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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 11

Standards für die Inhouse-Verkabelung lokaler Netze im Überblick

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Stecker und Link-Level

Die im Verkabelungssystem verwendeten Stecker müssen die in der jeweiligen Kategorie (3, 4 oder 5) festgelegten Leistungen erfüllen. Diese Kategorien haben jedoch nur wenig mit den EIA/TIA-Kategorien zu tun. Im Standard werden zudem die Link Level definiert, auf die wir gleich noch kommen.

Ein Gesamtsystem muss aus Komponenten bestehen, die einen bestimmten Link Level erreichen. Dies kann entweder dadurch erreicht werden, dass Komponenten bestimmter Qualitätsstufen nach im Standard angegebenen Regeln verarbeitet werden, was dann hinterher nicht mehr geprüft werden muss, oder dass man durch das Gesamtdesign eines Systems einen bestimmten Link Level sicherstellen kann, was allerdings erst durch eine Prüfung nachgewiesen werden muss.

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Kabelempfehlungen

In der Tertiärebene sollte die Verkabelung für alle Anwendungen mit symmetrischen Kabeln erfolgen. Lediglich in Ausnahmefällen, z.B. bei Forderung nach erhöhter Abhörsicherheit, kann eine Installation von Glasfaserkabeln in Frage kommen.

Als bevorzugter Typ wird das Kabel mit 100 Ohm genannt, alternativ sind aber auch Kabel mit 120 und 150 Ohm zugelassen und mit elektrischen Spezifikationen versehen worden. In der Sekundärebene können ebenfalls symmetrische Kabel für Sprache und Daten langsamer bis mittlerer Geschwindigkeit verwendet werden. Die Glasfaser wird für die Datenübertragung mittlerer bis hoher Geschwindigkeit empfohlen.

In der Primärebene werden schließlich symmetrische Kabel nur in Ausnahmefällen gesehen, z.B. dort, wo die Übertragungskapazität von Glasfaserkabeln nicht benötigt wird, also bspw. bei reinen Telefonnetzen. Ansonsten wird auch wegen der Überwindung von Erdpotentialunterschieden und anderen Störquellen hier immer Glasfaser bevorzugt. Im Standard sind hier Multimode-Gradientenindexprofilfasern mit 62,5/125 mm und alternativ mit 50/125 mm vorgesehen.

Link-Klassen

Die Link-Klassen sind der eigentliche Kern des Standards, da hierüber sichergestellt werden soll, dass nicht eine unglückliche Mischung von Komponenten zu einer schlechten Gesamtleistung führt. Dies ist auch nötig, da in der Vergangenheit immer wieder irre Kombinationsmöglichkeiten auftauchten.

Die Link-Klassen A bis D, die für Verbindungen mit symmetrischen Kabeln angegeben sind, und der so genannte Optische Link schaffen hier Klarheit. Unsymmetrische Übertragung wird aufgrund von Nebensprechen, Erdpotentialunterschieden und EMV nicht empfohlen.

Die Link-Klasse A ist für Sprach- und andere Niederfrequenzübertragung einschließlich des Geländebereiches mit Frequenzen bis maximal ca. 100 kHz gedacht.

Die Link-Klasse B ist für Anwendungen mit mittleren Datenraten einschließlich des Geländebereiches gedacht und bis maximal 1 MHz Bandbreite spezifiziert.

Die Link-Klasse C ist für Anwendungen hoher Bitraten bei kurzen Entfernungen mit einer maximalen Frequenz von bis zu 16 MHz spezifiziert.

Die Link-Klasse D schließlich ist für Anwendungen sehr hoher Bitraten bei kurzen Entfernungen mit einer maximalen Bandbreite von bis zu 100 MHz definiert.

Die Link-Klasse E spezifiziert Bandbreiten bis zu 200 MHz.

Die Link-Klasse F legt einen ACR-Wert von 4dB bei 600 MHz Bandbreite fest. Sowohl die Klasse E als auch die Klasse F benötigt heute niemand wirklich.

Der Optische Link wird als unkritisch angesehen, da beim heutigen Stand der Technik die optische Leitung für konventionelle Anwendungen nicht der limitierende Faktor ist.

Ein weiteres in die Standardisierungsempfehlung einfließendes Maß ist das Dämpfungsverhältnis in Relation zum Nahnebensprechverhältnis, ACR. Neben den Werten für Dämpfung und NEXT muss auch der ACR-Wert stimmen, damit eine Kabelanlage einer bestimmten Link-Klasse entspricht.

Über den ACR-Wert wird festgelegt, ob das Signal/Rauschverhältnis des Gesamtsystems für die erforderliche Bitrate ausreicht. Dass die Empfängerempfindlichkeit von standardkonformen Geräten ausreicht legt der Parameter „maximale Link-Dämpfung“ fest, und dass die maximalen Rauschbeiträge bei jitterempfindlichen Anwendungen nicht zu hoch werden kann über den Parameter NEXT gesteuert werden.