Ob bei einer SAP-S/4HANA-Migration oder im Entwicklungsalltag: Mit Robotic Process Automation (RPA) können Unternehmen ihr Testing schneller absolvieren, Ressourcen sparen und gleichzeitig die Qualität ihrer Anwendungen und Prozesse steigern.
Vor allem bei komplexen Softwaretests für End-to-End-Prozesse kann RPA punkten.
Die Digitalisierung macht Software-Tests immer dringender: Je mehr Prozesse auf Software beruhen, desto größer der Bedarf an Tests. Und je kürzer die Update-Zyklen, desto wichtiger wird die zügige Abwicklung der Tests.
Gleichzeitig steigt die Komplexität der Prozesse – und damit der Aufwand pro Test. Außerdem erschwert der Fachkräftemangel die Durchführung der Tests im erforderlichen Umfang. In Kombination mit Termin- und Kostendruck führen diese Faktoren dazu, dass Unternehmen tendenziell weniger gründlich testen, als erforderlich wäre.
Die Testmüdigkeit in vielen Unternehmen ist gefährlich: Hohe finanzielle Schäden drohen, wenn zum Beispiel der Versand eines Automobil-Zulieferers wegen eines Fehlers in der Lagerverwaltung stillsteht. Hinzu kommt, dass mangelhaft getestete Software die Anfälligkeit von Unternehmen für Cyberattacken erhöht.
Software-Tests und Freigaben sind deshalb auch Bestandteil der IT-Grundschutz-Bausteine, mit denen das Bundesamt für Informationssicherheit (BSI) den Standard für die Sicherheit von IT-Systemen definiert. Damit ist klar: Weniger Tests sind keine Lösung. Vielmehr müssen die Tests effizienter werden. Automatisierung ist der Schlüssel dazu.
Automatisierung entlastet IT- und Fachabteilung
Eine Möglichkeit, Software-Tests zu automatisieren, bieten dedizierte Testing-Tools verschiedener Hersteller. Wer die dabei anfallenden Lizenzkosten sparen möchte, findet in Robotic Process Automation eine praktische und in der Regel kostengünstigere Alternative, die in der Praxis oft vernachlässigt wird.
Viele Unternehmen nutzen RPA-Lösungen bislang ausschließlich für die Automatisierung von Business-Prozessen. Durch den zusätzlichen Einsatz im Software-Testing können sie ihren Return on Investment steigern und gleichzeitig den Testaufwand reduzieren. Vor allem bei komplexen Softwaretests für End-to-End-Prozesse kann RPA punkten. Manche spezialisierte Test-Tools tun sich hier schwer, wenn unterschiedliche Anwendungen an einem Prozess beteiligt sind.
RPA-Bots hingegen führen beliebige Anwendungen an der Oberfläche aus wie menschliche User. So entlastet Testautomatisierung mit RPA die IT- und Fachabteilungen gleichermaßen und hilft ihnen, ihre jeweiligen Pflichten im Zusammenhang mit dem Testen von Software zu erfüllen, die Anwenderakzeptanz zu steigern und die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte zu sichern.
Wie Testautomatisierung mit RPA funktioniert
Wie bei den meisten spezialisierten Testautomatisierungs-Tools können Fachkräfte die zu testenden Vorgänge mit RPA einfach am Bildschirm aufzeichnen, während sie ihre Programme wie gewohnt bedienen: Beispielsweise einen Kunden im System neu anlegen, ihm automatisch eine Begrüßungsmail zukommen lassen und einen individuellen oder Gruppen-Rabatt zuweisen.
Test-Experten und -Expertinnen versehen anschließend den so aufgezeichneten Prozess mit Variablen, die in den Testläufen automatisch von dem Bot aus einer vordefinierten Quelle befüllt werden sollen. Dabei weisen sie Variablen und Quelldateien einfach per Drag and Drop auf der Oberfläche zu. Da hierfür kein Programmier-Know-how erforderlich ist, können diese Aufgabe Arbeitskräfte aus den Fachabteilungen übernehmen.
Häufig besitzen sie bereits Erfahrungen aus RPA-Projekten zur Automatisierung von Fachprozessen. In anderen Fällen erleben IT-Verantwortliche aber auch, dass User, die RPA erst im Zusammenhang mit Software-Testing kennengelernt haben, anschließend Ideen für die Automatisierung ihrer Fachabläufe entwickeln.
Wo RPA am meisten hilft
Zu den größten Hindernissen beim Einsatz von RPA in den Fachabteilungen gehört die Definition geeigneter Use Cases. Im Rahmen der Testautomatisierung in Softwareprojekten jedoch lassen sich mögliche Einsatzszenarien vergleichsweise einfach identifizieren. Im Vordergrund stehen dabei alle Arten von Tests, bei denen das Zusammenspiel mehrerer Komponenten, insbesondere auch unterschiedlicher Anwendungen, untersucht wird.
Integrationstests, bei denen das Ineinandergreifen separater Funktionsbereiche auf dem Prüfstand steht, gehören dazu ebenso wie …
End-to-End-Tests – diese dienen wiederum dazu, das Zusammenspiel mit anderen Applikationen an verschiedenen Stellen der Prozesskette zu prüfen.
Bei Regressionstests hat sich die Testautomatisierung mit RPA besonders bewährt. Sie sollen aufzeigen, ob Änderungen einer Applikation oder die Einführung neuer Anwendungen bereits bestehende Teile der Systemlandschaft in ihrer Funktionalität oder Performanz beeinträchtigen. Da diese Tests immer wieder ausgeführt werden, macht sich der Einsatz von Test-Bots hier schnell und nachhaltig bezahlt.
Unit-Tests hingegen, bei denen kleine, in sich geschlossene Funktionseinheiten des Programmcodes überprüft werden, lassen sich in der Regel einfacher und effizienter mit den Bordmitteln der Entwicklungsumgebungen umsetzen.
Qualität und Zukunft sichern
Automatisierung ist nicht das Allheilmittel für Software-Testing. Manuelle Tests werden auch in Zukunft wichtig sein für die Qualität von Software – vor allem Nutzer-Akzeptanz-Tests. Und: RPA ist nicht das Allheilmittel für Testautomatisierung. Unternehmen, die nicht über RPA-Know-how verfügen, sind mit dedizierten Testautomatisierungstools gut beraten.
Stand: 08.12.2025
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Wo Robotic Process Automation bereits für Geschäftsprozess-Automatisierung genutzt wird, sollte ihre Nutzung für Testautomatisierung jedoch ernsthaft geprüft werden. Nicht zuletzt deshalb, weil die bei der Testautomatisierung erstellten Bots später auch im Rahmen automatisierter Geschäftsprozesse eingesetzt werden können. So schafft der RPA-Einsatz Freiräume für Innovation in der IT-Abteilung ebenso wie in den Fachbereichen.
Kathrin Kronberg Kathrin Kronberg leitet den Standort Bayern bei der abat AG.