Interview mit Lew Moorman, CSO von Rackspace Cloud ermöglicht kostengünstige Kapazitätsplanung
Cloud wird von allen Herstellern als neuer Megatrend gepriesen. Doch sollte ein Unternehmen jetzt schon geschäftskritische Anwendungen in die Cloud geben?
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DataCenter-Insider sprach mit Lew Moorman, CSO von Rackspace über die derzeitige Sicherheit und Verfügbarkeit von Anwendungen in einer Cloud. Rackspace ist ein international agierender Serviceprovider, der jetzt ein Portfolio von Cloud-Diensten aufgebaut hat.
DataCenter-Insider: Rackspace bietet verschiedene Cloud Services an, hauptsächlich in Anwendungsbereichen, die nicht geschäftskritisch sind. Wie sicher ist Cloud Computing und wie ausgereift sind Cloud-Lösungen, um geschäftskritische Anwendungen zu hosten?
Moorman: Also ich würde sagen, dass wir absolut geschäftskritische Cloud-Services anbieten. Über 200.000 Unternehmen hosten ihre Mail-Dienste bei uns. Wir betreiben über 100.000 Geschäfts-Domains in unserer Cloud. Die Cloud beginnt, sich als ein Werkzeug für Unternehmen zu etablieren. Stabilität, Service Level Agreements sowie Sicherheits-Compliance – alle diese Anforderungen werden derzeit erarbeitet. Wir sprechen jeden Tag mit unseren Kunden über das Betreiben von geschäftskritischen Anwendungen in der Cloud.
Welche Einschränkungen gibt es derzeit, vor allem auf die weltweit geltenden rechtlichen Bestimmungen wie SOX oder HIPPA oder auch in Hinblick auf Industriespionage? Wie stellen Sie sicher, dass Daten in der Cloud geschützt sind?
Sicherheit besteht aus vielen Komponenten und das Sicherheitsmanagement ist ein zentraler Punkt in unserem Cloud-Betrieb. Trotz der Freiheit in einer Cloud existieren meiner Meinung nach keine größeren Gefahren als bei dedizierten Anwendungen. Die wichtigsten Sicherheitsmechanismen sind dabei Applikationsicherheit, Password- sowie Konfigurationsmanagement. Sie sind auch in der Cloud vorhanden und nicht schlechter als bei dedizierten Anwendungen.
Um eine Geschäftsanwendung in der Cloud hosten zu können, muss die Verfügbarkeit und das Einhalten von Service Levels garantiert sein. Ist es möglich, auch während Spitzenzeiten die Verfügbarkeit in der Cloud sicherzustellen?
Das Management der Kapazitäten ist einer unserer wichtigsten Aufgaben als Cloud Provider. Und für Kunden besteht darin ja auch der Vorteil, wenn sie ihre Anwendungen hosten lassen. 50 Server-Spitzenauslastungen sind für ein Unternehmen sehr kostspielig zu verwalten, aber auf zehntausende Server bei einem Cloud-Provider verteilt ist es nur eine kleinere Kapazitätsplanungsaufgabe.
Welche Applikationen sind derzeit am besten geeignet um in einer Cloud zu laufen?
Es gibt viele Anwendungen, die von einer Cloud profitieren können. Zuerst Anwendungen mit vielen Auslastungsspitzen. Gerade wenn sich die Auslastung nicht vorhersagen lässt, bietet die Cloud eine gute Möglichkeit, zu moderaten Kosten entsprechende Kapazitäten bereitzustellen. Zweitens sind auch Anwendungen mit hohen Speicher- oder Web-Anforderungen sehr Cloud-geeignet. Große Dateien lassen sich kostengünstig auf Cloud-Storage hosten und per CDN mit großer Geschwindigkeit an Anwender verteilen. Schließlich ist Email ein gut in der Cloud zu hostender Dienst. Wir betreiben Mail -Dienste für über eine Million Anwender.
Wieviel Geld kann ein Unternehmen sparen, wenn es Cloud-Dienste abonniert?
Das hängt ganz von den Diensten ab und der betreffenden Workload. Aber in günstigen Fällen sind bis zu 80 Prozent realistisch, ernsthaft.
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