Der Rubrik Zero Labs Report „Der Stand der Datensicherheit“ zeigt: Neun von zehn Entscheidern zweifeln daran, dass sie nach einer Cyber-Attacke ihr Geschäft am Laufen halten können. Höchste Zeit, dass Unternehmen umdenken und ihre Daten in den Mittelpunkt ihrer Security-Strategie stellen, so Frank Schwaak*.
Frank Schwaak, Field CTO EMEA bei Rubrik, über neue Wege für mehr Cyber-Security.
(Bild: frei lizenziert, bluebudgie / Pixabay)
Laut einer Studie der Gothaer Versicherung ist die Verunsicherung in Unternehmen so groß, dass jeder zweite Mittelständler in Deutschland mögliche Hackerangriffe als eine der größten Bedrohungen für die eigene Organisation sieht. Zurecht. Ransomware kann zum Beispiel wichtige Schlüsselprozesse in der Lieferkette unterbrechen, indem sie kritische Daten und Systeme verschlüsselt. Stillstand bedeutet entgangene Geschäfte, unzufriedene Kunden und hohe Folgekosten – ganz abgesehen von den Kosten für die Wiederherstellung der Daten und Systeme.
Wie groß das Risiko ist, zeigt der Bericht zum Stand der Datensicherheit, für den Rubrik Zero Labs 1.600 IT-Führungskräfte aus zehn Ländern, darunter Deutschland, befragt hat. Die Umfrage zeigt auf, dass ein Unternehmen in Deutschland durchschnittlich 46 Cyber-Angriffen pro Jahr ausgesetzt ist – das ist beinahe ein Angriff pro Woche. Dabei sind knapp über die Hälfte der Unternehmen unter anderem mit Ransomware (51 Prozent) und 63 Prozent mit Datenschutzverletzungen konfrontiert.
Wenn das Rechenzentrum früher der Kern einer ummauerten Festung, dem Unternehmensnetzwerk, war, dann ähnelt es in Zeiten der hybriden Multicloud eher dem Hauptverkehrspunkt eines urbanen Großraums. Kritische Daten liegen je nach Verwendungszweck, Branchenregulierung und Netzwerkdesign teils im zentralen Rechenzentrum, teils über mehrere Cloud-Anbieter verteilt. Zugriffe erfolgen aus vielen Richtungen. Darunter sind Mitarbeiter im eigenen Netzwerk und an externen Arbeitsplätzen sowie auch unternehmensübergreifend Lieferanten oder SaaS-Anwendungen.
Neubesinnung in der Datensicherheit
Wo sich früher die metaphorische Festung in Frontline-Security-Maßnahmen einmauern konnte, überspringen Cyber-Kriminelle die Mauern heute oft durch Social Engineering, um Malware einzuschleusen. Die Malware wiederum nutzt Möglichkeiten, ihre Spuren zu verwischen. Die Verteidiger hingegen müssen die Infrastruktur überblicken, verdächtigen Aktivitäten nachgehen und sicherstellen, dass sie nach einem Vorfall im schlimmsten Fall die Daten wiederherstellen können. Angesichts der Komplexität hybrider Multi Cloud-Infrastrukturen eine Herausforderung.
Die Cyber-Sicherheit sollte sich neu besinnen, was zählt: die Daten – das wertvollste Gut jeden Unternehmens. Die eigenen Daten müssen wieder verstärkt im Fokus der Aufmerksamkeit stehen.
Statt der alten Prämisse „trust, but verify“, empfiehlt sich der Ansatz einer Zero Trust Data Security. Hier gilt: „never trust, always verify“. Benutzer, Anwendungen und Geräte müssen ihre Legitimität bei jedem Zugriff auf Unternehmensdaten nachweisen und sowohl Zugang als auch Berechtigungen sind zeitlich auf das Notwendigste beschränkt. So erhöhen Unternehmen die Hürden für Angreifer und ihre Schadsoftware, sich nach dem Eindringen auszubreiten, Daten auszuspionieren und Schaden anzurichten.
Drei Säulen für einen festen Stand in der Cyber-Sicherheit
Der nächste Schritt ist, das Fundament für eine umfassende Sicherheitsstrategie auf drei Säulen zu bauen: Data Resilience, Data Observability und Data Remediation.
Ein erfolgreicher Angriff ist nur eine Frage der Zeit. Im Ernstfall benötigen Unternehmen Sicherheitskopien ihrer Daten und Systeme, auf die sie sich verlassen können (Data Resilience). Dafür müssen Sicherheitskopien unveränderlich sein, damit sie im Fall eines Malware-Befalls vor Kompromittierung oder vor der Verschlüsselung durch Ransomware sicher sind.
