Konzentrationsprozesse auch im R&D-Sektor zu erwarten Konzentration auf Produktentwicklung: R&D-Services durch Komplettanbieter

Redakteur: Ulrich Roderer

Der Markt für Research- und Development-Services (R&D) wächst. Deutsche Unternehmen kooperieren mit mit externen Partnern bei der Entwicklung neuer Produkte. Dabei geht ein Trend in Richtung Wertschöpfungspartnerschaften, wie sie etwa in der Automobilindustrie zwischen Hersteller und Zulieferern bereits etabliert sind.

Anbieter zum Thema

Große Anbieter positionieren sich deshalb zunehmend als Gesamtdienstleister von Research- und Development-Services und bieten von der Innovationsberatung über Produktdesign, Software- und Hardware-Entwicklung, Test Engineering, Systemintegration und After-Sales-Services die gesamte Leistungskette an. Kunden hätten durch die integrierten Leistungen einen geringeren Projektsteuerungsaufwand. Ein weiterer Vorteil seinen reduzierte Entwicklungskosten durch den Zugriff auf internationale Entwicklungs- und Test-Ressourcen. Die Anbieter übernähmen dabei auch mehr unternehmerisches Risiko.

Research- und Development-Services sind Dienstleistungen für die Technologie- und Produktentwicklung. Diese Dienstleistungen werden beispielsweise von Automobilherstellern, Herstellern in der Luft- und Raumfahrt oder Netzbetreibern in der Telekommunikations-Industrie nachgefragt.

Im Gegensatz zu klassischen IT-Services konzentrieren sich R&D-Services-Anbieter auf die Produkte des Auftraggeber-Unternehmens. Die fertige Lösung bleibt nicht im Auftraggeber-Unternehmen, sondern wird an den Endkunden weiterverkauft ? oft als Teilprodukt zusammen mit dem Gesamtprodukt.

Besondere Bedeutung bei der Auswahl des R&D-Services-Partners kommt der Branchen-Kompetenz des Dienstleisters zu. Aufgrund der steigenden Komplexität im Zuge der Vernetzung von Systemkomponenten müssen die Technologie-Berater und Entwicklungs-Spezialisten zusätzlich zu der Methoden- und Werkzeug-Kompetenz über ausgeprägtes Know-how der Gesamt-Produkte und ihrer Einsatzumgebungen verfügen.

Anbieterstruktur auf dem deutschen Markt

Insgesamt gestaltet sich der Anbietermarkt sehr heterogen. Das Spektrum der Anbieter reicht von kleinen Ingenieur-Büros mit nur zwei oder drei großen Auftraggebern über spezialisierte Zeitarbeits-Unternehmen wie Bindan oder Yacht bis hin zu branchenübergreifend aufgestellten Anbietern mit breitem Leistungsportfolio. Dazu zählen etwa ESG oder T-Systems, die sowohl IT-Beratung, IT-Dienstleistungen aber auch R&D-Services erbringen.

Nur wenige Anbieter sind bisher in der Lage, komplexe R&D-Prozesse komplett zu übernehmen. Tochtergesellschaften großer internationaler Anbieter wie TietoEnator oder Altran sind hier führend. Als neue Mitbewerber positionieren sich dazu Near- und Offshore-Anbieter am Markt, von denen die Großen überwiegend aus Indien stammen.

Konsolidierung am Anbietermarkt

Mittelfristig ist für den R&D-Services-Markt mit einer stärkeren Konsolidierung in Deutschland und auch international zu rechnen. Das Marktwachstum ist hoch, die Zahl der Spezialisten ist begrenzt. Bereits heute sind tausende Ingenieursstellen in Deutschland unbesetzt. Der Spezialistenmangel soll sich laut Studie „Der Markt für R&D-Services in Deutschland 2007“ von Lünendonk sogar noch verstärken.

Beispiele für Übernahmen in Deutschland sind unter anderem der deutsche Anbieter IVM Automotive mit etwa 800 Mitarbeitern, der vom schwedischen Anbieter Semcon übernommen wurde, die Akquisition der Albert Mühlenberg Apparatebau durch EDAG-SIGMA Concurrent Engineering oder Orca Engineering durch Ferchau.

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