Schneller rechnen mit heißem Öl oder Brandschutzmittel Cool: Im Supercomputing sind Wasser und Paraffin en vogue

Von Michael Matzer

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Eines der wichtigsten Themen sowohl im Rechenzentrum-Design als auch im Supercomputing ist die Energie-Effizienz. Steigende Stromkosten, ja Stromrationierung zwingen dazu. Um den Energieverbrauch zu senken, setzen innovative Technologien im Supercomputing nicht mehr auf Luft und Wasser, sondern auf spezielle Flüssigkeiten, darunter Mineralöl.

Das neue HPC-System HP Apollo 8000 ist wassergekühlt. (Bild:  HP)
Das neue HPC-System HP Apollo 8000 ist wassergekühlt.
(Bild: HP)

Die Energie-Effizienz eines Rechenzentrums drückt sich um PUE-Wert aus. „Der PUE-Wert“, so Frank Baetke, bei HP zuständig für das weltweite HPC-Marketing, „gibt in erster Näherung an, wie viel Energie NICHT für die eigentliche Rechenleistung verwendet wird. Bei PUE 1,5 wären dies 50 Prozent. Für ein modernes Rechenzentrum ist das ein schlechter Wert.“ Energie-effiziente Datacenter erreichen bereits Werte von ca. 1,1 PUE oder weniger.

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Der wichtigsten Energiefaktoren sind Kühlung, USV und die entsprechenden stromfressenden Geräte, die bis zur Hälfte des Stromverbrauchs ausmachen können. In den USA schlucken die Rechenzentren bereits 2 Prizent des national erzeugten Stroms. Die rund 52.000 deutschen Rechenzentren verbrauchten im Jahr 2011 9,7 Terawattstunden Strom.

Veranstaltungstipp: Cooling Days

DataCenter-Insider wir sich in diesem Jahr erstmalig an den “Cooling Days”, die von der Partnerredaktion Elektronik Praxis veranstaltet werden, beteiligen. Der erste Tag, der mit Vorträgen gefüllt ist, widmet sich dem Design und der Kühlung von IT-Räumen und Rechenzentren. Noch ist das Veranstaltungsprogramm nicht komplett, doch schon jetzt verheißt der Tag, der 21. Oktober 2014, Interessantes.

Logo der Cooling Days; der Datacenter-Tag ist am 21. Oktober.(Bild:  Elektronik Praxis)
Logo der Cooling Days; der Datacenter-Tag ist am 21. Oktober.
(Bild: Elektronik Praxis)

Die Veranstaltung findet im Würzburger VCC Vogel Convention Center statt.

Hier geht es zur Anmeldung.

Durch die Luft gepustet

Folglich senkt man ihren Stromverbrauch am besten durch Optimierung ihrer Kühlung. Richtig? Nicht ganz. Man kann nicht alle Rechenzentren über einen Kamm scheren: „Man muss unterscheiden, welche Energie man braucht, um beispielsweise die Luft nur zu bewegen und welche Energie, um die Luft auf einen bestimmten Wert zu kühlen“, so Baetke weiter.

„Die Frage, ob Wasser- oder Luftkühlung, hängt massiv von den Umgebungsbedingungen und einer potentiellen Verwertung des Kühlwassers ab.“ Am Polarkreis muss die Luft nicht gekühlt werden, in Singapur hingegen macht warmes Wasser Chiller überflüssig.

In unseren gemäßigten Breiten sind die zahlreichen Schwankungen hinsichtlich Außentemperatur und -feuchtigkeit (Niederschlag) zu berücksichtigen. Bis vor kurzem wurden Rechenzentren und selbst Supercomputer mit Luft gekühlt. Im SAP-Rechenzentrum in St. Leon-Rot wird Luft unter hohem Druck durch einen Server-Raum geblasen, um die Abwärme der Blade-Server abzuführen. Dieses Verfahren ist selbst wieder ein Stromfresser.

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