Testing Life Cycle Test smarter, not harder – 6 Phasen des Software Testing

Ein Gastbeitrag von Adonis Celestine* 5 min Lesedauer

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Die Qualitätssicherung von Software hat sich von einer reinen Endkontrolle zu einem kontinuierlichen Prozess entwickelt. Der Software Testing Life Cycle (STLC) bietet ein klares Framework, um Fehler frühzeitig zu erkennen, Kosten zu senken und die Qualität von Software nachhaltig zu steigern.

Das Software-Testen ist und bleibt ein ongoing process. (Bild:  MINTU - stock.adobe.com / KI-generiert)
Das Software-Testen ist und bleibt ein ongoing process.
(Bild: MINTU - stock.adobe.com / KI-generiert)

Die Qualitätssicherung von Software hat sich in den vergangenen Jahren von einer abschließenden Überprüfung zu einem integralen, kontinuierlichen Prozess gewandelt. Was einst als finale Kontrolle vor dem Release betrachtet wurde, ist heute ein wichtiger Bestandteil aller Phasen der Software-Entwicklung.

Der Software Testing Life Cycle (STLC) bietet ein Framework, mit dem Unternehmen sicherstellen können, dass ihre Software sowohl funktional als auch nutzerfreundlich ist. Jede Phase des STLC hat dabei klare Ziele und Aufgaben, die miteinander verzahnt sind. Doch dieser Prozess birgt auch Herausforderungen, die durch agile Methoden besser gemeistert werden können.

1. Die Anforderungsanalyse

Die Anforderungsanalyse bildet den Ausgangspunkt des STLC. In dieser Phase wird geprüft, welche funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen an die Software gestellt werden. Gemeinsam mit Entwicklungsteams und anderen Abteilungen evaluieren Tester:innen, wie sich diese Anforderungen am besten testen lassen. Die Phase ist wichtig, da unklare oder unvollständige Anforderungen oft zu Missverständnissen und späteren Problemen führen können.

Und in dieser Phase ist es wichtig, alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen, um die Anforderungen zu klären und mögliche Lücken zu identifizieren. Oft werden Methoden wie Mindmapping oder Root-Cause-Analysen eingesetzt, um potenzielle Schwachstellen im Vorfeld zu erkennen. Fehlt es jedoch an ausreichender Dokumentation oder Unterstützung durch die Stakeholder, kann sich die Analyse schwierig gestalten.

2. Die Testplanung

Basierend auf den Erkenntnissen der Anforderungsanalyse wird in der Testplanung festgelegt, wie das QA-Team die Tests durchführt. Das umfasst die Entwicklung einer Strategie, die Definition von Testumgebungen und die Zuweisung von Ressourcen. Ein gut durchdachter Plan schafft nicht nur Klarheit für die Tester:innen, sondern auch für andere Abteilungen, die an den Testprozessen beteiligt sind.

Eine solide Testplanung berücksichtigt Risiken, Zeitrahmen und den Ressourceneinsatz. Darüber hinaus werden in diesem Schritt Kriterien festgelegt, die den Erfolg der Tests messen.

Eine große Herausforderung besteht darin, die Planung flexibel genug zu gestalten, um auf Änderungen in den Anforderungen reagieren zu können. Besonders in agilen Umgebungen, in denen sich die Rahmenbedingungen ständig ändern, ist eine kontinuierliche Abstimmung zwischen den Teams erforderlich.

3. Das Testfalldesign und die -entwicklung

In der Phase des Testfalldesigns und der -entwicklung erstellen Tester:innen konkrete Testfälle, die sicherstellen, dass alle Anforderungen der Software geprüft werden. Dabei müssen die Testfälle so gestaltet sein, dass sie einerseits umfassend, andererseits jedoch effizient durchführbar sind. Die Erstellung von Testdaten und die genaue Spezifikation der Testumgebungen sind ebenfalls Teil dieser Phase.

Beispiel einer Tracibility-Matrix aus Wikipedia. (Bild:   / CC BY )
Beispiel einer Tracibility-Matrix aus Wikipedia.
(Bild: / CC BY )

Ein besonderes Augenmerk liegt darauf, die Testfälle wiederverwendbar und anpassungsfähig zu gestalten, damit sie auch in zukünftigen Software-Iterationen genutzt werden können. Ein häufig genutztes Werkzeug in dieser Phase ist die Traceability-Matrix, die Anforderungen mit entsprechenden Testfällen verknüpft und somit eine vollständige Abdeckung sicherstellt. Dennoch bleibt es eine Herausforderung, ausreichend flexibel auf Änderungen zu reagieren und gleichzeitig Randfälle nicht zu übersehen.