Data Observability bedeutet, einen Überblick über die eigenen Daten zu behalten und exponierte Daten sowie verdächtige Aktivitäten frühzeitig zu erkennen. Nur wenn Unternehmen wissen, wo ihre kritischen Daten liegen und wie die Zugriffsrechte verteilt sind, können sie den Zugriff gemäß dem Zero-Trust-Konzept auf ein Minimum herunter regeln und mögliche Schwachstellen schnell auffinden.
Zuletzt bedeutet Zeit Geld – insbesondere, wenn in dieser Zeit das Unternehmen stillsteht. Die Aufgabe der Säule Data Remediation besteht darin, die Wiederherstellungszeiten auf ein Minimum zu beschränken. Im Idealfall sollte die Geschäftskontinuität mittels Snapshot nach einem Vorfall schnell wiederhergestellt werden.
Die Herausforderungen der Datensicherheit
Bei der Errichtung der drei Säulen zeichnen sich mehrere Herausforderungen ab.
Erstens reicht es nicht, lediglich Sicherheitskopien zu erstellen, um die Säulen der Data Resilience und Data Remediation robust umzusetzen. Wenn die Kopien veränderbar sind, dann bieten sie keine Data Resilience - und nur weil eine Kopie vorliegt, bedeutet das nicht, dass sie eine schnelle Wiederherstellungszeit gewährleisten.
Zweitens benötigen komplexe Strukturen und die Vielfalt an unternehmenseigenen Anforderungen und Branchenregularien eine Software-Lösung, die der Komplexität und Vielfalt gerecht wird.
Zuletzt verfolgt Malware heutzutage fortschrittliche Strategien, um die eigenen Aktivitäten zu verschleiern und das Backup zu kompromittieren. Deshalb sollten die Sicherheitskopien bei der Wiederherstellung genau gescannt werden und verdächtige Elemente in einer Sandbox gesäubert werden. Ansonsten droht das böse Erwachen, wenn Malware durch ein Backup in die Sicherheitskopien gelangt und sich nach der Wiederherstellung der Vorfall wiederholt. Insbesondere Ransomware-Gruppierungen setzen darauf, Backups zu beschädigen, um den Druck ein Lösegeld zu zahlen, zu erhöhen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Auf diese Herausforderungen können Unternehmen reagieren, indem sie Backup- und Wiederherstellung nicht als eine alleinstehende Aufgabe verstehen, die eine spezialisierte Software übernimmt. Vielmehr sollten Backup und Wiederherstellung Teil einer umfangreichen Sicherheitsstrategie sein. Bei der Umsetzung hilft Software, die das Backup gegen Korrumpierung absichert und mit zusätzlichen Funktionen, Scans, Berichten und Analysen auf die drei Säulen der Datensicherheit sowie eine Zero-Trust-Architektur einzahlt.
Ein Blick auf den Software-as-a-Service-(SaaS)-Markt kann sich lohnen, um mit wenig Aufwand loszulegen. Unternehmen, die aufgrund ihrer Compliance keine SaaS-Lösung einsetzen dürfen, finden jedoch Softwarelösungen, die nicht nur als SaaS-Angebot verfügbar sind, sondern als Software auch On-Premises oder in die eigene Cloud-Infrastruktur eingebunden werden können und durch eine strikte, logische Trennung vom Produktivsystem abgeschottet sind.
Daten: Der Kern der Cyber-Sicherheit
Die Folgen von Cyber-Angriffen können umfassende finanzielle Kosten sowie Kunden- und Reputationsverluste nach sich ziehen. Deshalb sollte die Verteidigung als Teil der Geschäftsstrategie Priorität eingeräumt werden.
Das erfordert eine Neubesinnung auf das, was zählt: Die Daten als zentraler Kern der Cyber-Sicherheit. Dabei sollten Unternehmen die Lücke zwischen der Verteidigung am Frontend und der Wiederherstellung schließen, in dem sie ein Zero-Trust-Data-Security-Ansatz für die eigene Organisation entwickeln und die drei Säulen der Datensicherheit, Data Resilience, Data Observability und Data Remediation, so umsetzen, dass es zur Komplexität hybrider Multi Cloud-Infrastrukturen passt.
*Der Autor Seit über 20 Jahren ist Frank Schwaak als Data Protection und Recovery Spezialist tätig. Der Schwerpunkt seiner Arbeiten bei verschiedenen Herstellern wie der SEP AG und Commvault lag in der Sicherung und Wiederherstellung von Relationalen Datenbanken. In seiner Karriere war er in den Abteilungen Technical Enablement/Training, Professional Services, Field Advisory Services und Product Management tätig und bildete dort seinen Erfahrungsschatz für die gegenwärtige Position als Field CTO EMEA bei Rubrik.