Hohe Qualität am laufenden Draht

Echtzeitdatenauswertung in der Fertigung

Seite: 3/3

Firma zum Thema

Datenanalyse

Im Anschluss an die Echtzeitanalyse werden die Daten an die ERP-Lösung proALPHA weitergeleitet und dort in einer Progress-OpenEdge-Datenbank gespeichert. Damit lässt sich später jederzeit nachvollziehen, unter welchen Bedingungen und mit welchen Ergebnissen produziert wurde und welche Fehler an einer bestimmten Maschine aufgetreten sind. Von entscheidender Bedeutung sind solche Informationen beispielsweise dann, wenn es zu Kundenreklamationen kommt und geklärt werden muss, wo möglicherweise Fehler passiert sein könnten.

„Die Datenbank erweist sich aber auch dann als sehr nützlich, wenn es darum geht, die Produktionsergebnisse einzelner Maschinen über einen bestimmten Zeitraum zu analysieren, um gezielt nachjustieren zu können“, erläutert Jäger. „Darüber hinaus haben wir eine sehr zuverlässige Datenbasis für Audits jeder Art.“ Die proALPHA-Daten werden auch für die Steuerung der Fertigung eingesetzt, da hier mittels der genutzten Techniken sofort ein Überblick über den aktuellen Stand für alle ERP-Nutzer vorliegt. Die Schichtleiter erhalten so eine aktuelle und genaue Übersicht über mögliche Unregelmäßigkeiten und den Fertigungsstand.

Vertikale Integration von der Fertigung bis zum Controlling

Als innovativer Mittelständler hat Schwering & Hasse Vorschläge, die in der akademischen Welt unter den Stichwörtern „Fabrik der Zukunft oder Fabrik 4.0“ noch theoretisch erörtert werden, heute bereits in der Praxis umgesetzt. Gemeint ist damit beispielsweise die vertikale Integration der Daten, angefangen von den Maschinen in der Fertigungshalle über den Produktionleitstand bis zum Berichtswesen in den ERP-Systemen wie es die Controller nutzen. „Wir schließen damit die in meisten anderen Unternehmen noch vorhandene Lücke zwischen Fertigung und Planung“, erklärt Jäger.

Im gesamten Unternehmen existiert damit eine einheitliche Sicht auf das Geschehen in den kritischen Geschäftsprozessen. Die Werker an den Maschinen nutzen ihre Industrie-PCs mit Touchscreens und die Controller und das Management das User-Interface des ERP-Systems. Aktuell arbeiten bei Schwering & Hasse rund 230 Angestellte mit den Informationen, die die neue BDE-Lösung bereitstellt. Insbesondere für mittelständische Unternehmen, die sich im internationalen Wettbewerb behaupten wollen, bilden transparente Produktionssysteme in Verbindung mit einer sehr hohen Produktqualität einen Schlüsselfaktor zur Stärkung und Ausbau der Marktposition.

„Die Anforderungen an die Qualitätssicherung steigen, und wer sich mit technischen Produkten in neuen Märkten positionieren will, darf keine Kompromisse eingehen“, erläutert Jäger. „Qualität hat Priorität, und dazu muss der Fertigungsprozess transparent sein. Die neue BDE-Lösung ermöglicht uns, die Produktionsprozesse mit wesentlich feinerer Granularität zu überwachen und so einen höheren Qualitätsstandard zu erreichen.“

* Jürgen Wasem-Gutensohn ist Redakteur bei der Beratungsgesellschaft für strategische Kommunikation PR-COM in München.

(ID:34177410)