Definition „Entwicklererfahrung" Wie lässt sich die Developer Experience verbessern?

Von Stephan Augsten 4 min Lesedauer

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Die Developer Experience, auch bekannt als DX oder DevEx, ist ein entscheidender Faktor in der Softwareentwicklung. Sie definiert sich durch die Erfahrungen, die Entwickler mit den Tools und Technologien sammeln, die sie für ihre Arbeit nutzen.

Eine gute Developer Experience hängt von vielen Faktoren ab, darunter Tooling, Fehlerkultur und Zusammenarbeit.(Bild:  Priscilla Du Preez /  Pixabay)
Eine gute Developer Experience hängt von vielen Faktoren ab, darunter Tooling, Fehlerkultur und Zusammenarbeit.

Die Developer Experience (DX, DevEx) ist in gewisser Weise mit der User Experience (UX) vergleichbar: UX konzentriert sich auf die Interaktionen und Erfahrungen der Endbenutzer mit einem Produkt. Die DX spiegelt die Erfahrungen der Entwickler mit den Tools und Technologien, die sie nutzen, sowie Aspekte der Unternehmenskultur wieder.

Eine positive DX kann Entwicklern dabei helfen, effizienter und effektiver zu arbeiten, und hat deshalb einen großen Einfluss auf die Softwareentwicklung. Genauso wie eine gute UX zu zufriedeneren Kunden führt, führt eine gute DX zu zufriedeneren und produktiveren Entwicklern.

Das Tooling macht viel aus

Eine positive Developer Experience hängt stark von der Auswahl, Benutzerfreundlichkeit, Dokumentation und Effizienz der eingesetzten Tools ab. Dabei ist es wichtig, eine gewisse Balance zwischen den Vorlieben verschiedener Teams bzw. jenen ihrer Mitglieder zu schaffen. Hier und da wird es Reibungspunkte geben, wenn Entwicklerinnen und Entwickler ihre gewohnten Werkzeuge verwenden wollen. Dies sollte aber im Gegenzug nicht zu einem Wildwuchs an Tools führen.

Vielmehr gilt es, in der Breite etablierte und akzeptierte Werkzeuge bereitzustellen, die vernünftig dokumentiert und/oder besonders intuitiv zu bedienen sind. Beides flacht die Lernkurve für neue Technologien ab. Beim Toolset ist außerdem darauf zu achten, dass die gewählten Werkzeuge performant und effizient arbeiten. Dies erlaubt es den Entwicklerinnen und Entwicklern, ihre Arbeit schneller zu erledigen.

Neben der allgemeinen Tool-Auswahl und Prozessgestaltung muss die Developer Experience auch die unterschiedlichen Bedürfnisse von Entwicklern in verschiedenen Rollen berücksichtigen. Beispielsweise benötigen Frontend-Entwickler oft Tools, die eine schnelle und effektive Gestaltung von Benutzeroberflächen ermöglichen. Backend-Entwickler legen derweil naturgemäß großen Wert auf leistungsstarke Server- und Datenbank-Management-Systeme.

Je nachdem, wie international ein Unternehmen aufgestellt ist, sollten Tools und Dokumentationen in verschiedenen Sprachen verfügbar sein. Ebenso gilt es, kulturelle Unterschiede in der Art und Weise, wie Technologien genutzt und verstanden werden, zu berücksichtigt.

Bereitstellung von Tools

Platform Engineering kann die Developer Experience erheblich verbessern. Es ermöglicht es Entwicklern, vorgegebene Tools und Technologien nach Bedarf zu nutzen. Ein gut konzipiertes Platform Engineering bietet eine einheitliche und gut dokumentierte Tool-Umgebung, die das Lernen und die Anpassung erleichtert.

Self-Service-Funktionen reduzieren begleitend den Bedarf an manueller Unterstützung und ermöglichen es Entwicklern, sich bei Problemen selbst zu helfen, bevor sie andere behelligen müssen. Dies führt zu einer schnelleren Problemlösung und höherer Produktivität. Darüber hinaus können diese Funktionen zur Automatisierung beitragen, ein weiterer Schlüsselfaktor zur Steigerung der Effizienz und Verbesserung der Developer Experience.

