Studie von Compuware zum Computing mit Großrechnern

Fachkräftemangel im Mainframe Umfeld – Was tun?

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Technische Umstellung plus Organsisation

Dies erfordert jedoch nicht nur eine technische Umstellung, sondern auch eine organisatorische. Da der Mainframe immer häufiger als Basis für kundenorientierte Anwendungen dient, sollte er nicht mehr als reine Kostenstelle angesehen werden, sondern als integraler, vollwertiger Bestandteil der Anwendungslieferkette.

Zudem kann er für neuen Umsatz durch die Realisierung zusätzlicher Projekte sorgen. Dieser Sichtwechsel lässt sich nur durch ein Umdenken in der IT-Abteilung, im strategischen Anwendungsmanagement sowie bei den Business-Entscheidern erreichen. Dazu ist ein verändertes Mainframe-Management nötig.

Das Reifemodell

Das Reifemodell für den Mainframe-Einsatz: Die Spalten entsprechen den fünf Reifestufen und die Zeilen den jeweiligen Analyse-Ergebnissen.
Das Reifemodell für den Mainframe-Einsatz: Die Spalten entsprechen den fünf Reifestufen und die Zeilen den jeweiligen Analyse-Ergebnissen.
(Bild: Compuware)
Um diese Veränderungsprozesse anzustoßen, eignen sich Reifemodelle. Diese analysieren einerseits den Status quo, also die bestehenden und notwendigen Fähigkeiten des Mainframes. Andererseits definieren sie zu erreichende Ziele wie die Veränderung der Mainframe-Rollen und Workloads für offene Systeme, Cloud- und Mobile-Anwendungen sowie die Applikationen für Management und Betrieb in dieser neuen Umgebung. Dazu definieren sie etwa folgende fünf Stufen:

  • 1. Ad hoc: Auf dem Mainframe laufen Anwendungen und Kernsysteme mit herkömmlichen Mainframe-Workloads. Diese werden über Kommandozeilen-Eingaben verwaltet.
  • 2. Technikzentriert: Der etwas fortschrittlichere Ansatz erfüllt erste Anforderungen durch höhere Datenvolumen, mehr Kapazität sowie komplexe Transaktions- und Workload- Verarbeitung. Gleichzeitig wird der MIPS-Verbrauch kontrolliert.
  • 3. Intern servicezentriert: Diese Stufe zeichnet sich durch einen Delivery-Ansatz für Mainframe-basierte Services aus, der interne Service Level Agreements (SLAs) erfüllt.
  • 4. Extern servicezentriert: Der Service-Ansatz für Mainframe- und Nicht-Mainframe-Systeme erfüllt externe SLAs und die Erwartungen von Nutzern.
  • 5. Umsatzzentriert: Durch Interoperabilität mit Cloud- und Mobil-Systemen werden Geschäftsanforderungen und Endnutzer-Erwartungen erfüllt. Zudem unterstützen Echtzeit-Analysen umsatzsteigernde Geschäftsprozesse.

Auf jeder Stufe werden Anwendungstechnologie, Mainframe-Attribute, Organisation, Performance und Prozesse analysiert. Entsprechend hilft ein solches Reifemodell, die Prozesse für das Management der Anwendungsperformanz zu optimieren und die Mainframe-Kosten zu senken.

Autor Maurice Groeneveld präsentiert die Studienergebnisse und das "Reifemodell für den Mainframe-Einsatz".
Autor Maurice Groeneveld präsentiert die Studienergebnisse und das "Reifemodell für den Mainframe-Einsatz".
(Bild: Norbert Waalboer Fotografie)
Schließlich verschmelzen die verteilten Systeme zunehmend mit den Mainframe-Lösungen und die dadurch steigende Komplexität ist durch effizientere, leistungsfähigere Prozesse zu bewältigen. Werden diese eingeführt, können Unternehmen trotz des drohenden Fachkräftemangels auch in Zukunft Mainframes vertrauensvoll nutzen.

Der Autor:

Maurice Groeneveld ist Vice President Enterprise Business bei Compuware, zuständig in Europa, Nahen Osten, Afrika und im Asiatisch-Pazifischen Raum.

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