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Überzeugungsarbeit für das Schwungrad
Außerdem macht Knabl einen weiteren Punkt geltend: „Bei der Überwachung der Schwungrad-Anlagen sind im Wesentlichen zwei Parameter relevant“, führt er aus, „die Lagertemperatur und die Umdrehungszahl.“
Beides lasse sich, neben anderen Betriebsdaten, vom PC aus überwachen. Die Überwachung von Batterien sei jedoch erheblich komplexer. Vor allem gebe es keine Daten, die mit vergleichbarer Eindeutigkeit Aufschluss über die Funktionstüchtigkeit gäben.
Schwierigkeiten verursachten vor allem das Verstauen der tonnenschweren Anlage sowie die gering erscheinenden 15 Sekunden Überbrückungszeit bei Volllast, die das System garantiert.
Die Zeit zwischen Stromausfall und dem Starten des ersten von zwei Dieselaggregaten mit je 400 Kilo-Volt-Aamper war für die am Entscheidungsprozess beteiligten Verantwortlichen zunächst einmal unheimlich. Tatsächlich gelten 15 Minuten Überbrückungszeit durch Batterien bis heute vielerorts als Richtwert. Er hat sich in den Zeiten der Mainframe-Computer entwickelt, die innerhalb von 15 Minuten in einen gesicherten Ruhezustand geführt werden konnten.
Was die USV leisten muss
Inzwischen aber haben sich die Rahmenbedingungen geändert. Heute schaltet die im Rack integrierte Server-Temperaturüberwachung einen 15-Kilowatt-Blade-Server-Schrank nach zirka 45 Sekunden ohne Kühlung wegen Überhitzung ab, unabhängig von der verbleibenden Batteriekapazität.
„Außerdem“, ergänzt Knabl, „ist es unrealistisch, dass ein Fehler innerhalb von 15 Minuten gefunden und behoben werden kann. Bei einem Notfall brauchen wir schon einen Gutteil der Zeit, bis wir überhaupt an Ort und Stelle sind.“
Präzisionsarbeit
Das Neubauprojekt startete im November 2010, nach einigen Umplanungen konnte der Bau Anfang Juli 2011 beginnen, mit sehr engen Terminen für die einzelnen Gewerke. Allerdings war nur die Einbringung der zwei Meter hohen, mehr als zwei Tonnen schweren USV-Schränke kniffelig.
Dabei wäre es, so Knabl, fast zu Reibereien gekommen, im wahrsten Sinn des Wortes: „Zwischen der Oberkante der Schränke und dem Türrahmen waren nur wenige Millimeter Luft.“
Außerdem gab es zunächst einen einen Software-Fehler, der kurz nach der Inbetriebnahme auftrat. Dieser konnte unmittelbar, übers Wochenende behoben werden. Seither laufen die Anlagen fehler- und störungsfrei und haben einiges an Stromausfällen im Millisekunden-Bereich aufgezeichnet und gepuffert und bei Spannungseinbrüchen die Last mit einem sauberen Sinus versorgt.
Ende gut, alles gut
Die beiden Projektleiter Thomas Knabl und Sebastian Schmidmeier hatten sich mit ihrem Projekt um den deutschen Rechenzentrumspreis beworben, und gewonnen. Die Besucher der zugehörigen Kongressmesse „Future Thinking“ wählte es für den Publikumspreis aus (siehe: Abbildung 16).
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