In Anlehnung an einen berühmten Geheimagentenfilm: Eine Cloud ist nicht genug! Moderne Geschäftsanforderungen sorgen dafür, dass Unternehmen immer häufiger auf Multicloud-Plattformen setzen müssen. Wichtige Argumente sind dabei zum Beispiel Ausfall- und Datensicherheit sowie größtmögliche Flexibilität.
Multicloud-Plattformen sollen den Betrieb der Unternehmens-IT, die auf verschiedene Clouds verteilt ist, möglichst fllexibel, einfach, sicher und nahtlos ermöglichen.
(Bild: d1sk - stock.adobe.com)
Wie eine aktuelle Studie der Marktforscher von Vanson Bourne zeigt, verwenden in Deutschland derzeit nur sechs Prozent aller Unternehmen eine hybride Multicloud-Umgebung. Bis 2026 soll sich das laut den Experten aber drastisch ändern: Bis dahin sollen die Hälfte aller Firmen auf diese Art einer Cloud-Infrastruktur setzen.
Die Qual der Wahl
Allgemein bietet der Einsatz mehrerer paralleler Clouds im Geschäftsalltag diverse Vorteile. Allerdings muss zunächst zwischen Multicloud-Plattformen und hybriden Varianten unterschieden werden. Vorsicht, dabei besteht durchaus Verwechslungsgefahr: Eine hybride Cloud-Umgebung bezeichnet eine Kombination aus On-Premises-Infrastruktur und Cloud-Systemen, ist also eine Sonderform und etwa für die Auswahl der Firmen, die in die Abstimmung für die DataCenter-Insider-Awards gehen, von Bedeutung.
Multicloud-Umgebungen bestehen grundsätzlich aus mehreren isolierten Deployments desselben Typs, stammen aber möglicherweise von unterschiedlichen Providern – etwa bei zwei parallelen Public Clouds, die jeweils unterschiedlichen Zwecken dienen. Durch den Einsatz verschiedener Anbieter wird ein „Vendor Lock-in“ vermieden. Tauchen bessere Angebote auf, lässt sich ein Umzug meist in kurzer Zeit realisieren.
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Bei hybriden Multicloud-Plattformen findet man einen echten Mischbetrieb: Hier arbeiten zum Beispiel eine Public und eine Private Cloud im direkten Zusammenspiel. Workloads werden dabei etwa per API oder Container nach Bedarf portiert.
Laut der Vanson-Bourne-Studie ist hier aber die reibungslose Interoperabilität immer noch ein Problemthema. So gaben nur 39 Prozent der Teilnehmer an, dass ihre Umgebungen vollständig miteinander kooperieren. Ein gewisses Maß an Interoperabilität ist bei weiteren 56 Prozent zu finden. Die grundsätzlichen Vorteile hybrider Varianten ähneln stark der Multicloud - allerdings schließen sich die beiden Ansätze gegenseitig aus.
Flexibel, sicher und hochverfügbar
Die Studie von Vanson Bourne zeigt auch, auf welche Dinge Unternehmen heute bei der Wahl ihrer Cloud-Infrastruktur achten. Dazu zählen etwa Sicherheit, Datenschutz und -souveränität, Flexibilität, Leistung, Compliance und Kosten. Insbesondere bei der Flexibilität können Multicloud-Plattformen punkten. Sie ermöglichen im Grunde den Betrieb einer jeweils eigenen maßgeschneiderten Cloud für unterschiedliche Geschäftsanforderungen.
Beispiele dafür sind das Hosting einer proprietären Anwendung, den Betrieb von Umgebungen mit stark schwankender Auslastung oder der Einsatz als kostengünstiger Archivspeicher für selten genutzte Daten. Auch Filialen oder weltweit verteilte Niederlassungen lassen sich über regional gehostete Clouds verbinden. Dies erhöht nicht nur die Reaktionszeit, sondern gestattet auch die Einhaltung landesspezifischer Compliance- und Datenschutzvorgaben.
Auch in Sachen Sicherheit haben Multicloud-Plattformen einiges in petto. So sind zum Beispiel Failover-Implementierungen ebenso möglich wie hochskalierbare Backup-Systeme für Daten und Workflows. Verteilt das Unternehmen seine gespeicherten Daten auf mehrere Clouds, wird zudem ein „Single Point of Failure“ ausgeschlossen. DDoS-Attacken („Distributed Denial of Service“) können dadurch nicht mehr ganze Umgebungen auf einmal lahmlegen.
Alles im Griff
Die Verwaltung der Multicloud-Plattformen erfolgt meist zentralisiert über eine Management-Konsole oder entsprechende Lösungen. Sie machen der IT-Administration das tägliche Arbeitsleben erheblich leichter, da sie als „Single Pane of Glass“ einen detaillierten Überblick über sämtliche Ressourcen und Prozesse der Multicloud-Umgebung geben.
Automatisierungsfunktionen sorgen dabei für das schnelle Bereitstellen und Skalieren von Anwendungen. Self-Service-Möglichkeiten erlauben Anwendern in zuvor definiertem Rahmen die eigenhändige Anforderung von Ressourcen, ohne dazu jedes Mal die Hilfe der IT-Abteilung zu benötigen.
Stand: 08.12.2025
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Administratoren können außerdem Richtlinien und Compliance-Vorgaben zentral durchsetzen und überwachen. Dank des Überblicks über alle aktiven Workloads lassen sich auch Schwachstellen oder Performance-Probleme schnell erkennen und beheben. Das zentrale Management ermöglicht auch weitere Einsparungen im laufenden Betrieb der Multicloud-Plattform, etwa dank Reports und intelligenter Analysen, die gezielte Optimierungen sowie den Vergleich unterschiedlicher Provider-Angebote erleichtern.