4. Das Einrichten der Testumgebung

Die Einrichtung der Testumgebung ist eine Schlüsselphase im STLC, da sie den Rahmen für alle folgenden Testaktivitäten bildet. Dabei geht es nicht nur um die technische Infrastruktur, sondern auch um die Bereitstellung realistischer Testdaten und die Nachbildung der Produktionsumgebung. Dabei benötigt es besondere Sorgfalt bei den Konfigurationen, um sicherzustellen, dass die Umgebung die realen Nutzungsbedingungen möglichst genau widerspiegelt.

Das so genannte Smoke Testing gibt es nicht nur in der Software-Entwickung. Gebräuchlich ist er auxh im handwerklichen Bereich zum Beispiel in der Gas- und Wasserinstallation, der Elektronik oder beim Bau von Holzblasinstrumenten. (Bild:  frei lizenziert:  Pavel Voltr /  Pixabay)
Das so genannte Smoke Testing gibt es nicht nur in der Software-Entwickung. Gebräuchlich ist er auxh im handwerklichen Bereich zum Beispiel in der Gas- und Wasserinstallation, der Elektronik oder beim Bau von Holzblasinstrumenten.
(Bild: frei lizenziert: Pavel Voltr / Pixabay)

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Durchführung von so genannten Smoke Tests, die eine erste Überprüfung der grundlegenden Funktionalität der Software ermöglichen. Diese Tests geben Aufschluss darüber, ob die Software bereit für umfassendere Testläufe ist. Die Herausforderungen in dieser Phase liegen häufig in der Verwaltung komplexer Umgebungen, insbesondere bei Anwendungen, die

auf mehreren Plattformen laufen.

5. Die Testausführung

Die eigentliche Testausführung ist die zentrale Phase im Software Testing Life Cycle. Hier werden die zuvor definierten Testfälle systematisch ausgeführt, um mögliche Fehler und Abweichungen von den Anforderungen aufzudecken. Das geschieht sowohl manuell als auch automatisiert, je nach Art der Tests und den verfügbaren Ressourcen.

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Während der Testausführung werden Fehler dokumentiert und an das Entwicklungsteam weitergeleitet, das diese behebt. Anschließend folgt eine erneute Überprüfung, um sicherzustellen, dass die Änderungen keine neuen Probleme verursachen – ein Prozess, der als Regression Testing bezeichnet wird.

Besonders in agilen Umgebungen, in denen häufige Änderungen an der Software vorgenommen werden, ist diese Phase äußerst dynamisch. Automatisierte Tests spielen hier eine wichtige Rolle, um die nötige Geschwindigkeit und Abdeckung zu gewährleisten.

6. Der Testzyklusabschluss

Im letzten Schritt des STLC wird der Testprozess abgeschlossen und die Ergebnisse dokumentiert. Ein Abschlussbericht fasst die Testergebnisse zusammen, bewertet die Qualität der Software und gibt Einblicke in mögliche Verbesserungspotenziale. Zudem werden alle verwendeten Ressourcen wie Testskripte und Umgebungen archiviert, um sie in zukünftigen Projekten nutzen zu können.

In dieser Phase wird auch Feedback von Stakeholder:innen eingeholt, um sicherzustellen, dass keine wesentlichen Aspekte übersehen wurden. Diese Rückmeldungen können wichtige Impulse für zukünftige Testzyklen liefern und dazu beitragen, den Prozess kontinuierlich zu verbessern. Die Herausforderungen liegen oft in der Analyse aller relevanten Daten und der klaren Kommunikation von Erkenntnissen über Abteilungsgrenzen hinweg.

Qualitätssicherung ist eine Daueraufgabe

Der Software Testing Life Cycle ist weitaus mehr als ein notwendiger Schritt vor dem Release. Er ist ein dynamischer und strukturierter Prozess, der Unternehmen dabei unterstützt, hochwertige Software zu entwickeln und wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein tiefes Verständnis der STLC-Phasen sowie die Integration agiler Ansätze ermöglichen es Unternehmen, ihre Qualitätssicherung zu optimieren, Kosten zu senken und die Zufriedenheit ihrer Nutzer:innen zu steigern.

*Der Autor
Adonis Celestine ist Senior Director und Automation Practice Lead bei Applause. In dieser Rolle hilft er Applause-Kunden, einen kundenorientierten Ansatz für die Qualität als Teil ihrer Qualitätsentwicklungsevolution zu verfolgen. Er ist Experte für Testdaten-Management und Compliance sowie für Automatisierungswerkzeuge.

Bildquelle: Applause

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