Besuch bei Verne Global

Das Rechenzentrum in Feuer und Eis

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Beste Qualität, auch in Tier I

Darüber hinaus ist, anders als so mancher bei grüner Energie erwartet, die Stromversorgung außerordentlich stabil. Im Vergleich Deutschland, USA, Schweden, Norwegen, Island steht seit 2013 nur Norwegen etwas besser da. In Deutschland sinkt stattdessen die Qualität seit 2010 und liegt damit niedriger als die in den Vergleichsländern.

Das Rechenzentrum in Feuer und Eis
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Die gleichbleibend gute Versorgung erlaubt Verne Global Tier-I-Kapazität aufzubauen, obwohl es für diese jeweils 1.800 Quadratmeter großen Rechnerräume weder USV-Anlagen noch Notfallgeneratoren gibt, eine Verfügbarkeit von 99,99 Prozent anzubieten. Das Failover ist per Software gesteuert. Die Innenwände sind in Leichtbauweise aus feuerfesten Materialien entstanden. Die Raumhöhe beträgt rund vier Meter, die Kühlung erfolgt direkt per Frischluft.

In einem der Tier-I-Räume von Verne Global.
In einem der Tier-I-Räume von Verne Global.
(Bild: Ulrike Ostler)

Das erlaubt den Betrieb von Racks, die bis zu 5 Kilowatt aufnehmen können. Allerdings werden diese anders als gewohnt montiert: quasi zu Seite gekippt, so dass die Rechner, Platten und Netzwerkkarten wie in Bücherregalen angeordnet sind. Der technische Direktor bei Verne Global Balcells betont, wie stolz er und sein ganzes Team auf dieses Angebot an die Kunden ist: „ Keiner sonst hat das“, sagt er. „Wir fordern die Kunden auf, darüber nachzudenken, ob tatsächlich jede Anwendung und alle Daten gleichermaßen kritisch sind, so dass sie in ein Tier-IV- oder Tier-III-Rechenzentrum müssen.“

Freie Wahl zwischen den Verfügbarkeits- und Sicherheitssstufen

Wählen die Kunden die Tier-I-Alternative von Verne Global, kommt sie das auf jeden Fall noch einmal günstiger. „Konservativ geschätzt“, so Balcells, „entsprechen die Einsparungen 30 - 35 Prozent.“

So wundert es nicht, dass die zwei Tier-I-Rechenräume gut gefüllt sind: Der erste Raum mit 30 x 60 Metern, seit rund einem Jahr in Betrieb, ist komplett ausgelastet, der zweite, seit Mai dieses Jahres live, etwa zur Hälfte. Da das Konzept derart erfolgreich ist, baut Verne Global weitere Tier-I und Tier-II-Rechenzentren auf. Sie sind fast fertig. „Wir fragen unsere Kunden: Was willst du haben? Was willst du zahlen? Und wir können ihnen jede Verfügbarkeitsklasse, sogar im Mix, anbieten. Ich habe noch kein anderes Datacenter gesehen, dass das kann“, sagt Balcells.

Das Rechenzentrum leitet seine Bezeichnung von Jules Vernesab, der den Fatasie-Roman "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" schrieb. Die Vorlage wurde zuletzt 2008 in Island verfilmt.
Das Rechenzentrum leitet seine Bezeichnung von Jules Vernesab, der den Fatasie-Roman "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" schrieb. Die Vorlage wurde zuletzt 2008 in Island verfilmt.
(Bild: Verne Global)

Doch auch die Co-Location-Flächen mit einer Tier-III- und Tier-IV-Einstufung sind durchaus ungewöhnlich. Die Einrichtung in jeweils 400-Quadratmeter-Einheiten stammt von Colt. Die mit „ftec“ bezeichneten Rechenzentrums-Bauteile wurden in Nordengland hergestellt, bei der Erweiterung im Mai 2013 zum Beispiel mit dem Schiff nach Island transportiert und vor Ort aufgebaut. In Betrieb genommen wurde die erste Anlage im dritten Quartal desselben Jahres.

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