Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Rechenzentren, bis hin zur Verkabelung. Neue Glasfaserstecker werden kleiner, dichter und leistungsfähiger und sind entscheidend für die Zukunft der optischen Datenübertragung.
Neue Steckerdesigns ermöglichen im Rechenzentrum höhere Packungsdichten und Bandbreiten auf engstem Raum, wie für KI-Computing notwendig.
(Bild: Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)
Die zentralen Aspekte der Künstlichen Intelligenz sind zum einen die Nutzung, zum anderen geht es um die Infrastruktur. Um die große Nachfrage nach KI bewältigen zu können, wird eine Vielzahl neuer Rechenzentren benötigt. Im Jahr 2024 existierten weltweit 567 Hyperscale-Rechenzentren. Bis 2030 wird mit einem Wachstum auf 738 Hyperscaler gerechnet – Tendenz steigend. Rund zwanzig Prozent der Rechenzentren weltweit werden für KI-Anwendungen genutzt. Auch diese Zahl wird voraussichtlich weiter steigen.
Separierung zwischen elektrischen und optischen Anwendungen gemessen an Entfernung über Datenrate. Quelle: A. V. Krishnamoorthy et al., “Progress in Low-Power Switched Optical Interconnects,” IEEE J. Select. Topics Quantum Electron., vol. 17, no. 2, pp. 357–376, Mar. 2011
(Bild: A. V. Krishnamoorthy et al.)
Auch in diesen Rechenzentren müssen die Server miteinander verbunden werden, auch über Kabel. Aufgrund der benötigten Geschwindigkeit werden dazu neben kupferbasierten Steckverbindungen auch optische Glasfaserstecker verwendet. Je schneller und je länger die zu überbrückende Distanz ist, desto besser eignen sich Glasfaserverbindungen. Die Abbildung oben zeigt den Zusammenhang zwischen der Verwendung von elektrischer und optischer Datenübertragung.
Kleinere Stecker mit mehr Glasfasern pro Stecker erhöhen die Packungsdichte und Effizienz der Rechenzentren. Damit wird deutlich, dass die KI einen direkten Einfluss auf die Größe der Glasfaserstecker und die Anzahl der Glasfasern pro Stecker hat.
Das Wachstum von Künstlicher Intelligenz
Das Konzept der Künstlichen Intelligenz entstand bereits Mitte der 1950er Jahre, als die ersten Computer entwickelt wurden. Aber erst in den letzten Jahren ist KI so weit fortgeschritten, dass sie für den Verbraucher nutzbar geworden ist.
Unzureichende Rechnergeschwindigkeiten und ein mangelndes Verständnis dafür, wie intelligente Algorithmen geschrieben werden müssen, stellten anfangs die Grenzen des KI-Wachstums dar. Gegen Ende des Jahrhunderts waren Computer dann jedoch schnell genug, um komplexe Formeln und Daten nahezu in Echtzeit zu analysieren, wie bei der Verarbeitung gesprochener Sprache oder der automatischen Bilderkennung.
In den letzten Jahren kamen die Nutzung großer Datensammlungen und die Verarbeitung dieser in immer schnelleren Rechenzentren hinzu. Dies hat die Entwicklung maschineller Lerntechniken ermöglicht. Microsoft, Amazon, Google, Facebook und andere Technologie-Unternehmen investieren mittlerweile Milliardensummen in die KI-Entwicklung.
Die Rolle von optischen Glasfaserverbindungen für KI
Optische Glasfaserverbindungen spielen eine entscheidende Rolle für die KI-Infrastruktur in Rechenzentren. Für die Datenverarbeitung müssen extrem große Datenmengen möglichst in Echtzeit verarbeitet werden. Um diese Anforderung zu erfüllen, werden Lichtwellenleiter und die damit verbundenen Glasfaserstecker eingesetzt.
Die Glasfaserverbindungen ermöglichen die Kommunikation der Server untereinander innerhalb eines Rechenzentrums. Ein effizientes Kabel- und Stecker-Management in großen Rechenzentren erfordert Stecker mit möglichst vielen Fasern und möglichst kleinen Abmessungen sowie kleinere Kabel mit möglichst vielen Fasern.
Das größte Rechenzentrum der Welt befindet sich in Hohhot, China und trägt den Namen “China Telecom-Inner Mongolia Information Park“. Es soll eine Fläche von fast 1 Quadratkilometer haben und wurde im Jahr 2016 eröffnet.
