Cloud und die Bedrohung durch x86-Server Die Zukunft des Mainframes: Perspektive der Anwender in Frage gestellt
Welche Rolle spielt der Mainframe in Zukunft und wohin sollen sich die Mainframe-Spezialisten orientieren? Die diesjährige Jahrestagung der GSE, der deutschen Anwendergruppe der IBM mit Fokus auf den Mainframe, suchte nach Perspektiven.
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Welche Perspektiven haben Mainframe-Anwender, wie sicher ist ihre Zukunft und wie stark ist IBM als Partner? Diese Fragen warf Dr. Michael Weiß, Region Manager GSE Deutsche Region, in seiner Eröffnungsrede auf.
Während HP sich als Computerhersteller an Stelle eins vorgearbeitet habe und Samsung bald den zweiten Platz einnehme, Google und Facebook innerhalb von wenigen Jahren einen gigantischem Aufstieg hingelegt habe, sei IBM nur mühsam an die 100 Milliarden Umsatzmarke gekommen. IBM setze nach wie vor auf Manpower-intensive Geschäftsmodelle, die heute weniger lukrativ erscheinen als das schnelle Geld beispielsweise mit sozialen Medien.
Nicht dass es dem Unternehmen an Innovation fehle, IBM sei weiter führend bei der Patetentanmeldung, aber geht es in die richtige Richtung? „Den Austieg aus CATIA im März habe ich persönlich nicht verstanden“, sagt Dr. Weiß. „Wir wünschen uns eine Smarter IBM“, resümiert DR. Weiß zum Schluss seines Vortrags.
In den Augen des IBM-Kritikers Raimund Vollmer, ein freier Journalist, der ebenfalls die Geschäftsmodelle IBMs in einem Vortrag bewertete, sei der größte Fehler von IBM, dass keine Individuen in der Strategie vorkommen. „IBM konzentriert sich nur auf smarte Systeme, aber wo bleiben die Menschen?“ Damit verpasse IBM den Trend zum quartärten Sektor, der Dienstleistungen um Dienstleistungen herum anbiete. Quartäre Unternehmen organisieren ihre Services um das Individuum herum und neuartige Modelle wie Amazon oder Google sind die Paradebeispiele.
Der Mainframe ein Auslaufmodell
Neue Mainframeanwender in Deutschland gebe es kaum, dafür müssen die Mainframespezialisten erleben, dass Unternehmen immer häufig aus Kostengründen in offene Systeme integrieren und Anwendungen von Mainframe weg verlagern. Auch seien Unternehmen nicht aktiv genug, Nachwuchs für den Mainframe heranzuziehen. „Wird die kommende z11-Plattform wirklich die beste Plattform für die Zukunft sein oder genügt für Cloud nicht ein x86-Park?“, diese Frage stellte Dr. Weiß in den Raum.
Der Analyst Andreas Zilch, Lead Advisor und Vorstand der Experton Group, sieht in seinem Vortrag kaum Veränderungen auf dem Mainframemarkt. „Große Mainframe-Umgebungen werden ausgebaut, kleine konsolidiert oder migriert.“ Die z-Plattform ist in seinen Augen sicher bis 2020.
Allerdings bleibt die Lizenzpolitik und die damit verbundenen hohen Kosten weiterhin ein Kritikpunkt an IBM.
Neue Perspektiven
„Wir haben dieses Jahr bewusst nur sehr wenig Vorträge von IBM, dafür aber Hersteller wie Intel eingeladen, um auch Ausblicke auf die Entwicklung der nächsten Jahre zu geben“, meint Dr. Weiss.
Im nächsten Jahr soll dann IBM wieder einen prominenten Platz erhalten. In ihrem Vortrag versuchte Veronika Teufel, IBM Vice President Marketing & Communications, Vertrauen in die neue strategische Ausrichtung des Unternehmens zu erzeugen.
„Nach einer Stagnationsphase zeigt die Strategie des Smarter Planet Auswirkungen“, meinte die IBM Managerin. Dabei will sich IBM in Zukunft auf den Aufbau einer globalen intelligenten Infrastruktur konzentrieren.
Aktivitäten der GSE
Die GSE wandelt sich. Zunehmend kommen Themen wie Anwendungsentwicklung in den Fokus, auch engagiert sich die GSE verstärkt gemeinsam mit der IBM im Bereich der Ausbildung. Sehr gut kommen auch technische Konferenzen an, die GSE-Mitglieder zu günstigeren Konditionen besuchen können.
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