Ein Leitfaden zur Bewertung neuer Technologien Alles nur Hype in der Software-Entwicklung?

Ein Gastbeitrag von David Torgerson * 4 min Lesedauer

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In der Entwicklung immer am Puls der Zeit zu bleiben, ist eine Herausforderung. Hinter Begriffen wie KI, LLMs und Natural Language Processing verbergen sich immerhin disruptive Technologien. Sie sollten aber auch wirklich zum jeweiligen Produkt sowie zu Arbeitsstil, Geschäftsmodell und Zielen passen.

Jede technische Neuerungen bietet Chancen, allerdings gilt es vorab, den Nutzen und die Herausforderungen gegeneinander abzuwägen.(©  Alexander Limbach - stock.adobe.com)
Jede technische Neuerungen bietet Chancen, allerdings gilt es vorab, den Nutzen und die Herausforderungen gegeneinander abzuwägen.
(© Alexander Limbach - stock.adobe.com)

Wie gut sich bestimmte Tools für eignen, sollte gewissenhaft im eingangs erwähnten Kontext bewertet werden. Durch fehlendes Verständnis ihrer Anwendbarkeit oder ihres langfristigen Nutzens können Unternehmen mit einer Vielzahl redundanter Anwendungen und Plattformen zurückbleiben, die zu Unterbrechungen in Arbeitsabläufen führen und potenziell kritische Sicherheitsrisiken verursachen können.

Dies können wir derzeit im Bereich der Multi-Cloud beobachten. Wenn Unternehmen mehrere Cloud-Anbieter oder -Lösungen parallel nutzen, sind potenzielle Überschneidungen und redundante Anwendungen schwieriger zu erkennen. Zum einen kostet dies Geld, doch die Komplexität kann auch unerwartete Sicherheitsrisiken mit sich bringen. Viele IT-Teams sind zu schnell auf Multi-Cloud umgestiegen und haben dabei den Überblick darüber verloren, welche Anwendungen sich tatsächlich positiv auf das Unternehmen auswirken.

IT- und Entwicklungsteams müssen sich mehrere wichtige Fragen stellen. Manchmal lohnt es sich, sich bei der Implementierung Zeit zu lassen – doch situationsbedingt kann sich auch schnelles Handeln auszahlen. Folgende Punkte können bei der Wahl einer neuen Anwendung oder Technologie hilfreich sein:

1. Zahlt die Technologie auf die Geschäftsziele ein?

Bevor wir uns mit den technischen Aspekten befassen, ist es wichtig zu beurteilen, ob die Technologie das Erreichen der Geschäftsziele unterstützt. Besteht Ihr Ziel beispielsweise darin, Kundinnen und Kunden zu binden, kann die Implementierung neuer Technologien wie KI-gestützter Chatbots oder Natural Language Processing (NLP) eine gute Wahl sein.

Developer sollten also sicherstellen, dass es wirklich ein Problem gibt, das gelöst werden muss – und dass das vorgeschlagene Tool dieses tatsächlich lösen kann. Ist der Mehrwert noch unklar, sollte die Implementierung überdacht werden.

2. Ist sie skalierbar?

Es ist wichtig, dass die Lösung nicht nur ein aktuelles Problem löst, sondern auch bei Wachstum nützlich und flexibel bleibt. Um beispielsweise eine Künstliche Intelligenz in eine Finanzanwendung einzubinden, sollte sichergestellt werden, dass die Anwendung das steigende Transaktionsvolumen ohne Leistungseinbußen bewältigen kann.

3. Lässt sie sich einfach integrieren?

Eine neue Anwendung sollte sich zudem gut in den bestehenden Tech-Stack integrieren. Dabei gilt es zu prüfen, ob die Technologie in das aktuelle Ökosystem passt. Und zusätzlich muss sichergestellt werden, dass diese mit den etablierten Arbeitsabläufen und Systemen harmonieren kann.

Nehmen wir zum Beispiel die Implementierung von Container-Lösungen wie Kubernetes. Es geht nicht nur darum, ob diese Lösungen in eine CI/CD-Pipeline eingefügt werden können, sondern auch darum, wie sie Microservices in der spezifischen Betriebsumgebung effizient orchestrieren. Neue Technologien sollten Arbeitsabläufe verbessern, nicht zu Störungen führen.

4. Passt sie zu den vorhandenen Fähigkeiten?

Neben dem Unternehmenserfolg spielt auch die User Experience (UX) eine wichtige Rolle. Eine positive Benutzererfahrung ermöglicht es Teams, effizient zu arbeiten, und wirkt sich positiv auf deren Motivation und Effizienz aus. Eine zu steile Lernkurve kann zu Verzögerungen führen und den Frust im Team erhöhen. Gut designte APIs, eine klare und umfassende Dokumentation sowie einfache Fehlerbehebung sind wesentliche Elemente einer positiven Erfahrung.

Für einen reibungslosen Integrationsprozess ist es darüber hinaus entscheidend, dass die Technologie zu den Fähigkeiten des Teams passt. Im Bereich Developer Frameworks für maschinelles Lernen gibt es bereits viele Lösungen auf dem Markt. Bei der Auswahl sollten die Bedürfnisse des Teams, Arbeitsabläufe und Fähigkeiten berücksichtigt werden.

5. Entsprechen Wartung und Support den Anforderungen?

Das Support-Angebot sollte ebenfalls sorgfältig geprüft werden. Denn die Wartung kann zu einer erheblichen Hürde werden, insbesondere wenn die Technologie keinen starken Community-Support hat oder der Anbieter den Support einstellt. In solchen Fällen könnten Teams mit veralteten oder nicht unterstützten Tools konfrontiert sein, was zu erhöhten technischen Schulden und potenziellen Schwachstellen führt.

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Bewusste Auswahl der Tools führt zum Geschäftserfolg

In den vergangenen Jahren wurden digitale Transformationsprozesse, die eigentlich Jahre dauern sollten, innerhalb von Monaten, Wochen oder sogar Tagen umgesetzt. Dieser Wandel verdeutlicht nicht nur die Dynamik der Branche, sondern zeigt auch, warum insbesondere Entwickler und Entwicklerinnen agil bleiben müssen.

Die Fähigkeit, schnell handeln zu können, bleibt weiterhin unerlässlich. Dennoch wächst das Bewusstsein dafür, dass ein strategischer Ansatz vorteilhaft sein kann. Wer sich Zeit für Recherchen nimmt und Produkte auswählt, deren Fokus auf den Usern liegt, kann Hypes leichter von echten Innovationen unterscheiden.

* Über den Autor
David Torgerson ist VP of Technology and Security bei Lucid Software. Er kam 2013 als erster DevOps-Experte zu Lucid Software und leitet nun alle IT- und Infrastruktur-Aktivitäten. Dort stellt er sicher, dass die interne Technologie und Sicherheit die hohen Anforderungen des stark wachsenden Unternehmens erfüllt. David verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Arbeit mit und der Leitung von Infrastruktur-, Sicherheits-, Netzwerk-, Betriebs- und DevOps-Teams in Unternehmen wie Fidelity Information Services und FamilySearch.

Bildquelle: Lucid Software

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