Kostenlose Tools erleichtern die Arbeit und Verwaltung

Virtuelle Disks (VHDs) in der Praxis: Tools und Möglichkeiten, Teil 2

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Das Kommando muss unbedingt mit einem sogenannten „Elevated Command Prompt“ gestartet werden: Das Fenster für die Eingabeaufforderung, in dem diskpart aktiv ist, benötigt bei der Ausführung unbedingt Administratorrechte. Dies kann einfach durch einen Rechtsklick auf die Eingabeaufforderung mit anschließender Auswahl des Eintrags „Als Administrator“ ausführen geschehen.

Bei dem zuvor gezeigten Aufruf wird das Programm den Speicherplatz in der Größe 200 MByte sofort auf der Festplatte allokieren, im Dateisystem findet sich eine 200 MByte große Datei mit dem Namen „Testplatte.vhd“. Bei einer so geringen Größe wie 200 MByte ist das sicher ein sinnvoller Weg. Doch im praktischen Einsatz werden wohl viel häufiger VHD-Dateien in ganz anderen Dimensionen benötigt werden.

Deshalb steht unter diskpart natürlich auch die Möglichkeit zur Verfügung, eine weiterbare virtuelle Festplatte anzulegen. Der Platz wird nur dann erweitert, wenn es wirklich notwendig wird. Dies kann ganz einfach geschehen, in dem das Kommando zum Anlegen der virtuellen Festplatte um den Parameter „type=expandable“ erweitert wird, allerdings muss trotzdem einen Maximalgröße festgelegt werden:

create vdisk file=“T:\tmp\VHDs\Testplatte2.vhd“ maximum=3000 type=expandable

In diesem Fall wird zunächst nur ein etwa 8 KByte großer VHD-Container im Dateisystem angelegt. Nun geht es also darum, mit dieser VHD-Datei unter Einsatz des diskpart-Kommandos auch direkt von der Kommandozeile aus zu arbeiten. Dazu benötigt der Administrator noch einige weitere Befehle innerhalb der diskpart-Software, wie etwa „select“ und „attach“. Danach kann die virtuelle Platte wie eine normale Festplatte bearbeitet und verwendet werden. Das diskpart-Programm zeigt nach Eingabe von „help“ eine Liste der möglichen Befehle und deren Parameter an, mit denen man diese Arbeiten ausführen kann.

Hilfsprogramme erleichtern die Arbeit

Die meisten Anbieter von Virtualisierungslösungen stellen zusätzliche Hilfsprogramme zur Verfügung, die es beispielsweise ermöglichen, relativ einfach einen physikalischen Server in ein virtuelles System zu konvertieren (als P2V bezeichnet) – als Ergebnis steht dem Anwender dann auch oft eine VHD-Datei zur Verfügung, in der sich das entsprechende System befindet. Auch Microsoft stellt diverse Hilfsprogramme zur Verfügung, von denen wir hier eines exemplarisch vorstellen möchten.

Ein kostenloses Werkzeug für die schnelle Umwandlung von Festplatten-Images in virtuelle Festplatten stellen Mark Russinovich und Bryce Cogswell aus der ehemaligen Sysinternals-Crew, die in der Zwischenzeit ein fester Bestandteil von Microsoft ist, zum direkten Download auf Microsofts Technet bereit. Dieses Programm heißt „Disk2vhd“ und liegt als gezippte Datei vor, die einfach nur entpackt werden muss.

Nach dem Aufruf kann das Programm mittels eines Snapshots eine laufende physische Maschine in eine VHD-Datei und zwar im Festplatten-Format einer Virtual Machine (VM) von Microsoft konvertieren. Diese VMs lassen sich dann auf einen Server mit Hyper-V oder aber auf ein System mit Virtual PC hochladen und dort einsetzen.

Auch Oracles freie Virtualisierungslösung Virtual Box kann diese virtuellen Maschinen problemlos als Gastsysteme betreiben. Für die Konvertierung der Festplatten-Images kann das Programm über einen englischsprachigen Dialog bedient werden, in dem sich die gewünschten Laufwerke angeben lassen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, das Tool über die Kommandozeile aufzurufen und es so in eigene Skripts einzubinden. Unter dem Namen „VHD Tool“ stellt Microsoft zudem noch eine reine Kommandozeilen-Lösung zum Download zur Verfügung, mit der nicht nur schnell und leicht sehr große VHD-Container angelegt werden können, sonders mit der ein Administrator beispielsweise auch beschädigte Snapshot-Dateien des Hyper-V bis zu einem bestimmten Grad wieder reparieren kann.

Lesen sie den ersten Teil „Virtuelle Disks (VHD) – die Basis der Virtualisierung, Teil 1“.

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