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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 11

Standards für die Inhouse-Verkabelung lokaler Netze im Überblick

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Der Unterschied zwischen Level und Kategorie

In der Spezifikation sind bestimmte Werte für Dämpfung und Nebensprechdämpfung sowie weitere Charakteristika bezogen auf bestimmte Frequenzen angegeben. So muss die Dämpfung bei einem Level-5-Kabel bei 20 MHz kleiner als 8,4 dB/100m und bei 100 MHz kleiner als 20 dB/100m sein. Konkrete Zwischenwerte beispielsweise für 65 oder 87 MHz werden vom Standard jedoch nicht ausgewiesen.

Bei einem „Kategorie“-Kabel dürfen die Werte jedoch zwischen zwei vorgegebenen Frequenzen nicht schlechter sein als jene auf einer gedachten Linie zwischen den beiden angegebenen Werten. Ein „Level“-Kabel bezeichnet ein Medium, für das diese erhöhte Qualitätsanforderung nicht gilt; ein „Level“-Kabel darv also auch schlechtere Zwischenwerte aufweisen.

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Die magischen 100 m sind die maximal im Rahmen des Standards angenommene Distanz zwischen Endgeräteanschluss und Verteilerraum. Die Tabelle in Abbildung 3 zeigt die wichtigsten Charakteristika der Kabel. Die in der Tabelle auftretende Bezeichnung NEXT ist die US-Bezeichnung für Nahnebensprechdämpfung.

Weitere Probleme ergeben sich hinsichtlich einer einheitlichen Impedanz. Die Impedanz ist, wie in einem vorausgegangenen Beitrag bereits ausgeführt, der Wellenwiderstand des unendlich langen Kabels. Sender und Empfänger müssen an die Impedanz des Kabels angepasst sein, da falsche Impedanzen zu Empfängerreflexionen und einer höheren Dämpfung führen.

Der ISO/IEC-Standard 11801

Der EIA/TIA-568-Standard ist sehr stark auf US-Verhältnisse zugeschnitten, was in der Praxis immer wieder zu Detailproblemen führt. Außerdem ist immer noch strittig, ob die Kabel nach EIA/TIA-Klassifikation den ab 1.1.1996 verschärften europäischen EMV-Vorschriften genügen. Zu diesem Datum sind nämlich die bis dahin geltenden Übergangsbestimmungen abgelaufen und für Kommunikationsanlagen gilt seither die Norm EN 55022, Grenzwertklasse B, in der die Abstrahlung von Funkstörstrahlung im Frequenzbereich zwischen 150 kHz und 1000 MHz definiert wird.

ISO/IEC DIS 11801 „Generic Cabling for Customer Premises“ gibt Empfehlungen zum generellen Aufbau eines Verkabelungssystems, zu den einzusetzenden Kabeltypen, zu den Anforderungen an Kabel und Steckverbinder der Kategorien 3 bis 5 und eine Ende-zu-Ende-Spezifikation mit so genannten Link-Klassen. Für Anwender, Architekten und die Industrie sollen Richtlinien gegeben werden, die zu einem offenen, flexiblen Verkabelungssystem der erwarteten Lebensdauer von zehn Jahren führen.

Diese Grundstruktur sieht das übliche dreistufige Verkabelungskonzept vor. Es werden folgende Empfehlungen für die maximalen Entfernungen gegeben: vom Hauptverteiler (Campus Distributor, CD) bis zum Gebäudeverteiler (Building Distributor, BD) 1.500 Meter, vom BD bis zum Etagenverteiler (Floor Distributor, FD) 500 Meter und schließlich vom FD bis zur Anschlussdose (Telecommunication Outlet, TO) 90 Meter.

weiter mit: Stecker und Link-Level

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