Automatisierung für weniger Frust

Wiederkehrende, aufwändige und anderweitig unliebsame Aufgaben langweilen und frustrieren im Arbeitsalltag. Deshalb kann Automatisierung die Developer Experience ebenfalls erheblich steigern. Außerdem reduziert sie menschliche Fehler und verbessert die Konsistenz der Arbeit.

Zu den Aufgaben, die sich gut automatisieren lassen, gehören etwa das Testen von Code, das Bereitstellen von Infrastruktur oder das Überwachen der Systemleistung. Durch die Einbindung von Continuous Integration und Continuous Deployment (CI/CD) in den Entwicklungsprozess wird die Effizienz zusätzlich erhöht.

All dies macht manuelle Schritte überflüssig und sorgt damit für eine schnelle Software Delivery. Darüber hinaus geht mit der Automatisierung eine bessere Skalierbarkeit einher, da Aufgaben problemlos auf mehrere Maschinen verteilt werden können.

Aktuelle und aufkommende Technologietrends spielen dabei auch Rolle. Beispielsweise hat der Aufstieg von Cloud-Computing-Plattformen und containerisierten Anwendungen die Art und Weise verändert, wie Entwickler ihre Umgebungen einrichten und verwalten. Die Einführung von Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen in Entwicklungstools kann Entwicklungsprozesse weiter automatisieren und personalisieren.

Aus Fehlern lernt man …

Feedback-Schleifen sind ein wesentliches Instrument in der Developer Experience. Sie ermöglichen es Entwicklern und Entwicklerinnen, schnell auf mögliche Probleme und neue Anforderungen zu reagieren und passende Lösungen zu finden. Eine positive Fehlerkultur spielt dabei eine entscheidende Rolle.

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Fehler sollten nicht als Misserfolge, sondern als Lerngelegenheiten gelten. Dies fördert eine offene Kommunikation und ermöglicht es, Probleme schnell zu identifizieren und zu lösen. Gleichzeitig fördert es die kontinuierliche Verbesserung, da Entwickler ermutigt werden, neue Ansätze auszuprobieren und aus ihren Fehlern zu lernen. So wird die Arbeit effizienter und die Zufriedenheit steigt.

… aus den Erfahrungen anderer auch

Eine Know-how-Plattform bietet einen zentralen Ort, an dem Entwickler auf wertvolle Informationen zugreifen können. Mit Wiki-Einträgen und Best Practices können sie schnell und effizient lernen, was die Entwicklung beschleunigt. Zudem fördert es die Konsistenz im Team, da alle auf denselben Wissensstand gebracht werden.

Eine entsprechende Plattform ermöglicht auch die Weitergabe von Expertenwissen, was zu einer verbesserten Code-Qualität führt. Darüber hinaus können durch den Austausch von Erfahrungen und Lösungen innovative Ideen entstehen.

In einer Community können sie derweil ihre Erfahrungen und Kenntnisse teilen, Lösungen für Herausforderungen finden und neue Ideen generieren. Zudem können sie Feedback zu ihren Projekten erhalten und ihre Fähigkeiten durch den Austausch mit anderen verbessern.

All das führt dazu, dass alle Entwickler auf einem ähnlichen Wissensstand sind. Ein weiterer Vorteil ist, dass neue Teammitglieder schneller eingearbeitet werden können.

DevSecOps

Sicherheitsvorgaben werden in der Softwareentwicklung oft als Hindernis wahrgenommen. Sie können den Entwicklungsprozess verlangsamen und die Freiheit der Entwickler einschränken. Hier kommt DevSecOps ins Spiel. Es integriert Sicherheitspraktiken in den DevOps-Prozess und stellt sicher, dass Sicherheitsanforderungen von Anfang an berücksichtigt werden.

DevSecOps fördert außerdem eine Kultur der gemeinsamen Verantwortung für Sicherheit. All das minimiert das Risiko von Sicherheitslücken und gewährleistet, dass die Software den Sicherheitsstandards entspricht. Außerdem verbessert DevSecOps die Entwicklererfahrung, da Sicherheitsprobleme aktiv angegangen werden, anstatt sie als nachträgliche Überlegung zu behandeln.

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