Hohe Qualität am laufenden Draht

Echtzeitdatenauswertung in der Fertigung

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Das Projekt

Nach der Grundsatzentscheidung im Jahr 2010 erstellte der Drahthersteller dann im Verlauf der nächsten 18 Monate die neue Lösung gemeinsam mit dem IT-Beratungsunternehmen Jäger ProzessInnovationen Informatik GmbH im niedersächsischen Stadthagen.

In der Design- und Planungsphase war auch Progress Software als Berater und Anbieter der Lösungsbausteine involviert. Das Projektteam setzte sich aus Vertretern aller zentralen Bereiche des Unternehmens zusammen, angefangen von der IT über die Fertigung und das Qualitätswesen bis zum Controlling. Erstellt wurde die BDE-Lösung in Java.

Als zentrale Voraussetzung, um an jeder Produktionslinie Prozess- und Prüfdaten erfassen zu können, entwickelte das Unternehmen ein Hochspannungsfehlerzahlprüfgerät, das zerstörungsfrei arbeitet. Dessen Aufgabe: Es liefert durchgehend Prüfdaten zur produzierten Ware und ist zentraler Kommunikationsbaustein im Betriebsdatenerfassungssystem. Gemeinsam bilden beide Investitionen – das Hochspannungsprüf- und das Betriebsdatenerfassungssystem – die Fundamente eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses.

Gezielte Qualitätsoffensive

Bei der Umsetzung seiner Qualitätsoffensive hat das Unternehmen schrittweise seine Produktionssysteme so umgestellt, dass in dem rund um die Uhr laufenden Fertigungsprozess eine noch genauere Qualitätskontrolle möglich ist. Bisher hatten die BDE-Systeme die Herstellung des Drahts in 100-Meter-Abschnitten überwacht. Mit dem neuen Hochspannungsprüfsystem und Sensoren sind kontinuierliche Kontrolle und Dokumentation während der Produktion nun bis auf 25 mm genau möglich – gewissermaßen „am laufenden Draht“. Schwering & Hasse kann in Echtzeit Schwankungen im Produktionsergebnis erkennen, sofort einzugreifen und damit eine höhere Fehlerfreiheit der Produkte garantieren.

Mit den neuen Techniken fallen bei den BDE-Systemen, die über 300 Produktionslinien mit mehreren Arbeitsgängen erfassen, immense Datenmengen an; pro Sekunde können bis zu 30.000 Messwerte beziehungsweise Events entstehen. Im nächsten Schritt überträgt die Complex-Event-Processing-Plattform Progress Apama die an den Maschinen erfassten Daten mit Hilfe des Progress Sonic Enterprise Service Bus an Industrie-PCs. Sie fungieren für die Mitarbeiter in der Fertigung als Leitstand, an dem sie alle Vorgänge überwachen können und sind mit einem einfach zu bedienenden Touchscreen ausgestattet

Eine eingehende Analyse der Echtzeitdaten erfolgt auf zwei unter Windows Server 2008 laufenden Hewlett-Packard-DL380-Servern (Intel Xeon 8 Core X5550 2,67 GHz, 16GB RAM) mit der Apama-Software. Nach einem komplexen Regelwerk analysiert und aggregiert Apama in Echtzeit automatisch die Messwerte. Die Software erkennt sofort Fehlermuster oder Abweichungen von Soll-Zuständen, so dass das Bedienpersonal ohne Verzögerung reagieren kann. Schwering & Hasse kann so die Qualität seiner Produktion erhöhen und durch die Verringerung von Ausschuss Kosten reduzieren.

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