1 Megawatt Energie und null Emissionen ECL betreibt ein Co-Location-Datacenter mit Wasserstoff

Von Ulrike Ostler 3 min Lesedauer

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Beim Co-Location Anbieter ECL gibt es Rechenzentrums-Dienste nicht nur günstiger als bei den Mitbewerbern, sonder auch aus einem mit Wasserstoff-betriebenen kalifornischen Datacenter mit einem PUE von 1,1, netzunabhängig und mit einer Betriebszeit von 99,9999 Prozent - und das obwohl hier Rechner mit hoher Dichte arbeiten.

ECL-Rechenzentren sollen mithilfe von Wasserstoff unabhängig von Stromnetz funktionieren. (Bild:  ECL)
ECL-Rechenzentren sollen mithilfe von Wasserstoff unabhängig von Stromnetz funktionieren.
(Bild: ECL)

Für das Rechenzentrum, das in Mountain View zu finden ist, haben Molex Ventures und Hyperwise Ventures rund 7 Millionen Dollar Startkapital bereitgestellt. Es soll der Prototyp für eine Reihe von nachhaltigen, modularen, maßgeschneiderten Rechenzentren sein, die so konzipiert sind, dass sie eine hohe Dichte an GPUs mit bis zu 75 Kilowatt (kW) pro Rack unterstützen.

Gründer und CEO der Company ECL ist kein Unbekannter: Yuval Bachar, Gründer und CEO des Unternehmens, hatte zuvor führende Positionen in den Bereichen Technik, Infrastruktur und Architektur bei Microsoft, Linkedin, Facebook und Cisco inne. Er war auch der treibende Kopf hinter dem 19-Zoll-Design für Racks, das sich nun bei OCP Foundation findet. „MV1“ sei zwar ein Ein-Megawatt-Design, aber vollständig modular, so dass bei Bedarf mehr Kapazität hinzugefügt werden könne.

„Wir erproben die Technologie zu 100 Prozent, damit wir sie so groß wie möglich machen können“, sagt er und setzt hinzu: „Und wir haben bereits mehrere Projekte in der Pipeline, die größer sind, viel größer, die mehrere dieser Einheiten als die, die wir haben, vergrößern werden.“ Außerdem steht die Behauptung im Raum, dass ECL neue Einrichtungen in weniger als zwölf Monaten liefern könne, und keinen üblichen zwei- bis dreijährigen Prozess für den Bau eines herkömmlichen Rechenzentrums benötige.

Kaum Emissionen

Unter Umständen spielt es dafür eine Rolle, dass die Rechenzentren unabhängig von der öffentlichen Stromversorgung konipiert weden ... Jedenfalls sich wasserstoffbetriebene Rechenzentren kein neues Konzept; sie müssen sich in der Branche erst noch durchsetzen. Laut der Afcom-Umfrage „State of the Data Center 2024“ glauben nur 16 Prozent der Befragten, dass solche Rechenzentren auf dem Vormarsch sind, während 59 Prozent angeben, dass die Solarenergie und 28 Prozent, dass die Windenergie auf dem Vormarsch ist. ECL hofft, das zu ändern.

Außerdem merkt Bachar an, dass die durchschnittlichen Kosten für den Bau eines Ein-Megawatt-Rechenzentrums zwischen 14 und 15 Millionen Dollar liegen. Das wasserstoffbetriebene Rechenzentrum von ECL koste jedoch etwa 30 bis 40 Prozent weniger. Auch hierfür macht er den nicht vorhandenen und unnötigen Anschluss ans Stromnetz verantwortlich. „Die Kosten für den Betrieb dieser Einrichtungen sind viel niedriger, weil sie mit Wasserstoff und nicht mit dem lokalen Stromnetz betrieben werden“, sagt er.

Wasserstoff mag das am häufigsten vorkommende Element im Universum sein, aber er ist trotzdem nicht kostenlos. Das Rechenzentrum muss regelmäßig mit Wasserstoff beliefert werden. Doch dieser Wasserstoff koste um die Hälfte weniger als eine gleiche Menge an Dieselkraftstoff, so Bachar.

Der erste Kunde

Solange es eine regelmäßige Wasserstoffquelle gebe, könne ein ECL-Rechenzentrum überall aufgestellt werden, führt er ins Feld. Und anstatt wie die meisten Rechenzentren riesige Mengen an Wasser zu verbrauchen, erzeugt die MV1-Anlage bei der Stromerzeugung Wasser, das ECL an die örtliche Wasserversorgung zurückgibt.

Der erste Kunde von ECL, der Bare-Metal-GPU-Anbieter Cato Digital, hat jedenfalls die gesamte Kapazität der MV1-Anlage gekauft. Zu Beginn werden 84 „Nvidia DGX“-Server installiert, später kommen weitere 44 hinzu, so dass dem ECL-Kunden insgesamt 1.800 GPUs für den Betrieb von AI-as-a-Service zur Verfügung stehen.

Bachar sagt, dass ECL etwa 20 Patente für die Stromverteilung, Stromabnahme und Kühlung besitzt. So setzt das Unternehmen seine eigene Kühltechnologie ein, zu der auch Wärmetauscher an der Hintertür gehören. Mit der Version 2.0 seiner Kühltechnologie will das Unternehmen die Racks auf eine Kühlleistung von bis zu 125 kW bringen. Dies ist für das zweite oder dritte Quartal des kommenden Jahres geplant.

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