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Sprachunabhängigkeit
Mittlerweile zeigt sich jedoch immer mehr, dass es für die kommenden Entwicklergenerationen nicht mehr so sehr darauf ankommt, in welcher Sprache entwickelt wird, ob in Java, COBOL oder C#, sondern vielmehr darauf, dass die jeweilige Entwicklungsumgebung die Anforderungen einer modernen Tool-Landschaft erfüllt. Die Entwicklungsprozesse oder auch Methoden wie die Agile Entwicklung sind vor diesem Hintergrund weitgehend sprachunabhängig. Damit kann der Know-how-Transfer beziehungsweise der Generationenwechsel auf sanfte Art durchgeführt werden.
Mit modernem COBOL ist das problemlos möglich, alle aktuellen IDEs und Methoden werden unterstützt. Selbst dezidierte Mainframe-Pro¬gram¬me werden nur noch selten am Mainframe entwickelt, sondern per "Offload Development" am PC und können bei Bedarf auch auf anderen Plattfomen wie Linux Unix und Windows zum Einsatz gebracht werden, strikt nach dem alten Ansatz "write once, run anywhere". Voraussetzung dafür war, dass sich COBOL in den letzten beiden Jahrzehnten mehr und mehr von der Mainframe-Plattform gelöst hat. Die hohe Standardisierung der Sprache erlaubt es, ein COBOL-Programm in der Regel ohne Veränderungen auf jeden beliebigen Rechner zu portieren.
Re-Hosting des produktiven Betriebs
Durch die Verlagerung nicht nur der Entwicklung, sondern auch des produktiven Betriebs auf die offenen Plattformen Linux, Unix und Windows, werden zum einen die Anforderungen der neuen Entwicklergeneration erfüllt, zum anderen können Unternehmen so bestehende Investitionen in COBOL nun in neuen Architekturen wie JVM oder .NET gleichwertig einbinden. Damit wird also ein hohes Maß an Investitionssicherheit für bestehende COBOL-Systeme geschaffen.
In der offenen Welt von Windows, Unix und Linux sind für COBOL-Com¬piler Schnittstellen zu anderen Sprachen, insbesondere zu C, Visual Basic, zur Windows API und zu Java, unverzichtbar. Sprachen, die zu nativem Code – Objekt-Code auf dem jeweiligen Betriebssystem – übersetzt werden, wie zum Beispiel C, können relativ einfach von COBOL aufgerufen werden oder selbst COBOL-Programme aufrufen. Der neueste COBOL-Compiler Visual COBOL R4 von Micro Focus ist beispielsweise in der Lage, den jeweiligen Code für die Zielplattform beziehungsweise das jeweilige Framework zu generieren, also nativen Code unter Windows, Unix und Linux zum Beispiel für die Verbindung zu C, Microsoft Intermediate Language (MSIL) für das .NET-Framework unter Windows sowie Java Byte Code für die Java Virtual Machine (JVM). Dadurch kann ein COBOL-Programm sowohl in der .NET Common Language Runtime als auch in der JVM laufen und unterscheidet sich zur Laufzeit fast nicht mehr von einem Java oder C#-Programm. Die Syntax des objektorientierten COBOL (OO-COBOL) ermöglicht dabei die Definition und den Aufruf von Klassen und Methoden über die Sprachgrenzen hinweg.
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