Der Energieverbrauch beträgt bis zu 150 Megawatt, was in etwa einer Stadt mit 150.000 Einwohnern entspricht. Das Rechenzentrum wird zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie versorgt. Doch auch weniger große einzelne Rechenzentren können Tausende Server umfassen, die entsprechend viele Steckverbindungen benötigen.
Wachsender Bedarf an optischen Glasfaserverbindungen in Rechenzentren
Es gibt verschiedene Faktoren, die den steigenden Bedarf an Glasfasern begünstigen. Internet-Knoten-Betreiber wie DE-CIX meldeten im Jahr 2024 einen neuen Höchststand von 68 Zettabyte an globalem Datenverkehr über ihre Knotenpunkte – ein Anstieg von 15 Prozent gegenüber 2023. Laut der International Data Corporation (IDC) wird die globale Datenmenge bis 2025 auf 175 Zettabyte ansteigen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Das exponentielle Wachstum der globalen Datenmenge wird unter anderem durch die zunehmende Bedeutung des mobilen Internet angetrieben, das Anfang 2025 mehr als 60 Prozent des weltweiten Web-Verkehrs ausmachte (Statista), sowie durch die rasante Ausbreitung von IoT-Geräten.
Optische Glasfaser bietet gegenüber kupferbasierten Ethernet-Verbindungen ein Vielfaches an Bandbreite – bei deutlich kleinerem Platzbedarf. Eine 96-fasrige Glasfaserbündelung ersetzt die Leistung von 48 CAT6-Kabeln mit nur einem Bruchteil des Volumens.
(Bild: Corning)
Bis Ende 2024 waren weltweit schätzungsweise 18,8 Milliarden Geräte vernetzt. Alle Zahlen deuten auf eine explosionsartige Zunahme des Daten- und Internetverkehrs hin. Die höhere Bandbreite, die Glasfaser bietet, ist ein weiterer Treiber für die steigende Nachfrage nach entsprechenden Verbindungen.
Um den wachsenden Bedarf an die Echtzeitverarbeitung in Rechenzentren gerecht zu werden, geht der Trend hin zur optischen Datenübertragung. In modernen Rechenzentren werden deutlich mehr Glasfasern verwendet als in älteren Zentren.
Glasfaserverbindungen zeigen einen Trend zur Miniaturisierung. So gibt es Glasfaserstecker mit Mehrfaserferrulen, um mehrere Glasfasern gleichzeitig zu verbinden. Ebenso gibt es Glasfasern mit kleineren Durchmessern. Außerdem gibt es bei Glasfasern keine Engpässe bei der Datenübertragung.
Der Trend hin zu geringerer Packungsdichte und Mehrfasersteckern
Die Verdichtung in Rechenzentren und der wachsende Bedarf an schnelleren Verbindungen zählen zu den Haupttreibern für die Entwicklung neuer Produkte in diesem Bereich. Ein Trend ist hier die Verwendung von kleineren Ferrulen (Connection Points), die so nah wie möglich an den GPUs installiert werden, sowie der Einbau von mehreren Fasern in Ferrulen.
Eine Ferrule ist der Verbindungspunkt für eine lösbare optische Verbindung. Die Fasern, die in der Regel einen Schutzmantel (Coating) um das Glas haben, werden in Ferrulen eingeklebt. Diese Ferrulen können ohne bedeutende Leistungsänderung gegeneinander gesteckt werden. Die Endfläche der Faser ragt leicht (im Submikrometerbereich) aus der Ferrule heraus, um den physikalischen Kontakt zu gewährleisten.
Die Ausrichtung muss sehr genau erfolgen. Eine Singlemode-Glasfaser transportiert das Licht in einem 9-Mikrometer (μm) dicken Kern, der von einem 125-μm dicken Schutzmantel umgeben ist. Da sich die Kerne berühren müssen, ergeben sich hohe Anforderungen an die exakte Ausrichtung. Die Ferrule ist für die Feinausrichtung verantwortlich, eine Grobausrichtung wird durch das umliegende Gehäuse ermöglicht. Einzelfaserferrulen bestehen typischerweise aus Keramik, Mehrfaserferrulen typischerweise aus Polymer.
Eine Option für die genaue Ausrichtung mehrerer Fasern ist die MT-Ferrule. Diese Ferrule hat zwei Ausrichtungslöcher für zwei Stifte, also ein Stecker-/Buchsen-Design, und zwischen diesen beiden Ausrichtungslöchern befindet sich eine Reihe von Mikrolöchern für die Fasern. Die Größe der Löcher in dieser Ferrule ist auf 1 μm genau. Die Positionsgenauigkeit liegt im einstelligen Mikrometerbereich. Die MT-Ferrule war lange Zeit für bis zu 12 Fasern in einer Reihe erhältlich.
