Rechenzentrumsexpansion in der Erdumlaufbahn Findet der nächste Datacenter-Boom wirklich im Weltall statt?

Von Paula Breukel 1 min Lesedauer

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Jetzt auch Jeff Bezos: Mit „Project Sunrise“ beantragt Blue Origin Lizenzen für über 50.000 Satelliten, und zwar als Träger für Rechenkapazitäten im Orbit. Die Idee hat Mitbewerber, Investoren und jede Menge offene Fragen.

Nun plant auch Jeff Bezos Rechenzentren im All. (Bild:  Jeff Bezos /Steve Jurvetson / CC BY-SA 2.0)
Nun plant auch Jeff Bezos Rechenzentren im All.
(Bild: Jeff Bezos /Steve Jurvetson / CC BY-SA 2.0)

Blue Origin, das Raumfahrtunternehmen von Jeff Bezos, hat bei der amerikanischen Telekommunikationsbehörde FCC einen Antrag für „Project Sunrise“ eingereicht. Vorgesehen sind bis zu 51.600 Satelliten in sonnensynchroner Umlaufbahn als fliegende Rechenzentren.

Die Plattform soll über optische Verbindungen an das Netzwerk „Terawave“ angebunden werden. Das Versprechen: Rechenleistung direkt im Orbit, dauerhaft mit Solarenergie versorgt, frei von Genehmigungsverfahren, Flächenknappheit und Netzanschlusskosten.

Die Konkurrenz im Weltall

Blue Origin ist nicht das einzige Unternehmen, das Rechenkapazitäten ins All verlagern möchte. Spacex verfolgt mit Starlink einen vergleichbaren Ansatz: optische Inter-Satellite-Links, inklusive Laserverbindungen zu Bodenstationen.

Auch Axiom Space, NTT und Ramon.Space haben entsprechende Ambitionen angemeldet. Nvidia wiederum entwickelt strahlungshärtere Beschleuniger auf Basis der „Vera Rubin"-Plattformfür All-Hardware.

Gartner und Sam Altman äußern sich skeptisch

Skepsis kommt von verschiedenen Seiten: Ein Analye der Marktbeobachter von Gartner zweifelt an der praktischen Umsetzbarkeit. Sam Altman, der CEO von OpenAI, zweifelt grundsätzlich an der Wirtschaftlichkeit von Rechenzentren im All und bezeichnet die Ideen auf dem „India AI Impact Summit“ in Delhi als „lächerlich“.

Strahlungseinflüsse auf Halbleiter, fehlende Kühlmöglichkeiten im Vakuum, kaum realisierbare Wartungszyklen: Der Orbit verlagert bekannte Infrastrukturprobleme. Optische Verbindungen zwischen Satelliten funktionieren nur bei präziser Ausrichtung und stabiler Netztopologie unddie Frage, wie sich orbitale Kapazitäten sinnvoll in bestehende Rechenzentrumsarchitekturen integrieren lassen, ist bislang mehr Konzept als Praxis.

Die Befürworter hingegen argumentieren mit sinkenden Grenzkosten bei Flotten und unterbrechungsfreier Energieversorgung. Elon Musk schreibt in einem Beitrag auch, dass Weltraum-verortete Rechenzentren Basen auf dem Mond, eine Zivilisation auf dem Mars und schließlich Expansion „in das Universum“ finanzieren und ermöglichen könnten.

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