VMware ESX Server 3.5 – erweiterte Funktionen Erweiterte Funktionen des VMware ESX Servers
VMware ESX Server kontrolliert mit einem Hypervisor und einem optimierten Kernel direkt die Hardware. Er benötigt kein Host-Betriebssystem wie Linux oder Windows als bremsende Zwischenschicht, denn der ESX Server ist selbst das Betriebssystem.
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Diese direkte Hardware-Kontrolle sorgt für eine optimale Leistung und ermöglicht wichtige Zusatzfunktionen, die bereits auf unterster Ebene im Kernel implementiert sind. Dadurch liefert der ESX Server viele Lösungen bereits mit, für die andere Produkte erst spezielle Soft ware benötigen:
- Multipathing der iSCSI- oder Fibre-Channel-HBAs (Host Bus Adapter) für sichere Speicheranbindung
- „Boot from SAN“ – Unterstützung der Installation des Host-Systems auf einer LUN ohne lokale Festplatten
- Teaming der LAN-Adapter für Lastausgleich und für Redundanz bei Ausfall einer Netzwerkkarte oder eines Switches
- direkte VLAN-Unterstützung vom Switch bis zur virtuellen Maschine
Weitere Eigenschaften machen den VMware ESX Server zur einer der leistungsfähigsten Virtualisierungsplattformen für den produktiven Einsatz in kleinen und mittelständischen Unternehmen oder für Testumgebungen:
- breite Unterstützung verschiedener Gastsysteme von Windows über Linux bis zu Solaris und Novell Netware
- Unterstützung von 32-Bit- und 64-Bit-Gästen
- bis zu vier virtuelle CPUs für einen Gast mit VMware Virtual SMP
- bis zu 16 GB RAM pro virtueller Maschine
- Snapshots zur Sicherung von Systemzuständen und Wiederanlaufpunkten
Speicherverwaltung
Hauptspeicher ist eine der wichtigsten Ressourcen moderner Betriebssysteme und Applikationen. Die Speicherverwaltung des ESX Servers ermöglicht eine effektive Ausnutzung des verfügbaren RAMs für alle Gäste. Sie bedient sich dabei verschiedener Methoden und kombiniert diese miteinander:
Memory Balloning
Oft nutzt ein Gastsystem nur einen Teil des Hauptspeichers, der ihm zugewiesen wurde. Ein spezieller Treiber der VMware Tools zwingt in diesem Falle das Gastsystem Hauptspeicher in seine Auslagerungsdatei zu verschieben. Den dadurch freigegebenen physischen Speicher kann ESX Server anderen Gästen zuweisen, die ihn wirklich eff ektiv nutzen. Steigt die Aktivität des Gastsystems, welches zum Auslagern gezwungen wurde, kann ESX Server physischen Speicher auch wieder zurückgeben.
Page Sharing
Viele virtuelle Maschinen (VM) mit gleichem Betriebssystem und gleichen Applikationen erzeugen häufig Speicherseiten mit gleichen redundanten Inhalten. VMware ESX scannt den Hauptspeicher mittels Hash-Algorithmen und binärem Vergleich, um solche Seiten zu erkennen und zu eliminieren. Mittels Zeigern verweisen schließlich alle VM nur noch auf eine Seite, erst bei Schreibzugriffen erhalten Gäste wieder eigene Kopien. Dieses Verfahren kann große Speichermengen sparen.
Memory Overcommitment
Durch Kombination der Speicherverwaltungsfunktionen des ESX Servers kann in der Gesamtheit allen virtuellen Maschinen mehr Speicher zugewiesen werden, als der Host physisch zur Verfügung stellt. Die wertvolle Ressource Hauptspeicher wird effektiv dort genutzt, wo sie wirklich benötigt wird.
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