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Der Temperaturfaktor
Fällt hier der Strom aus, kann Verne Global auf ein eigenes Umspannwerk beziehungsweise eigene Generatoren auf dem Gelände zurückgreifen. Ansonsten verfügen die Einrichtungen, auch im Tier-I- und -II-Bereich über Stromanschlüsse aus verschiedenen Richtungen von unterschiedlichen Anbietern. Die Kühlung basiert auf Freiluft- und indirekter Frischluftkühlung. „In den vergangenen Jahren haben wir nur Stunden mit zusätzlicher generierter Kälte gearbeitet“, so Balcells.
Auch hier profitiert Verne Global von den isländischen Gegebenheiten. Obwohl die Insel knapp unter dem Polarkreis liegt, sinken die Temperaturen selten auf zweistellige Minusgrade. Im Winter liegt in dieser Gegend nur wenig Schnee und es bleibt zumeist bei Temperaturen rund um den Nullpunkt.
Im Sommer hingegen klettern die Anzeigen auf den Thermometern selbst im Juni und Juli selten über 25 Grad. Schuld daran ist der Golfstrom, der die Insel umfließt. Bemerkenswert ist jedoch der kräftige Wind, der im Fall eines Vulkanausbruchs, wie beim Eyjafjallajökull 2010, die lästige und giftige Asche weg von dem Verne-Global-Gelände blasen würde, da dieses recht nah am Meer liegt.
Kommunikation nach Europa und in die USA
Neben den Sicherheitsvorkehrungen, die insbesondere durch jede Menge Kameras und Sensoren, Schlösser und Sicherheitspersonal auffallen, fällt bei den potenziellen Kunden auf die Anbindung an die Kommunikationsnetze ins Gewicht. „Anbieterneutralität“ heißt das Stichwort. Um es gleich zu sagen: Damit kann Island und somit Verne Global (noch) nicht dienen, die Vielfalt hält sich in Grenzen. . Man bemühe sich jedoch, weitere Carrier ins Land zu holen, heißt es vage etwa von Einer Hansen Tómasson, bei der Werbeagentur Promote Iceland zuständig für Foreign Direct Investment.

Fast noch wichtiger sind die Unterseekabel, die Island mit der Welt verbinden: Farice ist der dortige Anbieter, die drei modernsten Unterseekabel landen in den Rechenzentren von Verne Global. „Farice 1“, von Osten kommend und seit 2014 mit einer Kapazität von 720 Gigabit pro Sekunde aktiv, erhielt im August vor zwei Jahren ein Upgrade auf 8.000 Gigabit pro Sekunde.
Es verband zunächst Torshavn mit Reykjavík und später auch London. Im September 2009 nahm Farice das zweite Highspeed-Kabel in Betrieb: Danice. Dieses stößt vom Westen auf die Insel, führt nach Kopenhagen und Amsterdam.
Carrier und Provider
Noch während der Bauarbeiten begannen die Arbeiten am dritten Kabel: “Greenland Connect”, es verbindet Island, Grönland und Neuschottland, eine kanadische Provinz. Besitzer ist nicht Farice, sondern Tele Greenland, nutzt aber denselben Endpunkt wie Danice.
Zudem hat im März dieses Jahres Epsilon, ein globaler Anbieter von Kommunikationsdienstleistungen in privater Hand, Farice eine ausgelagerte Netzwerklösung geliefert, über die sich Kunden aus 170 Ländern mittels der Seekabelinfrastruktur von Farice mit Verne Global verbinden können. Epsilon aber unterhält rund 500 Carrier-Beziehungen. Mit existierenden Points of Presences (PoPs) in London und Frankfurt kommen der Partnerschaft zwischen Farice und Epsilon, die weltweit mehr als 500 Carrier-Beziehungen von Epsilon zugute.
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