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Schneller rechnen mit heißem Öl oder Brandschutzmittel

Cool: Im Supercomputing sind Wasser und Paraffin en vogue

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Revival der Wasserkühlung

Schon seit den achtziger Jahren wird daher auf die Kühlung mit Wasser oder Spezialflüssigkeiten gesetzt. Leider schädigte die von Cray verwendete Flüssigkeit das Ozon. Zwischenzeitlich reüssiert die Wasserkühlung, was sich in der Listung von entsprechend gekühlten Hochleistungsrechnern in der Green 500 Liste der Energie-effizientesten Rechner niederschlägt.

Mit Erfahrungen aus einem Projekt der ETH Zürich („Aquasar“ ) errichtete IBM am Leibniz Rechenzentrum in München das System „SuperMUC“, das mit heißem, aber destilliertem Wasser kühlt und die Abwärme wiederverwendet. Auch die aktuellen Mainframes von IBM, „EC12“ und „BC12“, sind wassergekühlt.

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Ein Gegenentwurf zu IBMs System der Wasserzu- und -ableitung stellte kürzlich HP in Las Vegas und Leipzig vor. Während das System „HP Apollo 6000“ noch luftgekühlt wird, setzt das Hochleistungssystem „Apollo 8000“ voll auf Wasserkühlung. Frank Baetke und seine Ingenieure weisen darauf hin, dass dieses Wasserleitungssystem mit normalem, also undestilliertem Wasser auskommt und folglich preiswerter im Betrieb ist.

Der 8000er, wo die Luftkühlung aufgibt

Die norwegische Universität Tromsö, begünstigt durch tiefe Temperaturen, setzt Apollo 8000 bereits ebenso ein wie das US-Bundesinstitut für erneuerbare Energien in Golden, Colorado. „Wir rechnen mit Einsparungen von rund 1 Million Dollar pro Jahr in Betriebskosten für unser Rechenzentrum“, sagt Steve Hammond, Director of Computational Sciences am National Renewable Energy Laboratory (NREL, sihe: Video).

„Die Wasserkühlung erlaubt grundsätzlich erheblich dichtere Bauformen bei den Racks“, weist Baetke hin. „Mit Warmwasser kann man zirka 80 Kilowatt pro Rack abführen, mit Luft rund 30 Kilowatt. Das führt auch zu einer massiven Platzersparnis, da man für die gleiche Leistung in GFLOPS (Milliarden Gleitkommaoperationen pro Sekunde) wesentlich weniger Fläche braucht.“

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