Hypervisoren Type 1 und Typ 2: Bare-Metal-Hypervisor jetzt auf Endgeräten Der neue Xendesktop-Client: Virtual Desktops für alle, Teil1

Autor / Redakteur: Walter Hofstetter* / Ulrich Roderer

Mit Citrix XenClient ist nun erstmals ein Bare-Metal-Hypervisor für Endgeräte auf dem Markt. Der Hypervisor basiert auf der Xen 64-Bit-Open-Source-Virtualisierungstechnologie. Was unterscheidet einen Bare-Metal-Hypervisor von Typ-2-Hypervisoren und wo liegt der Nutzen?

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Virtuelle Maschinen gehören heute zum Alltag. Während man in Rechenzentren und Serverräumen wohlweislich auf Typ-1-Hypervisoren setzt, die direkt auf der Hardware implementiert sind, kommen auf Client-Seite in der Regel noch Typ-2-Virtualisierungslösungen, die auf einem bestehenden Betriebssystem wie Windows oder Linux - mit entsprechenden Performance-Einbußen - laufen, zum Einsatz.

Doch neuerdings ist professionelle Typ-1-Virtualisierung auch für Endgeräte verfügbar. Dies bringt Vorteile bei Performanz, Sicherheit sowie Backup und Recovery. Vor allem aber kann ein Administrator damit selbst Anwendern, die zeitweise offline arbeiten, zentral verwaltete virtuelle Desktops zuteilen.

Die beiden Megatrends in der professionellen IT - die Virtualisierung und die Zentralisierung von Ressourcen im Data Center - schlagen immer mehr auch auf die Client-Seite durch. Nicht umsonst herrscht derzeit ein regelrechter Hype um die Desktop-Virtualisierung, verspricht sie doch, einige der von der Server-Virtualisierung bekannten Vorteile auf Clients auszudehnen: flexible Ressourcenzuweisung und Skalierung, zentrales Management sowie Durchsetzung von Richtlinien und damit ein einfacherer Compliance-Nachweis.

Gehostete und lokale virtuelle Desktops

Zwei Ansätze der Desktop-Virtualisierung lassen sich unterscheiden: Die heute heiß diskutierte Variante ist Hosted Virtual Desktop (HVD) - das zentrale Vorhalten virtueller Desktops im Rechenzentrum - als Ergänzung zur Applikations-Virtualisierung, wie sie unter der Überschrift „Server-based Computing“ in zahlreichen Unternehmen schon gang und gäbe ist. Den zweiten Ansatz, Local Virtual Desktop (LVD), kennen zahlreiche Anwender seit geraumer Zeit als bequemes Mittel, auf ihrem PC oder Notebook lokal mehrere VMs (virtuelle Maschinen) parallel zu betreiben - sei es für Demo- und Entwicklungszwecke oder als Möglichkeit, betriebssystemübergreifend zu arbeiten.

Für LVD kommt traditionell ein Typ-2-Hypervisor zum Einsatz, also eine Virtualisierungsschicht, die auf dem Betriebssystem des Hosts (in diesem Fall also des Endgeräts) aufsetzt. Ein bekanntes Beispiel ist VMware Workstation. Im Data Center hingegen dominieren die Typ-1- oder „Bare-Metal“-Hypervisoren wie VMware ESX/ESXi, Citrix XenServer oder Microsoft Hyper-V. Denn nur die hardwarenah operierenden, auf dem - daher der Name - „nackten Metall“ aufsetzenden Typ-1-Hypervisoren erfüllen die hohen Ansprüche der RZ-Betreiber und Administratoren an Stabilität, Performance und Sicherheit.

So nützlich und effektiv die HVD-Architektur für die meisten Umgebungen ist: An ihre Grenzen stößt sie, wenn es um mobile Mitarbeiter geht. Denn diese sind in ihrem Arbeitsalltag häufig offline oder aber nicht mit einer Bandbreite angebunden, die ausreicht, um per Fernzugriff auf einem im RZ gehosteten virtuellen Desktop flüssig arbeiten zu können. Die Dringlichkeit dieses Problems nimmt ständig zu: Immer mehr Mitarbeiter arbeiten mobil - oder zumindest dank Ausstattung mit einem Notebook an wechselnden Arbeitsplätzen, zum Beispiel teils im Home Office. Laut einer Prognose von Gartner sollen bis zum Jahr 2012 bereits stolze 70 Prozent der PCs mobile Rechner sein.

Für viele Unternehmen ist deshalb eine Kombination von HVD und LVD - natürlich mit zentraler Kontrolle durch den Administrator - wünschenswert. Diesem Wunsch stand allerdings bisher der Umstand entgegen, dass auf Clients bislang Typ-2-Hypervisoren vorherrschten, die noch dazu keine geeigneten Tools für das zentrale Management boten.

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