lizenzierung von VMware vSphere läuft nur noch über Core-Lizenzen (physische CPU-Kerne). KMU-Lizenzen wie vSphere Essentials gibt es schlicht und ergreifend nicht mehr.
Neue vSAN-Lizenzen sind über Essentials Plus-Lizenzen und Standard-Lizenzen nicht mehr verfügbar. Wollen Unternehmen vSAN nutzen, brauchen Sie VMware Cloud Foundation. Hinzu kommt, dass es aktuell keine Upgrade-SKUs von Perpetual auf Subscription gibt.
Allerdings lassen sich wenigstens die neuen Subscription-Lizenzen mit vorhandenen Perpetual-Lizenzen kombinieren. Einzellizenzen für bestimmte Produkte wie vCenter gibt es nicht mehr. Hier müssen Unternehmen das entsprechende Bundle lizenzieren. Läuft der Support für ein Produkt aus, müssen Unternehmen die eingesetzten Produkte nach den neuen Subscription-Paketen lizenzieren oder ohne Support einsetzen, was natürlich nicht zu empfehlen ist. Support-Verträge lassen sich nicht verlängern. Diesen Weg wollen viele Kunden nicht gehen und migrieren daher zu anderen Lösungen am Markt.
Darauf müssen KMU jetzt achten: vSphere Standard versus Essentials Plus
Es gibt keine VMware vSphere Essentials-Lizenzen mehr. Dieses Bundle wird durch vSphere Essential Plus ersetzt. Dabei handelt es sich um ein Abonnement/Subscription, das pro Core (CPU-Kern) lizenziert wird. Dies gilt generell für alle neuen Lizenzen. Der Preis bei Essentials Plus liegt bei etwa 4.500 Euro pro Jahr (96 Cores für 3 Hosts enthalten). Bei längerer Laufzeit sinkt der Preis, zum Beispiel auf etwa 15.000 Euro für eine Abo-Laufzeit von 5 Jahren. Essentials Plus erlaubt den Betrieb von 3 Hosts mit zusammen maximal 96 Kernen mit einem vCenter Essentials. Eine Anbindung an vSAN ist bei diesem Paket nicht möglich.
Wenn die CPUs in den drei Host weniger Kerne umfassen, gibt es keinen Rabatt. Daher ist es sinnvoll, auf Hardware zu setzen, die in den drei lizenzierten Hosts auf 96 CPU-Kerne kommt. Pro CPU müssen mindestens 16 Kerne lizenziert werden, auch wenn diese weniger Kerne umfasst. Bei Essentials Plus ist es nicht möglich weitere Core-Pakete dazuzukaufen. Die Begrenzung einer Lizenz liegt bei Essentials Plus bei 96 Cores, da es sich dabei um ein Gesamtpaket handelt. Bei anderen Paketen, zum Beispiel vSphere Standard oder VMware Cloud Foundation lassen sich einzelne Core-Pakete dazubuchen.
Teilweise kann es für ein Unternehmen günstiger sein, auf vSphere Standard zu setzen. Mit dabei ist bei diesem Bundle auch vCenter Standard. Diese Edition kostet für 16 Kerne etwa 1.000 Euro/Jahr. Das ist auch die Mindestlizenzierung. Verfügt eine Hardware über eine CPU mit weniger Kernen, ist dennoch eine 16-Core-Lizenz notwendig. Rein rechnerisch ist daher in einer Umgebung mit 4 CPUs mit je 16 Kernen die Lizenzierung von vSphere Standard günstiger als der Einsatz von Essentials Plus. Das sollten Unternehmen vor dem Abschluss des Abonnements berücksichtigen.
Wenn die Hardware nicht die maximale Anzahl an CPU-Kerne ausnutzt, die bei einer Lizenz inkludiert sind, ist vSphere Standard oft günstiger als Essentials Plus. Bei vSphere Standard ist auch vCenter Standard dabei. Damit lassen sich unbegrenzt Hosts anbinden. Bei vCenter Essentials lassen sich nur drei Hosts anbinden.
VMware konzentriert sich auf große Unternehmen
KMU sind für VMware anscheinend nicht mehr interessant. Generell will Broadcom über VMware Cloud Foundation vor allem komplette Rechenzentren virtualisieren. Ein Wechsel von vSphere Enterprise Plus zu vSphere Foundation ist ein möglicher Weg. KMU können auch auf vSphere Foundation setzen. Hier sind erweiterte Funktionen zur Verschlüsselung von VMs und der Distributed Resource Scheduler (DRS) dabei. Diese Funktionen sind auch für KMU interessant, allerdings enthält vSphere Foundation auch Funktionen, die für KMU eher nicht interessant sind. Hinzu kommt der wesentlich höhere Preis, der für vSphere Foundation aufgerufen wird. Hier ist es für Unternehmen häufig attraktiver, auf Hyper-V, Proxmox oder andere Virtualisierer zu setzen.
Stand: 08.12.2025
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vSphere Foundation bietet Enterprise-Funktionalitäten auch für KMU
vSphere Foundation ist die Variante, die auch für KMU Enterprise-Funktionen bietet, wie im letzten Absatz bereits gezeigt. Mit dabei sind vSphere Enterprise Plus, vCenter Standard, Tanzu Kubernetes Grid, Aria Suite Standard (ehemals vRealize) und Zugang zu vSAN Enterprise (läuft ab, wenn das vSAN Add-On verfügbar ist). Der Preis liegt pro CPU-Kern und Jahr bei etwa 180 Euro, bei der Lizenzierung über 3 Jahre bei etwa 380 Euro. Das vSAN-Add-On liegt bei etwa 280 Euro/TiB, es müssen mindestens 8 TiB/CPU lizenziert werden.
Die größte Variante, die VMware by Broadcom anbietet, ist VMware Cloud Foundation (VCF). Diese umfasst im Grunde genommen alle Produkte, die zur Virtualisierung in Rechenzentren von VMware zur Verfügung stehen – auch NSX. Die Preise liegen bei 460 Euro/Jahr und CPU-Kern bei einer Laufzeit von einem Jahr. Wer ein Abonnement über 3 Jahre abschließt, muss mit etwa 330 Euro/Jahr und Core rechnen. Auch hier müssen pro CPU mindestens 16 Cores lizenziert werden. In dieser Variante stehen parallel dazu die meisten Add-Ons zur Verfügung, die sich in den anderen Editionen nicht zubuchen lassen, zum Beispiel Cloud DR, ATP, FW oder Load Balancer.