Mit DCIM im Kampf gegen Ineffizienzen, Kostenexplosionen und Tappen im Dunkeln Die magischen Drei für Rechenzentren - Fläche, Energie und Kühlung

Ein Gastbeitrag von Oliver Lindner* 5 min Lesedauer

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In Zyklen so kurz wie nie unterliegen Rechenzentren dem Veränderungsdruck. Betreiber müssen Innovationen anstoßen und Technologien weiterentwickeln, um den wachsenden Anforderungen an Effizienz, Nachhaltigkeit und Skalierbarkeit gerecht zu werden. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Optimierung von Fläche, Energie und Kühlung.

Der Autor Oliver Lindner erkennt drei magische Säulen, auf denen das Management von Ressourcen im Rechenzentrum aufbauen sollten. (Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Der Autor Oliver Lindner erkennt drei magische Säulen, auf denen das Management von Ressourcen im Rechenzentrum aufbauen sollten.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Zu der Vielzahl komplexer Herausforderungen zählen steigende Energiepreise und geopolitische Konflikte ebenso wie disruptive Veränderungen durch die zunehmende Digitalisierung und boomende KI-Technologien. Hinzu kommen steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und Energie-Effizienz, die in strengeren gesetzlichen Regularien wie der EU-Energie-Effizienzrichtlinie zum Ausdruck kommen.

Um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, müssen Unternehmen den Stromverbrauch in ihren Rechenzentren senken und den CO₂-Ausstoß minimieren. Unabdingbar hierfür ist ein präzises und intelligentes Ressourcen-Management.

Kurz gefasst:

Ein effizienter, nachhaltiger und flexibel skalierbarer Betrieb ist für die Zukunftssicherheit von Rechenzentren heute wichtiger denn je. Um hier mit den steigenden Anforderungen Schritt zu halten, müssen Betreiber vor allem drei zentrale Aspekte im Blick behalten: Flächenoptimierung, Stromversorgung und Kühlung.

Eine moderne DCIM-Anwendung liefert Echtzeit-Einblicke in den Betrieb und ebnet den Weg für prädiktive Analysen sowie datengestützte, automatisierte Planungsprozesse. IT-Führungskräfte steigern dadurch die Performance der Infrastruktur, senken Kosten und profitieren somit von einem strategischen Wettbewerbsvorteil.

Die Pain Points beim Betrieb von Rechenzentren

Die meisten Rechenzentrumsbetreiber sind diesbezüglich jedoch nicht optimal aufgestellt: So dominieren in bestehenden Infrastrukturen häufig fragmentierte, isolierte Tools und Systeme, was eine ganzheitliche Sicht auf Fläche, Energie und Kühlung verhindert. Aufgrund der fehlenden Transparenz basieren wichtige Entscheidungen oft auf unvollständigen oder veralteten Daten.

Zudem sind physisch vorhandene Ressourcen durch eine unzureichende Planung teils nicht nutzbar. Dies führt zu ineffizienter Auslastung und unnötigen Kosten.

Ein weiteres Manko: Der Strom- und Kühlungsbedarf wird häufig auf Basis von Nennwerten und Worst-Case-Szenarien berechnet. Der tatsächliche Verbrauch liegt in den meisten Fällen deutlich darunter, sodass Potenzial für eine höhere Dichte und Effizienz verschenkt wird.

Hinzu kommt, dass sich Infrastrukturänderungen oft nicht sicher vorhersehen lassen und daher kurzfristig und ungeplant erfolgen. Dies erhöht das Risiko von Ausfällen und Betriebsunterbrechungen signifikant.

Und nicht zuletzt fehlt es häufig an einer zentralen und konsistenten Dokumentation. Ohne einheitliche Datenbasis sind die Skalierung von Ressourcen und die Automatisierung von Workflows jedoch kaum möglich. Zudem führen Wissenslücken und manuelle Prozesse zu Fehlern und ineffizienter Zusammenarbeit.

DCIM als Patentlösung

Rechenzentrumsbetreiber sollten alle diese Herausforderungen sicher in den Griff bekommen, um die Effizienz zu maximieren, die Kosten zu senken und die Zukunft ihrer Infrastrukturen zu sichern. Eine praktikable Lösung hierfür bildet ein fundiertes Datacenter Infrastructure Management (DCIM).

Dabei handelt es sich um ein integriertes Framework für die Überwachung, Analyse und Steuerung von Rechenzentrumsressourcen in Echtzeit. Die Systematik schlägt eine Brücke zwischen IT- und Facility Management und sorgt so für maximale Betriebseffizienz.

DCIM entstand als Reaktion auf die zunehmende Komplexität von Rechenzentren, in denen mangelnde Koordination zu Ineffizienzen und Engpässen bei den Ressourcen führte. Moderne DCIM-Plattformen nutzen heute Künstliche Intelligenz (KI), prädiktive Analysen und Automatisierungs-Tools, um Kapazitätsplanung, Energieverbrauch und Nachhaltigkeit zu optimieren. Angesichts der Expansion von Rechenzentren ist eine nahtlose Koordination zwischen IT-Infrastruktur und Facility Management unerlässlich, um einen stabilen Betrieb sicherzustellen und die Kosten zu senken.

