Auch Siemens, Schneider und Bechtel Partner bei „Omniverse DSX“ Gigawatt-KI-Datacenter mit Nvidia-Blaupause und Vertiv-Designs

Von Daniel Schrader 3 min Lesedauer

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Vertiv kündigt Referenzarchitekturen für KI-Datacenter im Gigawatt-Bereich an. Möglich sollen klassische, hybride und schlüsselfertige Bereitstellungsarten mit dem „One Core“-Baukasten sein. Grundlage ist die DSX-Blaupause von Nvidia, die Planung und Betrieb von KI-Rechenzentren mithilfe detaillierter digitaler Zwillinge erleichtern soll.

Vertiv kündigt Referenzdesigns für Gigawatt-Rechenzentren auf Basis der „DSX“-Blaupause von Nvidia mit einer Skala von maximal anpassbar bis komplett schlüsselfertig an. (Bild:  Vertiv)
Vertiv kündigt Referenzdesigns für Gigawatt-Rechenzentren auf Basis der „DSX“-Blaupause von Nvidia mit einer Skala von maximal anpassbar bis komplett schlüsselfertig an.
(Bild: Vertiv)

Die vorgestellten Designs für große KI-Rechenzentren (Künstliche Intelligenz) von Vertiv sollen Bereitstellungszeiten deutlich verkürzen. Ermöglichen soll dies unter anderem eine Bibliothek simulierter Datacenter-Komponenten für die detaillierte Planung mit digitalen Zwillingen.

Vertiv unterstützt auch eine maximal anpassbare Bereitstellungsart mit sequenziellen Bauarbeiten vor Ort. Die schnellste Bauzeit mit bis zu 50 Prozent kürzeren Lieferzeiten von Komponenten sollen aber schlüsselfertige Designs auf Basis des im August 2025 vorgestellten Datacenter-Baukastens „Vertiv One Core“ bieten.

Mehr als ein Gigawatt IT-Leistung mit One Core und Nvidia-Blueprint

One Core ermöglicht das Zusammensetzen eines Rechenzentrums aus schlüsselfertigen Komponenten: von Datenhallen über Rack-Overhead-Module, Stromversorgung und Kühlung bis zu Büro- und Sicherheitsräumen. Ursprünglich wurde One Core für Designs mit bis zu 50 Megawatt IT-Kapazität vorgestellt. In Kooperation mit Nvidia seien nun auch Designs für einen, nicht näher spezifizierten, „Gigawatt-Maßstab“ möglich.

Video-Vorstellung der Vertiv-Referenzarchitekturen und modularen Komponenten für KI-Rechenzentren im Gigawatt-Maßstab.

Die Integration aller Stromversorgungskomponenten in einem „Grid-to-Chip“-System soll dabei Effizienz steigern und Platz sparen. Zudem sollen die Referenzdesigns auf aktuelle Flüssigkeitskühlungen von Vertiv, auch in Kombination mit integrierter Wärmerückgewinnung, zurückgreifen.

Grundlage: „Nvidia Omniverse DSX Blueprint“ für KI-Datacenter

Übersicht des „Nvidia Omniverse DSX Blueprint“-Ökosystems(Bild:  Nvidia / Youtube)
Übersicht des „Nvidia Omniverse DSX Blueprint“-Ökosystems
(Bild: Nvidia / Youtube)

Grundlage der Referenzdesigns ist die auf der Konferenz „GTC Washington, DC, 2025“ vorgestellte Blaupause „Nvidia Omniverse DSX“ für künftige Datacenter mit mehreren Gigawatt Leistung. Die Blaupause definiert die Grundlagen für KI-Fabriken im Gigawatt-Maßstab und ermöglicht das gesamte Datacenter in der Plattform „Nvidia Omniverse“ als digitalen Zwilling über von Nvidia und Partnern bereitgestellte simulierte Bestandteile (OpenUSD Assets) detailliert abzubilden.

Partner bei der Entwicklung der Datacenter und der Lieferung von Komponenten sollen innerhalb des geteilten Ökosystems kooperativ am digitalen Zwilling arbeiten. Als Architektur soll DSX sicherstellen, dass sämtliche Design-Elemente und Komponenten auf die KI-Hardware von Nvidia abgestimmt sind. Dabei ermögliche die integrierte Plattform „Cadence Reality Digital Twin“ die genaue Simulation von thermischen und elektrischen Eigenschaften.

Digitaler Zwilling soll zum „Betriebssystem des Rechenzentrums“ werden

Monitoring von GPU-Racks über einen mit „Nvidia Omniverse DSX“ erstellten digitalen Zwilling.(Bild:  Nvidia)
Monitoring von GPU-Racks über einen mit „Nvidia Omniverse DSX“ erstellten digitalen Zwilling.
(Bild: Nvidia)

Der digitale Zwilling soll nicht nur der Planung dienen, sondern auch den Betrieb des Rechenzentrums vereinfachen und automatisieren. Speziell für die jeweiligen Designs trainierte KI-Agenten der Partnerunternehmen Phaidra und Emerald AI sollen dann helfen, den Stromverbrauch, die Kühlung und die Workloads des Rechenzentrums zu optimieren.

Drei Kernkomponenten von DSX sollen so Datacenter weiter für KI-Workloads optimieren. DSX Boost soll die Techniken für Energieoptimierung von Nvidia auf Datacenter-Niveau anwenden. Bei gleichem Stromverbrauch seien so bis zu 30 Prozent mehr GPU-Durchsatz möglich.

Eine intelligente Lastenverteilung (DSX Flex) soll helfen, so die Nvidia-Ankündigung, „100 Gigawatt nicht genutzter [US-amerikanischer] Netzkapazität zu erschließen“. DSX Exchange ist für die Integration aller Komponenten und ihre gegenseitige Kommunikation über Nvidia- und Partner-Schnittstellen zuständig.

Großes Ökosystem von Partnerunternehmen bei Nvidia DSX.

Neben Vertiv nimmt eine ganze Reihe weiterer Unternehmen als Kooperationspartner an dem DSX-Ökosystem teil. Diese sollen sich teils mit jeweiligen Schwerpunkten ergänzten und teils Kunden Alternativen bieten. So bietet das Ingenieurunternehmen Jacobs die Planung und Optimierung des Datacenter-Layouts an, während Bechtel, wie Vertiv, schlüsselfertige Module bereitstellt.

Video-Vorstellung von „Nvidia Omniverse DSX Blueprint“

Zu den Anbietern von Komponenten gehören zudem Siemens, Schneider Electric und Trane Technologies. Als Betrieberpartner stehen Switch, Digital Realty und Equinix zur Auswahl.

Die Nvidia-Blaupause wird Unternehmensangaben zufolge bereits in mehreren Projekten in den US-Staaten Texas, Georgia und Nevada eingesetzt. Ein von Nvidia in Partnerschaft mit Digital Realty entstehendes Forschungszentrum in Virginia soll als Test- und Optimierungsfall für DSX in Kombination mit der 2026 erscheinenden neuen Generation von KI-Hardware „Vera Rubin“ dienen.

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