Im Test: Photorec 6.10, Teil 2 Datenrettung auf Open-Source-Basis

Autor / Redakteur: Götz Güttich / Florian Karlstetter

Photorec stellt eine Software zum Wiederherstellen gelöschter Dateien und zum Retten von Daten aus defekten Partitionen dar. Das Open-Source-Tool arbeitet unter BSD, DOS, Linux, MacOS X, Solaris sowie Windows und lässt sich in einem Terminalfenster nutzen. Im zweiten und letzten Teil des Artikels werden verschiedene Einsatzszenarien in der Praxis vorgestellt.

Anbieter zum Thema

Im Test verwendeten wir Photorec in drei verschiedenen Szenarien: Zunächst setzten wir die Windows-Version der Software ein, um von einem Micro-SD-Chip mit der Kapazität von einem GByte, der mit FAT32 formatiert und zu einem Drittel belegt war, sämtliche Dateien wiederherzustellen. Dazu benötigte das Tool etwa 1,5 Minuten und fand alle von uns zuvor gelöschten Dokumente.

Außerdem verwendeten wir die Mac OS-Version der Software, um von einem alten, häufig gebrauchten Power Mac G4 mit 400 MHz Taktfrequenz, der über eine 40 GByte-Platte verfügte, alle Dateien wiederherzustellen, die das Werkzeug finden konnte. Die Festplatte war zum Testzeitpunkt zu etwa einem Viertel belegt. Photorec fand hier knapp eine Million Dateien und etwas mehr als 24 GByte an Daten, die Wiederherstellung an sich dauerte etwa 40 Stunden.

Unter den wiedergefundenen Dateien fanden sich tatsächlich etliche brauchbare, teilweise auch ältere Daten. Viele Files enthielten jedoch auch sinnlose Angaben oder waren überhaupt nicht mehr nutzbar, wie etwa manche als MPG-File erkannte Dateien. Brauchbar waren vor allem die Dateien, deren Löschzeitpunkt noch nicht lange zurücklag.

Als drittes Einsatzgebiet erstellten wir etliche Dokumente mit OpenOffice 3.0 unter Linux, löschten diese wieder, arbeiteten zwei Tage lang mit dem Rechner und versuchten dann, die Files wiederherzustellen. In diesem Fall dauerte die Recovery eine gute Stunde, allerdings waren circa zwei Drittel der Dateien nicht mehr nutzbar. Das lässt sich darauf zurückführen, dass die /home-Partition verhältnismäßig klein war und deswegen bei der täglichen Arbeit viele Schreibvorgänge an den gleichen Orten stattfanden.

Die Dateiwiederherstellung ist also zu gewissen Teilen reine Glückssache und hängt hauptsächlich davon ab, ob auf der betroffenen Partition seit dem Löschvorgang viel geschrieben wurde.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:2019197)