OpenLiteSpeed als ereignisgesteuerter Webserver Architektur, Funktionsumfang und freie Nutzung unter GPLv3

Von Thomas Joos 1 min Lesedauer

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OpenLiteSpeed positioniert sich als ereignisgetriebener Open-Source-Webserver für dynamische Webanwendungen. Die Plattform kombiniert asynchrone Verarbeitung, integrierte Sicherheitsmechanismen und Cache-Funktionen in einer kompakten Architektur und adressiert performante PHP- und WordPress-Workloads auf klassischer Server- und Cloud-Infrastruktur.

OpenLiteSpeed als ereignisgesteuerter Webserver(Bild:  Thomas Joos)
OpenLiteSpeed als ereignisgesteuerter Webserver
(Bild: Thomas Joos)

OpenLiteSpeed basiert auf einer strikt ereignisgesteuerten Architektur und verarbeitet eingehende Verbindungen ohne threadbasierte Blockierung. Dieses Modell reduziert Kontextwechsel und Speicherverbrauch und skaliert effizient bei hoher Parallelität. Der Server interpretiert Apache-Rewrite-Regeln und relevante Direktiven direkt, sodass bestehende Konfigurationen weitgehend weiterverwendbar bleiben.

Konfiguration mit webbasierter Weboberfläche

Die Konfiguration erfolgt über eine integrierte Weboberfläche oder über strukturierte Konfigurationsdateien. Für containerisierte Umgebungen stehen Images und automatisierte Installationspfade bereit.

Im Datenpfad integriert der Server Funktionen zur Lastverteilung, Verbindungskontrolle und Abwehr volumetrischer Angriffe. Bandbreiten- und Verbindungsbegrenzungen wirken direkt auf Socket-Ebene. ModSecurity v3 ergänzt regelbasierte Anwendungsabsicherung. TLS-Verschlüsselung und HTTP/2 stehen standardmäßig zur Verfügung. QUIC gehört nicht zum Funktionsumfang von OpenLiteSpeed und bleibt der Enterprise-Variante vorbehalten.

Ein zentrales Merkmal bildet das integrierte Full-Page-Caching. LSCache arbeitet serverseitig und greift tief in die Request-Verarbeitung ein. Für PHP-Anwendungen nutzt OpenLiteSpeed eine eigene LiteSpeed-SAPI, die den Aufrufpfad zwischen Webserver und Interpreter verkürzt. WordPress-Installationen profitieren von einer engen Verzahnung mit dem LSCache-Plugin, das Seiteninhalte, Datenbankabfragen und Medienauslieferung optimiert. Ergänzende Module übernehmen Bildkonvertierung, Cache-Vorwärmung und Anbindung externer CDNs.

Monitoring und Analyse

Für Monitoring und Analyse stellt OpenLiteSpeed Schnittstellen zur Verfügung, die sich in Metriksysteme integrieren lassen. Ein dedizierter Prometheus-Exporter überträgt Laufzeitdaten an externe Observability-Plattformen. Logdateien und Statusinformationen lassen sich granular steuern und unterstützen Fehleranalyse im Dauerbetrieb.

OpenLiteSpeed steht unter der GPLv3 und lässt sich kostenfrei herunterladen, betreiben, verändern und weitergeben. Diese Lizenz erlaubt den produktiven Einsatz ohne Lizenzgebühren, solange keine proprietäre Weiterverwertung erfolgt. Für OEM-Szenarien oder geschlossene Produkte bietet der Hersteller separate Lizenzmodelle an. Funktional unterscheidet sich OpenLiteSpeed von LiteSpeed Enterprise primär durch reduzierte Apache-Kompatibilität, fehlende QUIC-Unterstützung und einen konservativeren Stabilitätsansatz bei neuen Funktionen.

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