Geothermie: Die Datacenter-Praktiker stehen auf alternative Kühlung

Die Gewinner des Deutschen Rechenzentrumspreis stehen fest

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Die Publikums-Preise

Die Besucher der Kongressmesse kürten zwei Geothermie-Projekte zu ihren Lieblingen. In der Kategorie 2 gewann die Rittal GmbH & Co. KG (siehe: Abbildung 6 und 7). Michael Nicolai, Direcor International Project & Product Support bei Rittal, bedankte sich seinerseits bei der Brunnenbaufirma Celler. Geplant hat das Rechenzentrum Delta Plus Datensysteme.

Denn die Grundidee ist die Nutzung von Geothermie-Sonden zur Abführung der in Rechenzentren durch die Server produzierten Wärmelast. Dabei steht nicht nur eine Kühlung auf festgesetzte Parameter im Vordergrund, sondern die bedarfsgerechte Kühlung des Server-Equipment.

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Die Festlegung der Pumpenleistung zur Förderung der benötigten Medium-Menge an die Verbrauchsstelle erfolgt durch aktive Kommunikation aller Geräte untereinander. Aus der geschätzten Verlustleistung – die Ermittlung geschieht über den Energieverbrauch der Server – und des tatsächlich notwendigen Kühlbedarfs ermittelt der Master-Controller die entsprechenden Führungsgrößen, mit denen die Regel-Algorithmen versorgt werden.

Rittal setzt auf ständige Korrekturen

Eine ständige Rückführung der Werte erlaubt die bedarfsgerechte Kühlung der Server. Sollte zum Beispiel am Wochenende die Rechnerleistung gesamt oder auch nur punktuell sinken, werden die Aktoren der Kühlung entsprechend ausgesteuert, um ständig eine optimale Energieeffizienz erreichen zu können.

Zum Hintergrund des Projekt bei erläutert Dahmer: „Durch die rasant gestiegenen Energiekosten und unter Berücksichtigung des Umweltgedankens musste nach alternativen Kühlungs- oder Kälteerzeugungswegen gesucht werden. Da IT-Kühlequipment in den meisten Fällen aus aktiven und kommunikativen Komponenten besteht, lag die Idee nahe, die Geräte auf Basis einer homogenen Sprache miteinander zu vernetzten. Als letzter Schritt mussten dann noch verbrauchsoptimierende Algorithmen zur Anwendung gebracht werden.

BM Green Cooling

Einen lautstarken Ausbruch der Freude über den weiten Publikumspris erlebten die Anwesenden bei BM Green Cooling. Marc Siggelow realisierte den Wunsch eines Kunde, der die Geothermie für die Kälterzeugung nutzen wollte (siehe: Abbildung 8 und 9).

Im Gegensatz zu herkömmlichen Klima-Anlagen, die heute in Rechenzentren eingesetzt werden, verzichtet die geothermische Lösung komplett auf eine maschinelle Kälte-Erzeugung: Die Kühlung erfolgt stattdessen mit Hilfe von Kaltwasser/Glykol, das über einen geschlossenen Rohrleitungssystem bis in eine Bodentiefe von rund 99 Metern geführt wird.

Das Erdreich hat in dieser Tiefe eine konstante Temperatur von 9 bis 14 Grad. Zwei redundant arbeitende Zirkulationspumpen befördern das Kaltwasser/Glykol durch das Rohrsystem.

Ruhepausen für das Erreich eingeplant

Hierbei können relativ hohe Vorlauftemperaturen zum Einsatz kommen. Je nach Projekt wird zusätzlich ein großzügig dimensionierter „FreeCooler“ im Außenbereich installiert. Dieser übernimmt in den drei kältesten Monaten des Jahres die Kaltwassererzeugung durch indirekte freie Kühlung.

Die Ruhephase der Geothermie- Anlage verhindert, dass dem Erdreich dauerhaft zu viel Wärme zugeführt wird. Die 3-monatige Winterpause gibt dem Erdreich Zeit, sich zu entspannen.

Das System kann außerhalb des Taupunktes betrieben werden, so dass kein Kondensat anfällt. Innerhalb des Systems sind nur wenige mechanische Bauteile installiert, die die Anlage robust und ausfallsicher machen.

Der Einsatz der Geothermie eignet sich für Kälteleistungen zwischen 15 Kilowatt und 80 Kilowatt. Größere Anlagen sind nur in Kombination mit Wärmepumpen sinnvoll.

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DataCenter-Insider war bei der Verleihung des Deutschen Rechenzentrumspreis dabei. Sie finden die Eindrücke vom Tag, Impressionen vom Veransatltungsort, dem technik-Museum Sinsheim, sowie Fotos der Gewinner in der Bildergalerie Deutscher Rechenzentrumspreis.

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