Zusammenspiel von Fläche, Energie und Kühlung

Der strategische Nutzen und die operative Arbeitsweise von DCIM-Lösungen beruhen auf drei Säulen für das Management von Ressourcen: Wichtig ist zunächst die Optimierung des vorhandenen Platzangebots. Denn Rechenzentren stehen aufgrund steigender Serverdichte und hohen Immobilienkosten unter zunehmendem Druck, ihre Räumlichkeiten bestmöglich zu nutzen. Eine effiziente Auslastung der bestehenden Fläche maximiert nicht nur die Betriebskapazität, sondern verbessert auch die Zugänglichkeit und Wartungsfreundlichkeit.

Zu den Best Practices beim Raum-Management zählen ein präzises Bestands-Tracking, die Standortkartierung in Echtzeit sowie eine proaktive Kapazitätsplanung. Zudem stellt ein strukturierter Ansatz für MAC-Workflows (Move/Add/Change) sicher, dass Änderungen der Infrastruktur mit den langfristigen strategischen Zielen im Einklang stehen.

DCIM-Software erleichtert durch die Integration automatisierter Workflows und Echtzeit-Visualisierungs-Tools die intelligente Raumnutzung im Rechenzentrum. Auf dieser Basis können Betreiber fundierte Entscheidungen treffen, bevor sie Modifikationen an der Infrastruktur vornehmen.

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Optimierung des Energie-Management

Die zweite Säule der Ressourcenoptimierung bildet ein durchdachtes Energie-Management: Denn die zuverlässige Stromversorgung bei gleichzeitiger Minimierung des Verbrauchs stellt Betreiber von Rechenzentren vor Herausforderungen. So erfordert etwa die Zunahme von High-Density-Computing eine bedarfsgerechte Energieversorgung, um Lasten effektiv auszugleichen. Während ein Überangebot zu ungenutzten Kapazitäten und Energieverschwendung führt, kann eine Unterversorgung betriebliche Einschränkungen und sogar Ausfälle zur Folge haben.

Für ein optimiertes Energie-Management ist die kontinuierliche Überwachung der Stromkreise und ein Lastausgleich erforderlich. Wichtig sind dabei skalierbare Strategien zur Stromverteilung, die Integration einer unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) und von Generatorsystemen sowie eine proaktive Kapazitätsplanung.

Nur so können Rechenzentren die Betriebskontinuität sicherstellen und gleichzeitig ihre Nachhaltigkeitsziele erreichen. DCIM-Plattformen bieten fortschrittliche Analysen, um den Stromverbrauch in Echtzeit zu überwachen, den zukünftigen Bedarf zu prognostizieren und die Gesamtenergieeffizienz zu verbessern.

Kühlung für Schutz von Betrieb und Hardware

Als dritte Säule einer optimalen Ressourcenplanung fungiert das effektive Management der Kühlungsinfrastruktur: Dieses ist entscheidend für die Langlebigkeit und Betriebssicherheit von Geräten.

Allerdings führen herkömmliche Kühlungsmethoden oft zu einem übermäßigen Energieverbrauch. Daher sind intelligente Strategien für das Luftstrommanagement sowie fortschrittliche Kühltechnologien unerlässlich. Denn mit zunehmender Rack-Dichte steigt das Risiko von Hotspots und einer ungleichmäßigen Luftstromverteilung.

Auch hier können fortschrittliche DCIM-Produkte ihre Vorteile ausspielen: Sie optimieren die Kühleffizienz durch die Überwachung der Umgebung, intelligente Strategien für die Kühlprozesse und vorausschauende Analysen. Zudem unterstützen DCIM-Systeme die Integration von Sensoren zur Temperatur- und Feuchtigkeitsüberwachung, CFD-Analysen (Computational Fluid Dynamics) sowie Lösungen für Flüssigkeitskühlung. Damit können Rechenzentren Energie einsparen und gleichzeitig optimale thermische Bedingungen gewährleisten.

*Der Autor
Oliver Lindner verfügt über 30 Jahre Erfahrung in der IT und im Management von IT-Infrastrukturen mit Schwerpunkt auf Rechenzentren. Seit vielen Jahren arbeitet er bei FNT Software, Anbieter von integrierter Software für das IT-Management.
In der aktuellen Position als Director of Product Management ist er für die strategische Ausrichtung und kontinuierliche Verbesserung der Softwareprodukte für Rechenzentren verantwortlich. Ziel ist es, Kunden bei der effizienten und transparenten Gestaltung ihrer IT-Infrastruktur zu unterstützen.

Bildquelle: FNT GmbH

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