In jüngster Zeit wurde eine zweireihige Bauweise entwickelt. Damit hat sich die Dichte bereits verdoppelt. Weiterentwicklungen führten zu einer Verkleinerung der Ferrulen selbst. Die Größe der Ferrule (MT-Ferrule) wurde von 8 Millimeter (mm) x 7 mm x 3 mm auf 6,36 mm x 4,2 mm x 1,85 mm (TMT-Ferrule) reduziert. Diese kleinen Ferrulen verwenden auch kleinere Gehäuse. Ältere MPO-Gehäuse mit MT-Ferrule werden durch den neuen MMC-Steckverbinder ersetzt. Der MMC gehört damit zur Familie der VSFF-Steckverbinder (Very Small Form Factor).
Die Anzahl der Fasern wurde von 12 auf 32 erhöht. Das 32-Faser-Design ist ein zweireihiges Design mit 16 Fasern in jeder Reihe.
In einem Rechenzentrum können beispielsweise 6.336 Fasern an ein 1U-Panel mit einem 24f MMC-Anschluss angeschlossen werden. Mit 24f MPO können „nur“ 1.728 Fasern in einem 1U-Panel genutzt werden. Die Dichte hat sich um den Faktor 3 erhöht.
Auch andere Aspekte der optischen Verbindung werden dichter. Die Fasergröße hat sich von 250 μm (einschließlich Beschichtung (Coating)) auf 200 μm verringert, was kleinere Kabel ermöglicht. Die Reduzierung des Durchmessers um 50 μm klingt vielleicht nicht viel, bedeutet aber eine Reduzierung des Querschnitts um 20 Prozent.
Außerdem wird das Faserbündel kleiner, da es weniger Totraum zwischen den kleineren Fasern gibt. In Kabeln werden die Fasern in Stapeln von 12 Fasern sortiert, um das Sortieren und die Installation zu erleichtern. Kabel mit bis zu 3.456 Fasern stellen eine Herausforderung bei der Installation dar, aber die Sortierung in Stapeln von jeweils 12 Fasern erleichtert den Prozess. Der nächste Schritt ist die Verwendung von Untereinheiten mit jeweils 288 Fasern. Ein weiteres Merkmal des Kabels ist, dass sich die Untereinheiten leicht trennen lassen, was den Zugang und die Verlegung erleichtert.
Anwendungsbeispiel
Um ein Rechenzentrum auf KI-Anwendungen umzurüsten beziehungsweise neu zu bauen, müssen die folgenden 3 Parameter berücksichtigt werden:
Leistungsfähigkeit,
Effizienz und
Skalierbarkeit.
Diese Vektoren bereiten ein Rechenzentrum optimal auf KI-Anwendungen vor. Die kleineren, kompakten Stecker reduzieren hier die Installationskosten, da weniger Multifaserstecker (MPO oder MMC) anstelle von Einzelfasersteckern (LC) benötigt werden. Die Modularität der Multifaserstecker erleichtert den Übergang von 40G Netzwerkbandbreite auf 100G Ethernet erheblich.
Während 40G- und 100G-Verbindungen heute den Standard in den meisten Rechenzentren bilden, stehen 400G und 800G für moderne Spitzentechnologie und kommen gezielt dort zum Einsatz, wo besonders hohe Bandbreiten gefragt sind – etwa bei Anwendungen im Bereich KI und Hochleistungsrechnen (High Performance Computing). Moderne Hyperscale- und Cloud-Rechenzentren nutzen zu 80 bis 90 Prozent Glasfaser.
Ein Beispiel für ein KI-Zentrum ist das „Nvidia Cambridge-1“-Supercomputer Zentrum in Großbritannien, das 2021 eröffnet wurde. Solche Rechenzentren wären ohne Multifaserstecker und Glasfaserverbindungen nicht realisierbar.
All diese Trends ermöglichen eine höhere Dichte in Rechenzentren und müssen bei der Entwicklung berücksichtigt werden. Heutzutage geht die Entwicklung Hand-in-Hand. Glasfaser, Kabel und Konnektivität werden parallel und nicht nacheinander entwickelt, um eine höhere Dichte und Geschwindigkeit bei optischen Verbindungen zu ermöglichen.
*Der Autor Gordon Mueller-Schlomka ist Senior Product Development Engineer für optische Anwendungen bei der Corning GmbH.