Dass Beschleuniger mittlerweile auch als (Energieverbrauchs-)Bremser wichtige Dienste leisten, macht Nvidia deutlich. Die neuen „Data Processing Units“ (DPU) „Bluefield-2“ machen viele Netzwerk-orientierten Operationen deutlich effizienter und tragen auf diese Weise zur Energie-Effizienz in den Rechenzentren bei.
Spart Energiekosten im Rechenzentrum: der Domänen-spezifiche Bluefield-2-Prozessor von Nvidia
(Bild: Nvidia)
In dem Whitepaper „DPU Power Efficiency, White Paper 2022“stellt Nvidia detailliert die Energie-Effizienz-Meriten seiner Bluefield-2-DPU anhand von Praxistests dar. Diese sind in Zusammenarbeit mit VMware, Ericsson und Red Hat entstanden.
Bei den Tests im Bereich von Virtualisierungs- sowie Netzwerk- und Sicherheitsoperationen konnte nach Angaben von Nvidia der Stromverbrauch von Servern mit den domänenspezifischen Spezialprozessoren BlueField-2 um bis zu 24 Prozent gesenkt werden. In einem Fall erbrachten die DPUs die 54-fache Leistung von CPUs.
„Die Beschleunigung der Datenverarbeitung mit DPUs für Netzwerk-, Sicherheits- und Speicheraufgaben ist einer der nächsten großen Schritte, um Rechenzentren energieeffizienter zu machen“, so der Originalton von Nvidia.
Beispiel VMware: Weniger Server für die gleiche Arbeitslast
Seit Freigabe der Software „vSphere 8“ im Herbst dieses Jahres hat Nvidia nach eigener Aussage zusammen mit VMware mehrere Testläufe durchgeführt, bei denen speziell die Energie-Effizienzeffekte der Bluefield-2-DPUs in verschiedenen Umgebungs-Konstellationen untersucht wurden.
Dabei lieferte Bluefield-2 beispielsweise beim Einsatz der „VMware vSphere Distributed Services Engine“ - einer Software, die Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen mit Hilfe von DPUs auslagert und beschleunigt – auch dann eine höhere Leistung, wenn gleichzeitig 20 Prozent der CPU-Ressourcen für andere Zwecke freigegeben wurden.
Konkret bedeutet ein solches Ergebnis, dass die Benutzer weniger Server einsetzen können, um die gleiche Arbeitslast auszuführen, oder mehr Anwendungen auf den gleichen Servern ausführen können. Eine derartige Optimierung basiert technisch darauf, dass DPUs über spezielle Hardware-Engines mit direktem Zugriff auf die Netzwerk-Pipeline verfügen und daher in der Regel Energie-effizienter eingesetzt werden können als Standard-Server-CPUs.
Mehr noch: Selbst wenn eine Netzwerkaufgabe nicht durch domänenspezifisches Silizium beschleunigt werden kann, sind die DPU-Cores generell so auslegt, dass sie softwaredefinierte Netzwerke (SDN), Telemetrie, Deep Packet Inspection und andere ähnlich strukturierte Netzwerkaufgaben effizienter als die Server-CPU durchführen.
Beispiel Ericsson: Energiekosten um fast 2 Millionen Dollar gesenkt
Enormes Sparpotenzial in Sachen Energieverbrauch hat auch der Telekommunikationsanbieter Ericsson in mehreren Szenarien offengelegt, in denen die verbrauchsdämpfende Wirkung der DPUs im Rahmen der so genannten User-Plane-Funktion (UPF) für 5-G-Netzwerke untersucht wurde. Diese Funktion ist für das schnelle Routing und die Weiterleitung sowie die gleichzeitige Prüfung und die QoS-Behandlung der Datenpakete zuständig, alles sehr rechenintensive und sicherheitskritische Aufgaben.
Die Spezialisten von Ericsson testeten UPF auf Servern, bei denen einmal die damit einhergehenden Netzwerkaufgaben auf der Server-CPU belassen wurden und einmal auf eine „ConnectX-6 Dx SmartNIC.4“ von Nvidia ausgelagert wurden. Zusätzlich wurde auch noch getestet, wie sich „Teil-Stilllegungen“ der CPU beziehungsweise Frequenzskalierungen der CPU – das heißt Frequenzanpassungen je nach Arbeitslast – auf den Stromverbrauch auswirken.
Es zeigte sich, dass CPU-Teil-Stilllegungen („Mikroschlafphasen“) und Frequenzskalierung bei geringerer Arbeitslast zu erheblichen Energie-Einsparungen führten, wohingegen bei hoher Arbeitslast eindeutig der Einsatz der DPU das Einsparpotenzial am besten ausschöpfte.
Bei einem voll ausgelasteten Netzwerk sank der Energieverbrauch um 24 Prozent, von 190 auf 145 Watt. Allein durch diese DPU-Anwendung könnten die Stromkosten eines großen Rechenzentrums über drei Jahre um fast 2 Millionen Dollar reduziert werden.
Beispiel Red Hat: 70 Prozent weniger Overhead, 54-mal mehr Leistung
Noch deutlicher zugunsten der DPUs fielen die Ergebnisse bei Tests mit der Container-Verwaltungsplattform „Openshift“ von Red Hat aus. In diesen Tests übernahmen die Bluefield-2 DPUs die Virtualisierungs-, Verschlüsselungs- und Netzwerkaufgaben, die für die Verwaltung dieser portablen Anwendungs- und Codepakete erforderlich sind.
Dabei reduzierten die domänenspezifischen Spezialprozessoren die Netzwerkanforderungen an die CPUs um 70 Prozent, so dass diese für die Ausführung anderer Anwendungen zur Verfügung standen. Darüber hinaus beschleunigten sie die Netzwerkaufgaben um das 54-fache.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Der Test zeigte, dass Rechenzentren in Netzwerken, in denen beispielsweise der Security-Algorithmus IPsec auf DPUs läuft, die Leistung verbessern und gleichzeitig den Stromverbrauch um 21 Prozent für Server und 34 Prozent für Clients senken können. Für große Rechenzentren könnte dies über einen Zeitraum von drei Jahren zu Einsparungen von fast 9 Millionen Dollar bei den Stromrechnungen führen.
Einsparungen bei Investitions- und Betriebskosten
Als Fazit der Tests macht Nvidia die folgende Rechnung auf: Durch Beschleunigung einerseits und die Entlastung der Standard-Server-CPUs andererseits ergeben sich weniger Investitionskosten durch den geringeren Bedarf an Servern und durch die geringere Zahl der Server sinken gleichzeitig der Stromverbrauch und damit die Betriebskosten.
Durch diese beiden Effekte ergeben sich laut Nvidia Einsparungen von 26 Millionen Dollar über drei Jahre in einem großen Rechenzentrum mit 10.000 Servern. Sicher wird jeder Anwender seine eigene Rechnung im Rahmen seiner spezifischen Server-Konfigurationen und Arbeitslasten erstellen müssen. Vergessen werden darf dabei nicht, dass die Kosten der DPUs selbst einfließen müssen.