Aufhebung des Lieferstopps Nvidia darf KI-Chips nach China liefern

Von Ulrike Ostler 2 min Lesedauer

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Offenbar darf der US-Chip-Hersteller Nvidia seine „H20“-Chips an China liefern. Damit wird ein seit April dieses Jahres geltender Lieferstopp aufgehoben

Nvidia-Gründer und CEO Jensen Huang ist sowohl in Washington, D.C. als auch in Peking vorstellig geworden. (Bild:  Nvidia)
Nvidia-Gründer und CEO Jensen Huang ist sowohl in Washington, D.C. als auch in Peking vorstellig geworden.
(Bild: Nvidia)

Der Grafikprozessor H20 ist von Haus aus ein 'Kompromissprodukt, das speziell für den Chinsischen Markt entwickelt wurde.Das Modell gehört zur „Hx“-Serie, die auf der Hopper-Architektur basiert , wie das Modell „H100“. Allerdings hat der Hersteller die GPU modifiziert, um den US-Exportbeschränkungen für China zu entsprechen.

Damit lässt sich H20 durch reduzierte Bandbreite, Rechenleistung oder Interconnects wohl zurecht als „abgespeckter KI-Beschleuniger“ bezeichnen. Die Ausführung ist Teil eines Modell-Trios, das Nvidia Ende 2023 vorgestellt hatte. Darunter ist H20 das leistungsstärkstes Modell unter den genehmigungsfreien Varianten, „L20“ entspricht der Mittelklasse und „L2“ der Einstiegsvariante.

Schon unter dem US-Präsidenten Joe Biden hatte die USA die Hürden für den Verkauf von Hochleistungschips von CPUs auf GPUs nach China ausgeweitet und mit der Sorge begründet, das dortige Militär könnte die Hightech-Produkte gegen die Interessen der USA einsetzen.

Faustpfand im Handelsstreit

Doch unter Donald Trump war nun der Handelsstreit zwischen China und den USA, beziehungsweise der Streit um (Straf-)Zölle Schuld an den jüngsten Ausleiferungsverboten gewesen. Insbesondere hatte die USA verlangt, dass China die Ausfuhrkontrollen auf Seltene Erden lockere und in Peking wurde gefordert, dass der Export von Technologie wieder erlaubt werde.

Vor dem Auslieferungsstopp im April hatte Nvidia H20-Chips im Wert von 4,5 Milliarden Dollar nach China verkauft. Der Lieferstopp setzte auch dem Höhenflug der Marktkapitalisierung von Nvidia von über 4 Billionen Dollar ein Ende. Nvidia ist das erste Unternehmen, das diesen Meilenstein erreichte. Mit den Einbußen hatte Nvidia geschätzt, würde der Umsatz in diesem Quartal, das in diesem Monat endet, um 8 Mrd. Dollar sinken. Doch nun ist die an diesem Dienstagmittag um mehr als 4 Prozent gestiegen.

Jensen Huang auf der Konferenz „GTC 2025“ in Paris(Bild:  Nvidia)
Jensen Huang auf der Konferenz „GTC 2025“ in Paris
(Bild: Nvidia)

Dafür hat quasi ein Satz gereicht. Nvidia-CEO Jensen Huang sagte chinesischen Journalisten: „Ich kündige an, dass uns die US-Regierung Genehmigungen erteilt hat, Lizenzen für die Auslieferung von H20 zu beantragen.“ Nvidia werde also wieder anfangen, H20-Chips auf dem chinesischen Markt zu verkaufen.

Stippvisiten

Zu diesem Zeitpunkt, als die Nachricht der Lockerung eintraf ist, ist er in Peking zu Gast gewesen. Allerdings war Huang auch vorher im Weißen Haus, wo er Donald Trump getroffen und in seinem Resort Mar-a-Lago zu Abend gegessen hatte. .

US-Medien kommentieren, und warnen jedoch, Nvidia sei nach lange nicht aus dem Schneider. Angesichts seiner Position im glühenden Zentrum des KI-Booms sei nicht abzusehen, in welche Richtung die politischen Winde als nächstes wehen. So besteht derzeit eine Frist für die Regelung bezüglich Seltener Erden zunächst einmal nur sechs Monate ...

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