Automatisierung der Rechenzentrumsprozesse

Cloud-Computing: die technischen Grundlagen und Services effizient bereitstellen

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Organisation

Außer den technischen gibt es aber auch einige organisatorische Voraussetzungen für die Automatisierung. So müssen die verschiedenen Abteilungen eines Unternehmens oder einer Organisation übergreifend zusammenarbeiten. Denn die Prozesse betreffen nicht nur Netzwerk, Storage und Server, sondern auch die Rechtevergabe und Verwaltung im Active Directory, die interne und eventuell externe Leistungsberechnung bis hin zu den benötigten Stromquellen. Dazu müssen die notwendigen Wenn-dann-Beziehungen geklärt werden, um die Automatisierung zu ermöglichen.

Die technische Umsetzung ist dann über die grafischen Oberflächen der Automatisierungs- und Orchestrierungstools relativ einfach. Doch nicht jedes Tool ist für alle Unternehmen geeignet. Hier gilt es, aus den unterschiedlichen Angeboten der Anbieter die jeweils passende Lösung zu finden und insbesondere herauszufinden, welche Prozesse wie automatisiert werden sollen oder können. Der Aufwand bei der Einführung ist dann je nach vorhandenen Strukturen und Anforderungen sehr unterschiedlich und sollte aufgrund der Kosten für Hardware und Software sowie Beratung nicht unterschätzt werden. Jedoch profitieren die Unternehmen dann nicht nur von mehr Stabilität und Sicherheit der Prozesse, sondern auch höherer Nachvollziehbarkeit und Servicequalität.

Erst der letzte Schritt besteht in der eigentlichen Einführung der Cloud-Services. Dazu sind die bereitzustellenden Servicekataloge aus modularen und industriellen Bausteinen zu entwickeln. Schließlich ist auch ein Produktmanagement für Rechenzentrumsservices einzuführen, um einen serviceorientierten Betrieb sowie ein agiles Produktionsmodell zu erreichen. So stehen die Anwendungen für den Nutzer schneller, flexibler und anpassbarer zur Verfügung.

Reifegradanalyse

Doch wann ist ein Unternehmen reif für Cloud Computing? Um dies zu beantworten, ist eine Analyse der Cloud-Reife bei allen Schritten auf dem Weg in die Cloud notwendig. Dabei werden anhand eines Katalogs mit rund 250 praxiserprobten Fragestellungen sämtliche Bereiche untersucht – vom Zugang zum Rechenzentrum über das Service Management bis zur Energieeffizienz. Der Katalog liefert bereits praxisbezogene Antwortmöglichkeiten. So lässt sich die Cloud-Reife für technische und organisatorische Bereiche in fünf Stufen festlegen und objektiver beurteilen. Damit können Unternehmen einfacher feststellen, ob sie Cloud nicht nur wollen, sondern auch bereit dafür sind.

Doch können die Mitarbeiter mit der neuen Verantwortung auch umgehen, da sie sich ihre Anwendungen nun selbst zusammenstellen? Das lässt sich allgemein mit ja beantworten, denn die meisten besitzen bereits aus ihrem Privatleben entsprechende Erfahrungen mit Cloud-Diensten wie webbasierte E-Mail und Bild-/Dokumentenspeicher oder Soziale Netzwerke. Zudem sorgt der Trend zur Konsumerisierung der IT dafür, dass sie sich zunehmend ihre eigenen Geräte oder Anwendungen zusammensuchen, die sie für die Arbeit benötigen, und diese einfach nutzen – auch gegen entsprechende Regelungen des Unternehmens. Wer also verhindern möchte, dass die Mitarbeiter für ihre beruflichen Dokumente Dropbox nutzen, sollte einen entsprechenden Private-Cloud-Dienst anbieten.

Dirk Schiller ist Leader Cloud Solutions, Computacenter AG & Co. oHG

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