1.000 Qubits und neuartige Multi-Core-Architektur Leibniz-Rechenzentrum erhält Quantencomputer von Planqc

Von Martin Hensel 2 min Lesedauer

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Das Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (LRZ) in Garching bei München erhält seinen ersten Quantencomputer auf Basis neutraler Atome. Das System kommt vom Startup planqc und bringt 1.000 Qubits sowie eine neuartige Multi-Core-Architektur mit.

Das MAQCS-Konsortium mit Ministerpräsident Dr. Markus Söder bei der Eröffnung der planqc-Firmenzentrale in Garching.(Bild:  planqc)
Das MAQCS-Konsortium mit Ministerpräsident Dr. Markus Söder bei der Eröffnung der planqc-Firmenzentrale in Garching.
(Bild: planqc)

Das Projekt trägt die Bezeichnung „Multicore Atomic Quantum Computing System“ (MAQCS) und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Das Budget von rund 20 Millionen Euro deckt die Entwicklung und Installation eines 1.000-Qubit-Quantencomputers am Leibniz-Rechenzentrum ab. Dieses fortschrittliche System basiert auf neutralen Atomen sowie einer innovativen Multi-Core-Architektur und soll in die Supercomputer-Infrastruktur des LRZ integriert werden. Unterstützung kommt vom Max-Planck-Institut für Quantenoptik (MPQ), das gemeinsam mit der Projektleitung von planqc und dem LRZ das Projektkonsortium bildet.

„Die Überschreitung der Grenze von 1.000 Qubits und die Integration dieses Systems in ein Supercomputing-Ökosystem als Co-Prozessor sind ein großer Schritt nach vorne und bringen das deutsche Quanten-Ökosystem auf Augenhöhe mit globalen Wettbewerbern“, erklärt Alexander Glätzle, CEO und Mitgründer von planqc. Dieser Meilenstein sei ein wichtiger Schritt in Richtung kommerzieller Quantencomputer, die komplexe Probleme in verschiedenen Branchen wie der Pharmaindustrie, Materialentwicklung oder Kryptografie lösen können.

Führungsposition stärken

Die Projektpartner sehen Deutschland gut positioniert, eine führende Rolle im globalen Wettlauf um Quantencomputing einzunehmen. Technologische Innovation wie im MAQCS-Quantencomputer trägt dazu bei: Das System nutzt neutrale Atome in optischen Gittern als Qubits, die in einer Multi-Core-Architektur mit zwei unabhängigen Kernen und insgesamt 1.000 Qubits organisiert sind. Sie ermöglicht parallele Rechenprozesse und reduziert die Latenzzeit, indem ein Kern zurückgesetzt wird, während der andere weiterrechnet. Geschwindigkeit und Effizienz steigen damit erheblich. Das Projekt legt zudem besonderen Wert auf die Weiterentwicklung der Quanten-Fehlerkorrektur, was einen entscheidenden Schritt in Richtung zuverlässiger und fehlertoleranter Quantencomputer darstellt.

„Mit dem MAQCS-Projekt demonstriert planqc, wie die Technologie neutraler Atome das Quantencomputing vorantreiben kann. Unsere innovative Multi-Core-Architektur steigert nicht nur die Effizienz und Skalierbarkeit, sondern bereitet auch den Weg für Anwendungen in der realen Welt. Wir sind stolz darauf, diese Initiative anzuführen und planqc sowie Deutschland an die Spitze der globalen Quanteninnovation zu bringen“, verdeutlicht planqc-CTO Sebastian Blatt.

Das planqc-System stellt bereits den dritten Quantencomputing-Typ im Portfolio des LRZ dar: Bereits vorhanden sind ein 20-Qubit-Quantencomputer auf Basis supraleitender Schaltkreise von IQM sowie ein 20-Qubit-System von AQT auf Basis einer Ionenfalle.

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